Medikamentenabgabe in der Arztpraxis gefährdet Versorgungssicherheit

Apothekerkammer warnt vor Ausbau des Netzes ärztlicher Notabgabestellen für Medikamente

„Österreichs 1.470 öffentliche Apotheken nehmen die Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten in guter und bewährter Weise wahr – rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Dahinter steht ein engmaschiges Versorgungsnetz, das täglich Millionen Menschen absichert und sich jeden Tag aufs Neue bewährt. Es braucht daher keine weiteren Notabgabestellen für Arzneimittel in den Arztpraxen, denn es gibt kein Problem mit der Bereitstellung von Medikamenten in den Apotheken“, betont Raimund Podroschko, erster Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer, anlässlich der neuerlichen Forderung der Ärztekammer nach einem Mehr an ärztlichen Notabgabestellen in Österreich.

Diese Forderung sei, so die Apothekerkammer, gesundheitspolitisch fahrlässig, denn sie entziehe den Apotheken ihre wirtschaftliche Basis und schwäche dadurch das Gesundheitssystem nachhaltig. Das bewährte Konzessionssystem im Apothekenwesen garantiert die Versorgungssicherheit in Österreich. Dafür braucht es wirtschaftlich stabile Apotheken.

Ein Ausbau des Netzes ärztlicher Notabgabestellen diene nur dazu, Ärztinnen und Ärzten zusätzliche Einnahmen zu sichern – auf Kosten der Grundversorgung mit Medikamenten. Diese Arzneimittelabgabe durch Ärztinnen und Ärzte gibt es in dieser Häufigkeit nur in Österreich: In der ganzen EU findet man ca. 1.700 „dispensing doctors“, davon allein 850 in Österreich.

Gerhard Kobinger, zweiter Apothekerkammer-Vizepräsident, warnt: „Aus gesundheitspolitischer Perspektive ist das Vorgehen der ärztlichen Standesvertretung fahrlässig. Denn letztlich profitiert mit Ausnahme einiger Ärztinnen und Ärzte niemand von einer zusätzlichen Verlagerung von Arzneimitteln in die Ordinationen. Apothekerinnen und Apotheker können die Bevölkerung immer mit den benötigten Medikamenten versorgen, sofern diese in Österreich vorhanden sind. Und das soll so bleiben.“

Österreichische Apothekerkammer
Kommunikation
Tel: 01 / 404 14 – 600
E-Mail: presse@apothekerkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender

Kommentare sind geschlossen, aber trackbacks und Pingbacks sind offen.