Kundgebung: „Volle Solidarität mit der türkischen LGBTIQ+ Community gegen Erdogans Repression!“

SoHo Österreich, Grüne Andersrum, HOSI Wien und Queer Base rufen zur Kundgebung am Freitag, 18.6.2026, auf

Europaweit und auch in Österreich sorgt die aktuelle Repressionswelle gegen die LGBTIQ+ Community in der Türkei für Empörung. Bei koordinierten Razzien wurden am vergangenen Wochenende nicht nur queere Lokale und Vereine, sondern auch die Wohnungen von Aktivist*innen in der ganzen Türkei von der Polizei gestürmt. In mehreren türkischen Städten laufen nun Verfahren gegen 162 Verdächtige, neun Organisationen und 13 Unternehmen. Gegen diesen neuen Höhepunkt der Verfolgung queerer Menschen durch Erdogans Regierung finden deshalb aktuell in ganz Europa Kundgebungen und Solidaritäts-Demonstrationen statt. In Wien lädt dazu ein Bündnis aus der sozialdemokratischen LGBTIQ+ Organisation SoHo, den Grünen Andersrum Wien, der HOSI Wien und der Queer Base zu einer gemeinsamen Kundgebung vor der türkischen Botschaft. Unter dem Motto „Solidarity with the LGBTIQ+ Community in Türkiye“ laden die Organisationen am Freitag, 18. September 2026, ab 17 Uhr vor die Türkische Botschaft in der Prinz-Eugen-Straße. ****

Für SoHo-Bundesvorsitzenden und SPÖ-LGBTIQ+ Sprecher Mario Lindner steht dazu fest: „Europa und Österreich dürfen nicht tatenlos zusehen, wenn Erdogans Regierung die türkische LGBTIQ+ Community angesichts seiner schlechten Umfragewerte zur Zielscheibe einer unmenschlichen Sündenbock-Politik macht. Wir stehen über alle Parteigrenzen solidarisch mit all jenen, die sich in der Türkei für Menschenrechte und ein selbstbestimmtes Leben einsetzen!“

Katharina Schöll, Sprecher:in der Grünen Andersrum, macht klar: „Die jüngsten Razzien gegen die LGBTIQ+ Community in der Türkei sind ein Angriff auf Menschenrechte, Freiheit und eine offene Zivilgesellschaft. Wenn queere Räume durchsucht, Aktivist:innen verfolgt und Organisationen unter Druck gesetzt werden, wird versucht, queere Menschen aus dem öffentlichen Raum zu drängen. Eine Demokratie zeigt sich auch daran, wie sie mit Minderheiten und kritischen Stimmen umgeht. Wo Menschen sich nicht frei organisieren und für ihre Rechte eintreten können, werden demokratische Grundrechte eingeschränkt. Unsere Solidarität gilt allen LGBTIQ+-Personen und Aktivist:innen in der Türkei, die sich diesem Druck entgegenstellen. Queere Rechte sind Menschenrechte. Überall.“

Ina Pölzl, Generalsekretär*in der HOSI Wien, stellt klar: „Wer queere Organisationen durchsucht, Aktivist*innen festnimmt und ihre Stimmen zum Schweigen bringen will, greift nicht nur LGBTIQ-Personen an, sondern die Zivilgesellschaft und grundlegende Menschenrechte. Unsere volle Solidarität gilt den mutigen Aktivist*innen in der Türkei. Queer zu sein ist kein Verbrechen. Sich zu organisieren ist kein Verbrechen. Für die eigenen Rechte einzustehen ist kein Verbrechen. Einschüchterung darf niemals dazu führen, dass wir unsichtbar werden.“

Marty Huber von der Queer Base betont: „Die Menschenrechte queerer Personen in der Türkei stehen seit Jahren unter massivem Druck. Queer Base begleitet daher zunehmend queere Geflüchtete aus der Türkei durch ihr Asylverfahren und konnte wiederholt deren Schutzstatus durchsetzen. Fest steht: Vorstellungen von einem ‚sicheren Leben etwa in Istanbul entsprechen nicht mehr der Realität.“ (Schluss) bj

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