Wien: Datensicherheit hat hohen Stellenwert – Sicherheitslücke umgehend geschlossen
Ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden bei „Data Breach“
Datensicherheit hat für die Stadt Wien einen hohen Wert. Das umfasst zahlreiche Maßnahmen wie die Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeiter*innen, einen verantwortungsvollen Umgang mit Daten, klare Sicherheitsvorgaben, regelmäßige Überprüfungen sowie technische und organisatorische Schutzmaßnahmen. Der hohe Stellenwert heißt aber auch, dass im Falle eines Datenlecks alle entsprechenden Aktivitäten umgehend getätigt und die betroffenen Bürger*innen und Stellen informiert werden.
Auslöser der aktuellen Untersuchung war ein Hinweis des österreichischen Computer Emergency Response Teams (CERT.at) am 9. September 2026 auf ein Angebot in einem Onlineforum zum Kauf einer Schwachstelle in einem technischen System der Stadt Wien. Unmittelbar nach Eingang der Meldung wurden durch das WienCERT und Expert*innen der MA 01 – Wien Digital umfassende technische Analysen eingeleitet.
In enger Zusammenarbeit mit der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) konnte die Sicherheitslücke identifiziert und geschlossen werden. Es wurde festgestellt, dass ein Angreifer zwischen 3. September und 11. September 2026 über einen Webzugang auf Teile einer internen Dokumentationsplattform des Magistrats Zugriff hatte und dort gespeicherte magistratsinterne Informationen (insbesondere Testdaten, Schulungsunterlagen, Projektdokumentationen) widerrechtlich kopierte.
Wiens CIO Klemens Himpele stellte dazu klar: „Der Angreifer hatte zu keinem Zeitpunkt Kontrolle über IT-Systeme oder Benutzerkonten der Stadt Wien. Das heißt, die nunmehr bereinigte Schwachstelle ermöglichte ausschließlich den Zugriff auf bestimmte Inhalte dieser Dokumentationsplattform. Allen ermittelnden Stellen liegen aktuell keine Hinweise auf eine Veröffentlichung der Daten vor.“
Die Stadt Wien hat bereits am 10. September 2026 eine freiwillige Vorfallsmeldung gemäß NIS-Gesetz abgegeben. Am 15. September 2026 erfolgte zusätzlich die gesetzlich vorgesehene Meldung an die Datenschutzbehörde. Parallel dazu wurden umfangreiche Analysen gestartet, um die betroffenen Daten und Personen zu identifizieren.
Die Auswertungen zeigen, dass die kopierten Inhalte sowohl technische Dokumentationen als auch personenbezogene Daten umfassen. In einzelnen Bereichen können auch besondere Kategorien personenbezogener Daten im Sinne der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) betroffen sein. Darüber hinaus wurden Geschäfts- und Infrastrukturinformationen widerrechtlich kopiert, insgesamt rund 26.000 Dokumente und Seiten mit einem Datenvolumen von etwa neun Gigabyte.
„Der Schutz der Daten von Bürgerinnen und Bürgern sowie unserer Mitarbeiter*innen hat höchste Priorität. Die Stadt Wien hat unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls alle erforderlichen Maßnahmen gesetzt, um den Zugriffsweg zu schließen, den Sachverhalt aufzuklären und betroffene Personen zu informieren. Mein Dank geht auch an die ermittelnden Behörden für die reibungslose und ausgezeichnete Zusammenarbeit“, betonte CIO Himpele. Abschließend wies Himpele darauf hin, dass die Untersuchungen andauern. Die 2.885 betroffenen Bürger*innen, die 2.083 betroffenen Mitarbeiter*innen der Stadt und die 856 Auftragnehmer*innen des Magistrats werden binnen einer Woche direkt verständigt.
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