Jagd Österreich: Wildunfälle sind nicht „halb so wild“
Rund 75.000 Wildunfälle jährlich – Jagd Österreich kritisiert verharmlosende Werbebotschaft und appelliert gerade im Herbst an erhöhte Aufmerksamkeit im Straßenverkehr
Rund 75.000 Wildunfälle ereignen sich jedes Jahr in Österreich. Rund 65.000 Wildtiere werden dabei getötet. Allein 2025 wurden zudem 374 Wildunfälle mit Personenschaden registriert. Hinter diesen Zahlen stehen verletzte Menschen, erhebliche Sachschäden und zehntausende getötete oder verletzte Wildtiere.
Umso kritischer sieht Jagd Österreich eine derzeit großflächig verbreitete Werbekampagne, die mit dem Slogan „Reh umgefahren – halb so wild“ für eine Versicherung wirbt.
„Ein Wildunfall ist niemals ‚halb so wild‘. Wer selbst einmal einen Zusammenstoß mit einem Wildtier erlebt hat, weiß, welche Folgen ein solcher Unfall für Menschen und Tiere haben kann. Zehntausende Wildtiere sterben jedes Jahr auf Österreichs Straßen. Dieses Geschehen mit einem flotten Werbespruch zu verharmlosen, halten wir für unangebracht. Deshalb unterstützen wir auch die Befassung des Österreichischen Werberates mit diesem Sujet“, erklärt Landesjägermeister Anton Larcher, Präsident von Jagd Österreich.
HERBST ERHÖHT DAS RISIKO
Gerade im Herbst ist besondere Aufmerksamkeit geboten. Viele Wildtiere sind vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung aktiv und wechseln zwischen ihren Ruhe-, Äsungs- und Einstandsgebieten. Dabei müssen sie immer wieder Straßen queren. Jagd Österreich und die Landesjagdverbände appellieren daher an Autofahrerinnen und Autofahrer, insbesondere in bekannten Wildwechselbereichen die Geschwindigkeit anzupassen und bremsbereit zu fahren.
„Bei einem Wildunfall wirken enorme Kräfte. Deshalb geht es nicht nur um den Schutz unserer Wildtiere, sondern ganz wesentlich auch um die Sicherheit der Menschen. Weniger Geschwindigkeit und erhöhte Aufmerksamkeit können im entscheidenden Moment Leben retten“, betont Mag. Jörg Binder, Generalsekretär von Jagd Österreich.
Die österreichischen Landesjagdverbände setzen sich seit Jahren gemeinsam mit Landwirtschaft, Behörden, Polizei und Straßendiensten für die Verringerung von Wildunfällen ein. Dazu gehören unter anderem Wildwarnreflektoren und akustische Wildwarngeräte sowie weitere Präventionsmaßnahmen an besonders gefährdeten Straßenabschnitten.
NACH EINEM WILDUNFALL: ANHALTEN UND MELDEN
Kommt es dennoch zu einer Kollision mit einem Wildtier, muss der Unfall entsprechend den geltenden Bestimmungen gemeldet werden. Verletzte Tiere dürfen keinesfalls sich selbst überlassen werden. Über die Polizei kann die zuständige Jägerin bzw. der zuständige Jäger verständigt werden, damit eine fachgerechte Nachsuche veranlasst und unnötiges Tierleid möglichst rasch beendet werden kann.
Das eigenmächtige Mitnehmen eines verendeten oder verletzten Wildtieres ist zu unterlassen. „Verantwortung endet nicht mit dem Zusammenstoß. Wer einen Wildunfall verursacht, muss dafür sorgen, dass rasch Hilfe organisiert wird. Das sind wir nicht zuletzt dem verletzten Tier schuldig“, so Binder abschließend.
Jagd Österreich
Lutz Molter, Generalsekretär-Stv.
Telefon: 0660 8216932
E-Mail: lutz.molter@jagd-oesterreich.at
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