80 Jahre Sozialpartnerschaft: Seniorenrat fordert Mitbestimmung auf Augenhöhe

Korosec und Gerstorfer: „Wer Zukunft gemeinsam gestalten will, muss auch die ältere Generation gleichberechtigt an den Tisch holen“

Anlässlich von 80 Jahren österreichischer Sozialpartnerschaft würdigt der Österreichische Seniorenrat deren Beitrag zu sozialem Frieden, wirtschaftlicher Stabilität und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Zugleich fordern die Präsidentinnen Ingrid Korosec (Österreichischer Seniorenbund) und Birgit Gerstorfer (Pensionistenverband Österreichs), den Seniorenrat als gleichberechtigten Sozialpartner anzuerkennen.

„Die Sozialpartnerschaft ist eine große Erfolgsgeschichte Österreichs. Wer Zukunft gestalten will, muss sich aber auch mit der Gesellschaft weiterentwickeln. Die ältere Generation ist ein wesentlicher Teil dieser Gesellschaft – sie darf nicht nur angehört werden, sondern muss mitentscheiden können“, erklären Korosec und Gerstorfer.

Der Österreichische Seniorenrat vertritt rund 2,5 Millionen Seniorinnen und Senioren. Seine Stellung ist innerhalb der Sozialpartnerschaft jedoch bis heute nicht jener der klassischen Sozialpartner gleichgestellt. Der Seniorenrat fordert daher eine Novellierung des Bundes-Seniorengesetzes: Darin soll ausdrücklich festgehalten werden, dass er Sozialpartner der österreichischen Seniorinnen und Senioren ist und den gesetzlichen Interessenvertretungen gleichgestellt wird.

„Es passt nicht zusammen, den demografischen Wandel als große Herausforderung zu benennen und die gesetzlich legitimierte Vertretung der älteren Generation bei zentralen gesellschafts- und sozialpolitischen Entscheidungen nicht gleichberechtigt einzubinden“, betont Korosec. „Nicht über ältere Menschen entscheiden, sondern mit ihnen.“

Gerstorfer unterstreicht: „Echte Sozialpartnerschaft bedeutet echte Mitbestimmung. Wer Verantwortung trägt und von politischen Entscheidungen unmittelbar betroffen ist, muss Sitz, Stimme und verbindliche Beteiligungsrechte haben. Aus Mitsprache muss Mitbestimmung werden.“

Der Seniorenrat fordert insbesondere:

* die volle Anerkennung als gleichberechtigter Sozialpartner,
* die verpflichtende frühzeitige Einbindung bei Vorhaben, die ältere Menschen wesentlich betreffen,
* Mitbestimmungs- und Stimmrechte in relevanten Organen der Sozialversicherung sowie
* die Einbindung bei Fragen des Pensionssystems, der Pflege, Gesundheit, Digitalisierung, altersgerechten Arbeit und der Bekämpfung von Altersdiskriminierung.

„80 Jahre Sozialpartnerschaft zeigen, was möglich ist, wenn unterschiedliche Interessen gemeinsam Lösungen erarbeiten. Dieses Erfolgsmodell muss alle Generationen einbinden“, so Korosec und Gerstorfer abschließend.

Österreichischer Seniorenrat
Mag. Wolfgang Braumandl
Telefon: +43 1 8923465
E-Mail: kontakt@seniorenrat.at

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