IWM erklärt September erstmals zum „Month of Ideas“ und lädt zu einem Veranstaltungsreigen

Die Initiative des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) ist eine Hommage an den Ruf Wiens als Ort, an dem Ideen entwickelt wurden, die die Welt prägen sollten.

Seit seiner Gründung legt das IWM den Akzent auf intellektuelle Reflexion als Grundlage fundierter Meinungsbildung. Das dichte Septemberprogramm steht ganz im Zeichen dieses Gründungsgedankens und ist eine Einladung, sich jenseits dystopischer Narrative mit den vielfältigen Herausforderungen der Gegenwart auseinanderzusetzen – und Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Denn wie Bertolt Brecht vor knapp 100 Jahren so treffend schrieb: „Für die, deren Zeit gekommen ist, ist es nie zu spät.“

Den Auftakt bestreitet der vierte Rektor des IWM, MICHAEL DAVID-FOX. In seiner Antrittsvorlesung ergründet der renommierte amerikanische Historiker die Ursachen der gegenwärtigen Krise der Geistes- und Sozialwissenschaften. In der Beantwortung der Frage, wie die Wissenschaften durch eine Problemlage dieser Größenordnung steuern sollen, greift er auf seine eigene Fachdisziplin zurück und zeigt gleichzeitig auf, welche entscheidende Rolle Institutionen wie das IWM in der Bewältigung gegenwärtiger und künftiger Herausforderungen spielen können.

Mit Facing the Future präsentiert IWM Albert Hirschman Permanent Fellow IVAN KRASTEV ein neues Forschungsprogramm in Kooperation mit der ERSTE Stiftung, in dessen Zentrum die uneingelösten Versprechen der liberalen Demokratien stehen. Kern des Programms ist die Frage, wie der Liberalismus angesichts seiner internen Widersprüche und illiberalen Zerrbilder neu gedacht werden kann. Verwandten Themen widmet sich auch IWM Permanent Fellow MARTA BUCHOLC in einer Lecture zur Resilienz illiberaler Institutionen.

Das Engagement des Instituts, den vielfältigen Auswirkungen des rasenden technologischen Fortschritts und dem Aufkommen künstlicher Intelligenz zu begegnen, zeigt sich unter anderem in Veranstaltungen mit KARA SWISHER sowie JAMES C. O'BRIEN, die Einblicke in die Welt der „Tech Bros“ geben und Fragen nach möglichen Strategien zur Regulierung von Big Tech stellen.

Angesichts der beunruhigenden gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen der letzten Jahre sehen wir uns zunehmend mit einer Vielzahl moralischer Fragen und Dilemmata konfrontiert. Diesen begegnen in ihren Vorträgen unter anderem EVA ILLOUZ, PETER SLOTERDIJK und IAN MCEWAN. PANKAJ MISHRA und DANIEL KEHLMANN erörtern anhand von Mishras Buch _The World after Gaza_ die Narrative, blinden Flecken und moralischen Dilemmata dieses Konflikts.

Der INTERNATIONAL EDITORS' ROUNDTABLE sowie der erste UKRAINE EDITORS' ROUNDTABLE bringen über 35 Journalist:innen renommierter europäischer und internationaler Medien – darunter _The Atlantic, Financial Times, Foreign Policy, Neue Zürcher Zeitung_ und _Wall Street Journal_ – gemeinsam mit führenden Intellektuellen an einen Tisch.

Anhand der Ergebnisse aktueller Umfragen erörtern TYMOFII BRIK und KIRILL ROGOV die Rolle der öffentlichen Meinung im Zuge der anhaltenden Invasion Russlands in der Ukraine sowie für den ukrainischen Widerstand. Weitere Programmhighlights bilden Kolloquien mit KARL SCHLÖGEL und DANIEL DOR sowie die Eröffnung der Ausstellung “One Thing—Two Meanings” des tschechischen Künstlers DAVID BÖHM.

Höhepunkt dieses ideenreichen Septembers ist das VIENNA HUMANITIES FESTIVAL, das mit seinen über 20 Diskussionsveranstaltungen unter dem Motto „Agency/Tu was” die Wiedererlangung unserer Handlungsfähigkeit als dringlichste Aufgabe unserer Zeit unterstreicht.

Zum Abschluss des „Month of Ideas“ erörtert Jan-Werner Müller in Anknüpfung an David-Fox Antrittsvorlesung die weltweit anhaltenden Angriffe auf die akademische Freiheit. Er untersucht die Beziehung zwischen Hochschulbildung und Liberalismus anhand der Frage, warum der zugrunde liegende Gesellschaftsvertrag offenbar zerbricht, und was dagegen unternommen werden kann.

Eine Terminübersicht aller Veranstaltungen des Month of Ideas ist dieser Aussendung beigefügt.

THE CRISIS OF THE HUMAN SCIENCES AND LESSONS OF THE PAST

Institut für die Wissenschaften vom Menschen
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