Bündnis Wiener Sozialorganisationen befürchtet harte Einschnitte im Sozialbereich

„Wien bleibt anders“ will Dialog mit Stadtverantwortlichen suchen

_Wiener Sozialorganisationen sind wegen drohender harter Einschnitte im Sozialbereich alarmiert: Das Bündnis „Wien bleibt anders“ ersucht die Stadtregierung in einem Brief dringend um Gespräche, „um die Qualität des sozialen Netzes in unserer Stadt auf einem hohen Niveau zu erhalten“. Das Bündnis vertritt rund 80 Organisationen aus den Bereichen Behindertenhilfe, Flüchtlingshilfe, Kinder- und Jugendhilfe und Wohnungslosenhilfe. Der Fonds Soziales Wien hatte gegenüber Sozialorganisationen drastische Einsparungen angekündigt._

Bereits Anfang 2026 hatte die Stadt Wien einige Projekte und Beratungsstellen geschlossen. Die Kürzungen bei der Wiener Mindestsicherung bringen für viele Menschen deutliche Einkommenseinbußen bei steigenden Wohn- und Lebenserhaltungskosten. Förderungen für Sozialorganisationen wurden im Durchschnitt deutlich unter der Inflationsrate erhöht. Ausgenommen waren nur die Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.

Für das kommende Jahr erwarten die Organisationen Kostensteigerungen durch Kollektivvertrag und Inflation in Höhe von rund drei Prozent. Dem stehen die geplanten drastischen Einsparungen gegenüber. Auch für die Folgejahre sind Kürzungen bereits angekündigt.

SOZIALE SICHERHEIT GEFÄHRDET

Die Organisationen des Bündnisses sehen Auswirkungen auf die Lebensqualität aller in Wien lebender Menschen, besonders natürlich auf jene, die Unterstützung benötigen: „Ihre Versorgung ist durch die bereits erfolgten und noch mehr durch die angekündigten Budgetkürzungen immer öfter infrage gestellt“, heißt es im Brief, der bereits Anfang Juli an Bürgermeister Michael Ludwig, die Vizebürgermeisterinnen Barbara Novak und Bettina Emmerling sowie Sozial- und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker ging.

Die Qualität bestehender Leistungen sei gefährdet, die Umsetzung wichtiger neuer Projekte nicht mehr gesichert. Bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen drohe die Überlastung zentraler Einrichtungen wie Krisenzentren und Qualitätsverlust im Kinderschutz.

Viele Organisationen arbeiteten „schon jetzt am Limit und verfügen in der Regel über keine nennenswerten Reserven oder Rücklagen, mit denen sie Kürzungen in dieser Dimension abfedern können“, schreiben die Vertreter:innen von Dachverbänden und Interessenvertretungen im Namen von 80 Mitgliedsorganisationen.

REFORMEN IM DIALOG

In dem Schreiben Anfang Juli ersuchten die Sozialorganisationen „um rasche Aufnahme von Gesprächen“. Sie seien angesichts der schwierigen Budgetlage zu einem konstruktiven Dialog bereit, um die Auswirkungen für die Betroffenen, die Mitarbeiter:innen der Organisationen und für die ganze Stadt so gering wie möglich zu halten.

Stadtrat Peter Hacker verwies in seiner Antwort lediglich auf die bereits laufenden Gespräche zwischen dem Fonds Soziales Wien und dem Dachverband der Wiener Sozialorganisationen. Dort allerdings gibt es bisher es keine inhaltlichen Gespräche, obwohl die konkreten Maßnahmen bereits mit der Stadt abgestimmt werden.

QUALITÄT DES SOZIALEN WIEN ERHALTEN

„Wien ist eine Stadt mit hoher Lebensqualität, mit hervorragenden öffentlichen Dienstleistungen und mit einem dichten sozialen Netz“, betont der Sprecher des Bündnisses „Wien bleibt anders“, Robert Mittermair. „Wir möchten die Qualität dieses sozialen Netzes erhalten. Dazu braucht es aber dringlich echte Gespräche, um die Auswirkungen für die betroffenen Menschen so gering wie möglich zu halten.“

Bündnis Wien bleibt anders
Robert Mittermair
Telefon: 0664/60141410
E-Mail: robert.mittermair@lok.at

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