Prüfen, Rufen, Drücken! Rotes Kreuz zu neuen Erste-Hilfe-Empfehlungen: „Leben retten ist jetzt so einfach wie noch nie!“

Welttag der Ersten Hilfe am 12. September – Bundesrettungskommandant Foitik: „Mehr Menschen sollen einen Atem-Kreislauf-Stillstand überleben!“

In Österreich erleiden jährlich rund 10.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen Atem-Kreislauf-Stillstand – nur etwa jeder zehnte von ihnen überlebt. Der Grund: Zu selten wird rechtzeitig mit der Herzdruckmassage begonnen, und mit jeder Minute ohne Wiederbelebung sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um zehn Prozent.

Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes: „Nur etwa zehn Prozent der Betroffenen überleben einen plötzlichen Atem-Kreislauf-Stillstand. Diese Zahl müssen wir erhöhen! Die gute Nachricht: Leben retten ist so einfach wie noch nie – weil heuer die Erste-Hilfe-Empfehlungen angepasst wurden. Die einfache Formel, um ein Leben zu retten, lautet: Prüfen, Rufen, Drücken! Heißt, der Notruf 144 wird künftig noch früher empfohlen, damit die Leitstelle am anderen Ende des Telefons von Beginn an die richtigen Maßnahmen anleiten kann.“

PRÜFEN, RUFEN, DRÜCKEN: DIE ZAUBERFORMEL, UM EIN LEBEN ZU RETTEN

Ein Beispiel: Beim Joggen entdecken Sie eine reglose Person am Boden.

* PRÜFEN Sie, ob es sicher ist, sich zu nähern, und ob die Person ansprechbar ist.
* Wenn nicht, sofort den Rettungsdienst unter 144 RUFEN und das Telefon auf Lautsprecher schalten. Die Rettungsleitstelle kann Sie direkt anleiten, etwa beim Überprüfen der Atmung. Andere Personen können etwa einen Defibrillator holen.
* Ist keine normale Atmung festzustellen, beginnen Sie sofort mit der Wiederbelebung. DRÜCKEN Sie 30-mal kräftig und schnell auf die Mitte des Brustkorbes, danach folgen zwei Beatmungen – so lange, bis der/die Betroffene wieder normal atmet oder Hilfe eintrifft. Wer nicht beatmen kann, führt durchgehend Herzdruckmassagen durch. Ist ein Defi vorhanden, folgen Sie den Anweisungen des Geräts.

„DAS EINZIGE, WAS SICHER FALSCH IST, IST NICHTS ZU TUN!“

„Die Medizin entwickelt sich laufend weiter, und damit auch die Empfehlungen, wie Menschen in Not am besten geholfen werden kann“, erklärt Foitik. „Im Ernstfall zählt jede Minute. Erste Hilfe muss schnell, zuverlässig und vor allem einfach sein, damit jede und jeder helfen kann. Das Einzige, was sicher falsch ist, ist nichts zu tun!“

* Ein Erste-Hilfe-Kurs gibt Sicherheit. Mehr zum Thema und aktuelle Kurse in Ihrer Nähe: www.erstehilfe.at
* Testen Sie Ihr Wissen mit unserem WhatsApp-Crashkurs unter roteskreuz.at/wa-crashkurs oder einem Online-Quiz unter jetzt.erstehilfe.at
* Erste-Hilfe-Videos auf YouTube

Ob Grundkurs, kurzer Auffrischungskurs oder Kindernotfallkurs – das Rote Kreuz bietet viele Möglichkeiten zur Aus- und Fortbildung. 2025 haben 217.603 Menschen in Österreich Erste-Hilfe-Kurse beim Roten Kreuz absolviert. Viele von ihnen motiviert der Wunsch, den liebsten Menschen im Ernstfall helfen zu können, denn die meisten Notfälle passieren zuhause, in der Freizeit oder beim Sport. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass man die betroffene Person gut kennt.

5.183 TEAM ÖSTERREICH LEBENSRETTER:INNEN WAREN 2025 IM EINSATZ

Mehr Menschen sollen einen Atem-Kreislauf-Stillstand überleben – hier setzt auch die Initiative „Team Österreich Lebensretter:in“ an, die vom Österreichischen Roten Kreuz gemeinsam mit Hitradio Ö3 und mit Unterstützung der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) umgesetzt wird.

So funktioniert’s: Wird ein Notruf unter 144 abgesetzt, werden neben dem Rettungsdienst auch registrierte „Team Österreich Lebensretter:innen“ in unmittelbarer Nähe des Betroffenen per App alarmiert und direkt zum Einsatzort geführt. So können sie bereits drei bis vier Minuten nach dem Notruf mit der Wiederbelebung beginnen – im Schnitt fünf bis zehn Minuten, bevor der Rettungsdienst eintrifft. In dieser Zeitspanne entscheidet sich häufig, ob ein Mensch überlebt.

* Zur Registrierung: www.teamoesterreich.at

Foitik: „Österreichweit sind aktuell 19.988 Menschen als aktive ‚Team Österreich Lebensretter:innen‘ registriert. 5.183 von ihnen sind im Vorjahr ausgerückt, um noch vor Eintreffen des Rettungsdienstes mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen zu starten. Jede zusätzlich registrierte Person macht unser Netz an Lebensretterinnen und Lebensrettern dichter und die Rettungskette in Österreich noch stärker. Einfach die App runterladen und registrieren, wenn Sie sich Wiederbelebungsmaßnahmen zutrauen.“

#JETZTERSTEHILFE – ERSTE HILFE SICHTBAR MACHEN

Vom Welttag der Ersten Hilfe am 12. September bis zum Welttag der Wiederbelebung am 16. Oktober macht das Rote Kreuz österreichweit auf die Bedeutung von Erster Hilfe aufmerksam. Im Fokus steht die Wiederbelebung: Mehr Menschen sollen einen Atem-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses überleben, weil ihnen geholfen wird. Foitik verweist auf diverse Aktivitäten in allen Bundesländern: „Etwa eine Kampagne des Tiroler Roten Kreuzes gemeinsam mit dem FC Wacker Innsbruck, die mit speziellen BHs besonders auf Wiederbelebung bei Frauen aufmerksam macht, oder ein Wiederbelebungs-Flashmob in Oberösterreich. Unterstützen Sie uns, indem Sie online Ihre Fotos und Geschichten rund um Erste Hilfe teilen und mit dem Hashtag #jetzterstehilfe kennzeichnen!“

Fotos: Hier klicken

Österreichisches Rotes Kreuz
Susanne Straif
Presse- und Medienservice
Telefon: +43158900352 +436645002819
E-Mail: susanne.straif@roteskreuz.at
Website: https://www.roteskreuz.at

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