Koza/Grüne an Bundesregierung: Achselzuckendes Hinnehmen steigender Arbeitslosenzahlen muss endlich ein Ende haben
Mehr als ein Drittel aller arbeitslosen Menschen länger als ein Jahr ohne dauerhaften Job
„Das Achselzucken von Bundesregierung und Arbeitsmarktservice angesichts Monat für Monat stark steigender Arbeitslosenzahlen ist bemerkenswert – aber keineswegs im positiven Sinne“, sagt Markus Koza, Arbeits- und Sozialsprecher der Grünen.
„Jede arbeitsmarktpolitische Maßnahme dieser Bundesregierung hat dazu geführt, dass sich die Arbeitsmarktchancen von Frauen, älteren Beschäftigten und Menschen mit guter Ausbildung verschlechtern. Waren diese Schritte noch in Erwartung einer wirtschaftlichen Erholung gesetzt worden, hat nicht zuletzt der Iran-Krieg die negativen Auswirkungen von Maßnahmen wie der Einschränkung der Altersteilzeit, der de facto Abschaffung der Bildungskarenz und der massiven Einschränkung des Zuverdiensts noch verstärkt. Wenn künftig nun auch noch ältere Arbeitnehmer:innen für Betriebe teurer werden, droht sich die Negativentwicklung fortzusetzen“, warnt Koza und hält fest: „Alle sehen die Probleme am Arbeitsmarkt. Aber bislang traut sich noch niemand, die gesetzten und geplanten Maßnahmen ernsthaft zu hinterfragen und zu stoppen.“
Einen ‚Stopp‘ brauche es aber, so der Arbeits- und Sozialsprecher der Grünen: Die Arbeitslosigkeit bei Frauen ist um sechs Prozent höher als das Jahr zuvor, die von Menschen über 50 Jahren um 5,8 Prozent. Die Zahl der arbeitslosen Akademiker:innen ist um mehr als zehn Prozent gestiegen, die von Menschen mit Behinderung um 17 Prozent. Besonders dramatisch: Der Anstieg der Langzeitbeschäftigungslosigkeit ist um elf Prozent gestiegen. 34 Prozent aller arbeitslosen Menschen ist seit mehr als einem Jahr ohne dauerhafte Beschäftigung.
„Anstatt ältere Arbeitnehmer:innen für Betriebe teurer zu machen, sollte endlich ein Bonus-Malus-System eingeführt werden, das ihre Beschäftigung für Unternehmen attraktiver macht. Und statt Menschen bei individueller Weiterbildung, beruflicher Neuorientierung und Zuverdienst, um im Arbeitsmarkt zu bleiben, ständig neue Barrieren in den Weg zu legen, braucht es sinnvolle Rahmenbedingungen, die neue Chancen ermöglichen, statt sie weiter zu verbauen. Für Achselzucken ist keine Zeit – Handeln ist gefragt“, appelliert Koza an die Bundesregierung.
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