Grüner Bericht 2026 enthüllt: Niedriglohn für Bauern und immer höhere Importabhängigkeit

Der Grüne Bericht 2026 spricht von steigenden Bauerneinkommen 2025. Rechnet man das Einkommen jedoch auf eine realistische 60-Stunden-Woche um, bleiben rund 7 Euro pro Stunde.

Zum Vergleich: Selbst für einfache ungelernte Tätigkeiten liegen kollektivvertragliche Mindestlöhne meist deutlich über 11 Euro. Bauern tragen für rund 7 Euro zusätzlich das volle Risiko für Maschinen, Betriebsmittel, Wetter und Preise.

Dass bei diesem Verhältnis von Einkommen, Arbeitszeit und Risiko immer mehr Höfe aufgeben, kann niemanden überraschen.

Dabei bildet der Grüne Bericht das vergleichsweise gute Jahr 2025 ab. Nach der massiven Dürre 2026 und den unzureichenden Hilfen ist zu erwarten, dass dieser rechnerische Stundenverdienst weiter sinkt – bei einem beträchtlichen Teil der Betriebe wird nach Abzug der Kosten ÜBERHAUPT KEIN EINKOMMEN MEHR FÜR DIE GELEISTETE ARBEIT übrig bleiben.

BESONDERS BRISANT: § 1 Z 5 des Landwirtschaftsgesetzes macht ausdrücklich die Agrarpolitik verantwortlich, den in der Land- und Forstwirtschaft tätigen Menschen die TEILNAHME AM SOZIALEN UND WIRTSCHAFTLICHEN WOHLSTAND ZU ERMÖGLICHEN. Angesichts dieser Entwicklung stellt sich zunehmend die Frage, ob die Agrarpolitik diesem gesetzlichen Auftrag überhaupt noch gerecht wird.

Gleichzeitig wird Österreich bei Lebensmitteln IMMER ABHÄNGIGER VOM AUSLAND. Bei Getreide, Obst und Gemüse ist der Selbstversorgungsgrad in den vergangenen Jahren gesunken, während das Defizit im Agraraußenhandel wächst.

Wenn immer weniger Höfe wirtschaftlich überleben können, wird aus der Einkommensfrage eine Frage der Versorgungssicherheit: Wer produziert morgen noch unser Essen?

AGÖ
Manfred Muhr

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender

Kommentare sind geschlossen, aber trackbacks und Pingbacks sind offen.