Keine Salamitaktik bei der Sonntagsöffnung: Heute zehn, morgen 20 und übermorgen 30 Sonntage im Jahr arbeiten?

FCG/GPA warnt vor schleichender Ausweitung der Handelsöffnungszeiten

Die Forderung der Wirtschaftskammer nach bis zu zehn Sonntagsöffnungen im Jahr ist für die Fraktion Christlicher Gewerkschafter:innen in der Gewerkschaft GPA keine „moderate Lösung“, sondern ein Einstieg in eine schrittweise Ausweitung der Sonntagsarbeit. Heute sind es zehn Sonntage, morgen 20 und übermorgen 30 – wo soll das hinführen? „Wir kennen diese Salamitaktik: Zuerst wird eine begrenzte Ausnahme gefordert, danach kommt die nächste Ausweitung. Der freie Sonntag darf nicht Stück für Stück abgeschafft werden“, mahnt Markus Hiesberger, Bundesgeschäftsführer der FCG/GPA. Die christlichen Gewerkschafter:innen warnen davor, die Debatte nur auf die aktuell genannte Zahl von zehn Sonntagen zu reduzieren. Entscheidend sei die grundsätzliche Richtung. „Der freie Sonntag ist keine Verhandlungsmasse. Wir dürfen nicht jede einzelne Ausweitung isoliert betrachten, sondern müssen sehen, wohin die Summe dieser Schritte führt“, stellt Wolfgang Pischinger, Vorsitzender der FCG/GPA klar.

WIR WOLLEN KEINE GESELLSCHAFT, IN DER MENSCHEN RUND UM DIE UHR ARBEITEN MÜSSEN

Die Forderung nach längeren Öffnungszeiten am Samstag müsse ebenfalls in diesem Zusammenhang gesehen werden. Eine Ausweitung bis 21 Uhr würde das Wochenende für viele Handelsbeschäftigte weiter verkürzen.

„Wenn Beschäftigte am Samstag bis 21 Uhr arbeiten und zusätzlich am Sonntag im Geschäft stehen sollen, bleibt für Familie, Freunde und Erholung keine Zeit. Wir wollen keine Gesellschaft, in der Menschen rund um die Uhr arbeiten müssen, damit andere rund um die Uhr einkaufen können“, sagt Wolfgang Pischinger, Vorsitzender der FCG/GPA.

LÄNGERE ÖFFNUNGSZEITEN BEDEUTEN NICHT AUTOMATISCH MEHR KONSUM

Das Argument eines zusätzlichen Umsatzes überzeugt die FCG/GPA genauso nicht. Studien und Befragungen zeigen, dass längere Öffnungszeiten nicht automatisch mehr Konsum bedeuten. Umsätze verlagern sich einfach auf zusätzliche Öffnungszeiten. Gleichzeitig würden die Belastungen für die Beschäftigten steigen. Laut einer IFES-Befragung aus dem Jahr 2025 lehnen 75 Prozent der Österreicher:innen eine Sonntagsöffnung ab.

„Und was kommt danach? Wenn Sonntagsarbeit Schritt für Schritt normalisiert wird, stellt sich irgendwann auch die Frage nach den Zuschlägen. Das darf nicht unser Ziel sein. Der Sonntag muss frei bleiben – für die Beschäftigten und ihre Familien“, so Pischinger und Hiesberger abschließend.

FCG/GPA
Mag. Gertraud Kreiml, MA
Telefon: 0676/817111395
E-Mail: gertraud.kreiml@gpa.at
Website: https://www.fcg-gpa.at

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