FPÖ – Kolm zum Global Innovation Index 2026: „Österreich hat kein Ideenproblem, sondern ein Kapitalproblem“
„Wir sind am falschen Weg: Top 10 bei Forschungsausgaben, Rang 52 bei der Börsenkapitalisierung, bitte keinesfalls neue staatliche Lenkungsinstrumente!“
„Der Global Innovation Index 2026 bestätigt, was Österreichs Unternehmer seit Jahren erleben. Wir haben kein Ideenproblem, wir haben ein Kapitalproblem“, erklärte FPÖ-Wirtschaftssprecherin NAbg. Dr. Barbara Kolm zum Ranking, das die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) am Dienstag veröffentlicht hat. Österreich liegt darin auf Rang 18 von 139 Volkswirtschaften. Im Vorjahr war es Rang 19. „Seit 2020 pendelt Österreich zwischen Rang 17 und 19. Die WIPO selbst gibt für unsere Platzierung eine Schwankungsbreite von Rang 16 bis 19 an. Wir sehen eine jahrelange Seitwärtsbewegung“, so Kolm.
Aufschlussreich sei die Struktur des Befunds. Bei den Forschungsausgaben (3,3 Prozent des BIP) und bei der Forschung in Unternehmen liegt Österreich jeweils auf Rang 7. In der Säule „Marktentwicklung“, die unter anderem Finanzierung und Investitionen misst, reicht es dagegen nur für Rang 30. Das ist Österreichs schwächster Wert aller sieben Bereiche. Bei der Börsenkapitalisierung liegt Österreich sogar nur auf Rang 52. Bei der Zahl der Risikokapital-Finanzierungen im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung liegt es auf Rang 34. Die Zahl der Venture-Capital-Deals ist laut WIPO von 2024 auf 2025 um rund ein Viertel gesunken. Beim Wachstum der Arbeitsproduktivität landet Österreich nur noch auf Rang 97. „Hier sieht man unseren Weg zur Staatswirtschaft, die ich so vehement kritisiere. Die Kausalkette liegt schwarz auf weiß vor uns“, betont Kolm und weiter: „Wo privates Eigenkapital fehlt, bleiben gute Ideen klein. Wo Unternehmen nicht wachsen können, stagniert die Produktivität. Und wo die Produktivität stagniert, stagniert der Wohlstand. Österreich investiert viel in das Entstehen von Wissen und verbaut sich dann den Weg vom Labor in den Markt.“
Kolm warnte davor, aus dem Befund die falschen Schlüsse zu ziehen: „Wer jetzt reflexartig nach staatlichen Dachfonds und neuen Fördertöpfen ruft, verwechselt erneut Diagnose und Therapie. Risikokapital, das politisch zugeteilt wird, ist kein Risikokapital mehr. Ob ein Geschäftsmodell trägt, entscheidet nicht ein Ministerium, sondern der wettbewerbliche Marktprozess. Und zwar mit dem Geld von Menschen, die bereit sind, dafür Risiko und Verantwortung zu tragen.“
Statt neuer Lenkungsinstrumente brauche es Rahmenbedingungen, unter denen privates Kapital freiwillig in Österreich arbeitet:
* Wiedereinführung einer Behaltefrist: Wer eine Aktie über viele Jahre hält, soll den Kursgewinn nach Ablauf der Frist wieder steuerfrei realisieren können – statt dieselben 27,5 Prozent KESt zu zahlen wie ein kurzfristiger Anleger.
* Ende der steuerlichen Benachteiligung von Eigenkapital gegenüber Fremdkapital.
* Spürbare Senkung der Steuer- und Abgabenlast und wirkliche Deregulierung statt neuer Berichtspflichten.
* Entscheidungsfreiheit der Sparer statt Brüsseler Zugriffspläne auf private Ersparnisse.
„Österreichs Stärke sind seine Forscher und Unternehmer. Die Politik muss ihnen nicht vorschreiben, wohin sie gehen sollen. Sie muss ihnen den Weg frei machen. Kapital geht dorthin, wo es frei arbeiten darf“, betonte Kolm.
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