FPÖ – Ecker: „SPÖ-Ministerin Schumann sieht in Frauen Arbeitskräftepotenzial, während immer mehr Frauen arbeitslos werden“
„Frauenarbeitslosigkeit steigt – Anhebung des Frauenpensionsalters darf nicht zu mehr Jahren in Arbeitslosigkeit führen“
„Frauen als bisher nicht ausreichend genutztes ‚Beschäftigungspotenzial‘ zu bezeichnen, ist für eine Sozialministerin eine abwertende Sichtweise. Frauen sind kein Arbeitskräftereservoir, das man je nach Bedarf des Arbeitsmarktes abrufen kann“, kritisiert FPÖ-Frauensprecherin NAbg. Rosa Ecker, MBA, Aussagen von SPÖ-Sozial- und Arbeitsministerin Schumann.
Besonders brisant seien die aktuellen Arbeitsmarktzahlen vor dem Hintergrund der schrittweisen Anhebung des Frauenpensionsalters. So waren etwa in Oberösterreich im August 19.810 Frauen arbeitslos. Das sind um 7,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Bei Männern betrug der Anstieg nur ein Prozent. Erstmals sind damit auch in Oberösterreich mehr Frauen als Männer arbeitslos. „Das Frauenpensionsalter wird angehoben, damit Frauen länger im Erwerbsleben bleiben. Gleichzeitig steigt ausgerechnet die Arbeitslosigkeit bei Frauen massiv. Wenn ältere Frauen keinen Arbeitsplatz mehr finden, bedeutet ein höheres Pensionsalter für sie nicht länger arbeiten, sondern länger arbeitslos sein. Genau darauf braucht die Sozial- und Arbeitsministerin eine Antwort“, forderte Ecker.
Besonders ältere Frauen dürften bei dieser Entwicklung nicht zwischen Arbeitsmarkt und Pension hängen bleiben. „Es reicht nicht, das gesetzliche Pensionsalter hinaufzusetzen und damit rechnerisch die Erwerbsphase zu verlängern. Entscheidend ist, ob Frauen in diesen zusätzlichen Monaten und Jahren tatsächlich einen Arbeitsplatz haben. Sonst verlängert der Staat nicht ihre Beschäftigung, sondern ihre Arbeitslosigkeit und verschärft damit womöglich noch die finanzielle Situation vor dem Pensionsantritt“, erklärte die FPÖ-Frauensprecherin.
Gleichzeitig müsse Schumann als Sozialministerin die gesamte Lebensleistung von Frauen berücksichtigen. „Frauen betreuen Kinder, kümmern sich um ältere oder pflegebedürftige Angehörige und reduzieren dafür häufig ihre Erwerbsarbeitszeit. Diese Arbeit hat einen Wert für Familien und Gesellschaft. Wer Frauen hauptsächlich danach beurteilt, wie viele zusätzliche Erwerbsstunden sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen können, ignoriert einen wesentlichen Teil ihrer Leistung“, meinte Ecker.
Die finanziellen Folgen dieser Lebensrealität würden spätestens im Alter sichtbar. Einkommensunterschiede, Teilzeit aufgrund von Kinderbetreuung oder Angehörigenpflege und Erwerbsunterbrechungen schlagen sich in niedrigeren Pensionen nieder. „Und jetzt droht für ältere Frauen noch ein zusätzliches Problem. Sie müssen nämlich länger bis zur Pension warten, finden aber möglicherweise keinen entsprechenden Arbeitsplatz mehr“, so Ecker.
Daher forderte die FPÖ-Frauensprecherin eine klare Strategie für die Beschäftigung älterer Frauen: „Wenn der Staat das Frauenpensionsalter anhebt, trägt er auch Verantwortung dafür, dass Frauen bis zum tatsächlichen Pensionsantritt eine reale Chance auf Beschäftigung haben. Wir brauchen Arbeitsplätze für ältere Frauen und dürfen sie nicht einfach länger beim AMS parken.“
Gleichzeitig brauche es mehr Wertschätzung und eine bessere soziale Absicherung von Kinderbetreuungs- und Pflegezeiten sowie einen Ausbau der mobilen Hilfe für ältere Menschen: „Frauen leisten jeden Tag, in der Erwerbsarbeit, in der Familie, bei der Kinderbetreuung und bei der Pflege. Eine Sozialministerin sollte diese gesamte Leistung sehen und unterstützen, anstatt Frauen vor allem als zusätzliches Arbeitskräftepotenzial zu betrachten“, betonte Ecker.
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