KORREKTUR zu OTS0012 vom 27.08.2026: Hattmannsdorfer: Gut vorgesorgt mit Gas-Reserven und hoher Einspeicherung

Energieversorgung hat höchste Priorität und ist stabil – Aktueller Gas-Füllstand deckt ca. 87 Prozent des Jahresverbrauchs – Deutschland nimmt Österreich zum Vorbild

„Österreich hat vorgesorgt und ist bei der Gasversorgung besser aufgestellt als viele andere europäische Länder. Unsere Speicher können mehr Gas aufnehmen, als Österreich in einem Jahr verbraucht. Diese starke Speicherinfrastruktur und die Strategische Gasreserve geben uns Versorgungssicherheit und sind ein klarer Wettbewerbsvorteil für unseren Standort. Während andere Länder in der Krise reagieren, agieren wir vorausschauend und können so Haushalte und Unternehmen rund um die Uhr versorgen“, so ENERGIEMINISTER WOLFGANG HATTMANNSDORFER.

EINSPEICHERQUOTE MIT 65 PROZENT ÜBER EU-SCHNITT

In den Gasspeichern Österreichs sind aktuell (Stichtag 23. August 2026) 65,4 TWh Gas eingespeichert. Das entspricht einem Füllstand von 65 Prozent. Der Füllstand ist damit besser als der europäische Durchschnitt, der bei 62 Prozent liegt – und das, obwohl Österreich im Vergleich zu anderen EU-Ländern über besonders große Speicherkapazitäten verfügt.

Österreich hat frühzeitig vorgesorgt, um die Gasversorgung auch in Krisenzeiten abzusichern. Dazu zählen die strategische Gasreserve, verpflichtende Gasvorräte für Kraftwerke sowie besonders geschützte Reserven von Industriebetrieben. Die strategische Gasreserve wurde zuletzt bis April 2029 verlängert und bleibt damit ein wichtiger Schutz vor möglichen Versorgungsengpässen und geopolitischen Risiken.

Die überdurchschnittlich hohen Speicherkapazitäten tragen zur Versorgungssicherheit bei, denn Österreich ist neben Lettland das einzige EU-Land, das mehr als den Jahresverbrauch auf eigenem Staatsgebiet einspeichern kann. Dem Jahresverbrauch von 75 TWh bis 80 TWh steht eine Gesamtkapazität aller Gasspeicher von 100 TWh gegenüber. Aktuell hat Österreich bereits 87 Prozent seines Jahresverbrauchs eingespeichert, in Deutschland sind es aktuell lediglich 14 Prozent.

„Gasspeicher sind insbesondere in der kalten Jahreszeit und bei höherem Verbrauch relevant. Die aktuell in Österreich bereits gespeicherten Gasmengen in Kombination mit stabilen Importen und verstärkter inländischer Erzeugung in Wittau lassen uns zuversichtlich in den Winter blicken“, so CHRISTOPH DOLNA-GRUBER, ENERGIEEXPERTE VON DER ÖSTERREICHISCHEN ENERGIEAGENTUR.

SCHLEPPENDE BEFÜLLUNG IN NACHBARLÄNDER DURCH HOHE GASPREISE

Die Befüllung der Gasspeicher bleibt in Europa eine zentrale Aufgabe für die kommenden Monate. In Deutschland etwa sind die Speicher derzeit nur rund zur Hälfte gefüllt und damit deutlich schwächer als im europäischen Durchschnitt. Hauptgrund ist der fehlende wirtschaftliche Anreiz zur Einspeicherung durch aktuell hohe Gaspreise. Derzeit liegt der Preis für eine Megawattstunde Gas bei 66 Euro an der Börse. Vor einem Jahr waren es noch 33 Euro.

Die deutschen Behörden appellieren an die Marktteilnehmer, die Einspeicherung deutlich voranzutreiben, und erwägen, ein ähnliches Modell wie Österreich einzuführen. Denn: Österreich ist aufgrund der strategischen Gasreserve vergleichsweise gut abgesichert.

„Versorgungssicherheit entsteht nicht durch eine einzelne Maßnahme, sondern durch das Zusammenspiel von strategischen Reserven, einer robusten Infrastruktur, Flexibilitäten und Diversifizierung, einem mit effizienten Technologien reduzierten Energiebedarf sowie dem verstärkten Umstieg auf Energieträger, die wir selbst erzeugen können – allen voran Strom aus Erneuerbaren, Erdwärme und Bioenergie“, schließt Dolna-Gruber.
Nähere Informationen zur Bedeutung der Gasspeicher, tagesaktueller und längerfristigen Speicherentwicklung sowie der Herkunft unseres Gases bietet das BMWET am Energie-Infoportal.

Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus
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