VGT präsentiert aktuelle Fotos von letzter Pelzfarm in Island – fordert Ende

12.000 amerikanische weiße und schwarze Nerze in winzigen Drahtgitterkäfigen – in Österreich kam bereits 1998 das weltweit erste Pelzfarmverbot und löste europaweit Verbote aus

Noch im Jahr 2015 gab es in Island 43 Pelzfarmen mit 200.000 Nerzen. Heute gibt es nur mehr eine einzige mit 12.000 Tieren 25 km östlich von der Hauptstadt Reykjavik im Mosfellstal. Der VGT zeigt jetzt aktuelle Fotos von dieser allerletzten Pelzfarm Islands. Die Zustände sind die gleichen, wie überall sonst auf der Welt: die Nerze müssen in winzigen Drahtgitterkäfigen von etwa 0,2 m² leben, ohne jede Lebensqualität, ohne jede Beschäftigungsmöglichkeit. Manche zappeln rastlos hin und her, andere haben bereits aufgegeben und wirken apathisch. Die kleinen Beutegreifer leben in freier Wildbahn solitär in fixen Territorien. In den langen Käfigreihen der Pelzfarm sind sie dem Stress tausender Nerze in unmittelbarer Nähe ausgesetzt. So versuchen sie sich durch die Gitterstäbe gegenseitig zu beißen und verletzen sich dabei. Dazu sind Nerze Wassertiere, die in Höhlen an der Uferböschung leben und auch auf Bäume klettern. Sie können 8 Minuten lang tauchen und haben Schwimmhäute zwischen den Zehen. Die Tiere in der Nerzfarm können all das nicht ausleben: nirgends eine Schwimmmöglichkeit, nichts zu klettern und keine Rückzugsmöglichkeit. Dazu der erbärmlich scharfe Gestank des Kots von 12.000 Carnivoren! Der VGT fordert ein Ende dieser tierquälerischen Haltungsform in Island und in der EU, nachdem Österreich bereits 1998 als weltweit erstes Land ein derartiges Verbot eingeführt hat!

Die Pelzproduktion bricht seit Jahren weltweit ein. In Europa gibt es nur noch in Finnland, Spanien und Griechenland derartige Farmen ohne Verbot, wobei, wie der VGT vor einem Jahr recherchiert hat, zahlreiche Pelzfarmen in Finnland geschlossen worden sind. In Island ging die Pelzindustrie von 200.000 Tieren in 43 Farmen 2015 auf 12.000 Tiere in einer einzigen Farm 2026 zurück¹. In der EU wird gerade über ein generelles Pelzfarmverbot diskutiert, nachdem eine Europäische Bürger:innen-Initiative 1,7 Millionen (!) Unterschriften besorgter Bürger:innen für so ein Verbot bekommen hatte. In Island, das ja nicht Mitglied in der EU ist und aktuell auch nicht werden will, gibt es ebenso Widerstand gegen die Pelzproduktion. So wurden im Herbst 2025 die dramatischen Missstände in drei damals noch aktiven isländischen Pelzfarmen an die Öffentlichkeit gebracht. Und Ende Juli 2026 befreiten Unbekannte über 1.000 Nerze aus der letzten Pelzfarm im Mosfellstal. Der VGT konnte einige dieser Nerze in der Nähe der Farm noch beobachten.
VGT-Obperson DDr. Martin Balluch war mit seinen Kindern bei der isländischen Pelzfarm: „Meine Kinder (5 und 8 Jahre alt) sind in einem Land aufgewachsen, in dem Pelzfarmen schon lange verboten sind. Für sie und ihre Freund:innen sind Pelzfarmen ein Relikt aus der Vergangenheit, undenkbar heute. Umso mehr hat sie geschockt, in Island diese Pelzfarm zu erleben. So lebendige, wunderschöne Tiere in diesen winzigen Käfigen verzweifelt hin und her springen und in die Metallgitter beißen zu sehen, war wirklich entsetzlich. Meine ältere Tochter hat furchtbar geweint, sich auf den Boden gesetzt und wollte nicht weggehen, ohne dass wir wenigstens einige der Tiere mitnehmen, was natürlich unmöglich war. Ich denke, dass wir als Gesellschaft manchmal auf unsere Kinder hören sollten, um darüber zu reflektieren, wie wir mit Tieren umgehen. Kinder, die nicht indoktriniert wurden, die Tieren bisher immer respektvoll begegnet sind, werden durch Pelzfarmen, aber auch Tierfabriken in Österreich, regelrecht traumatisiert. Dieser Umgang mit Tieren kann nicht richtig sein, wenn die unbedarfte Kinderseele dadurch derart belastet wird!“

VGT – VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN
DDr. Martin Balluch
Telefon: +43(1) 929 14 98
E-Mail: medien@vgt.at
Website: https://vgt.at

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