Bundesjugendvertretung zum Schulstart: Bildungschancen dürfen nicht vom Geld abhängen

Steigende Schulstart- und Nachhilfekosten verschärfen soziale Unterschiede in der Schule. BJV fordert Kindergrundsicherung und Ausbau der Ganztagsschulen.

Der Schulstart bringt für viele Familien in Österreich finanzielle Belastungen mit sich. Schultaschen, Hefte und Lernmaterialien kosten bereits zum Schulbeginn mehrere hundert Euro, dazu kommen im Laufe des Jahres weitere Ausgaben. Die Bundesjugendvertretung (BJV) warnt davor, dass Kinder, deren Familien die hohen Kosten nicht mehr stemmen können, zunehmend schlechtere Bildungschancen haben.

Laut Studien wie der jüngsten Lebenswelten- oder der Ö3-Jugendstudie haben Jugendliche klare Vorstellungen davon, was sie sich für ihre Zukunft wünschen: „Eine gute Ausbildung und positive Perspektiven sind jungen Menschen mitunter besonders wichtig. Dafür müssen wir die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Gute Bildung sollte durch gezielte Unterstützung unabhängig vom Einkommen der Eltern möglich sein“, so BJV-Vorsitzender Ahmed Naief.

Denn derzeit ist jedes fünfte Kind hierzulande armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Gerade für sie können zusätzliche Kosten rund um Schule und Lernen zur Hürde werden. Aus Sicht der BJV braucht es daher die rasche Einführung der Kindergrundsicherung.

AUCH NACHHILFE WIRD ZUR FINANZIELLEN HÜRDE

Neben dem Schulbeginn stellen auch die Kosten für Nachhilfe während des Schuljahres Eltern vor immer größere Herausforderungen. Laut dem Nachhilfebarometer 2026 der Arbeiterkammer erhalten 32 Prozent der Schüler*innen Nachhilfe, im Schnitt geben Familien dafür jährlich 720 Euro pro Kind aus. Ein Teil von ihnen kann sich diese zusätzliche Unterstützung jedoch schlicht nicht leisten.

„Förderung muss dort stattfinden, wo alle Kinder Zugang dazu haben – in der Schule. Deshalb braucht es einen konsequenten Ausbau der Ganztagsschulen mit individueller Lernunterstützung. Nur so können wir sicherstellen, dass alle Kinder die Unterstützung bekommen, die sie brauchen“, erklärt BJV-Vorsitzender Moritz Mittermann abschließend.

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