Innenminister Karner trifft Amtskollegen aus Bulgarien und Kasachstan
Außengrenzschutz und Schleppereibekämpfung im Fokus der Gespräche am Montag
Im Mittelpunkt des Treffens von Innenminister Gerhard Karner mit seinem bulgarischen Amtskollegen Ivan Demerdzhiev und dem kasachischen Innenminister Yerzhan Sadenov am 19. Oktober 2026 in Wien steht unter anderem die Zusammenarbeit beim Schutz der Außengrenzen, aber auch in der Bekämpfung der Schleppermafia.
Im Dezember 2022 legte Österreich ein Veto gegen den Beitritt Bulgariens und Rumäniens zum Schengen-Raum ein. Ausschlaggebend waren die hohen Zahlen illegaler Grenzübertritte an der bulgarisch-türkischen und rumänischen Außengrenze. Die daraus resultierenden Migrationsbewegungen hatten auch erhebliche Auswirkungen auf Österreich. Allein in der Kalenderwoche 41 des Jahres 2022 wurden an der burgenländisch-ungarischen Grenze rund 3.700 Menschen nach illegalem Grenzübertritt aufgegriffen.
BULGARIEN HAT AUSSENGRENZSCHUTZ MASSIV AUFGERÜSTET – AUFGRIFFE GEHEN GEGEN NULL
Seitdem haben Bulgarien und Rumänien ihren Außengrenzschutz weiterentwickelt und verstärkt. Bulgarien baute die Grenzschutzpolizei aus und investierte umfassend in technische Grenzschutzmaßnahmen. Die verstärkten Maßnahmen zeigen Wirkung: Schlepper verlangen mittlerweile rund 10.000 Euro pro Person für eine Schleppung über die Außengrenze. Die Zahl der Aufgriffe im Zusammenhang mit illegaler Migration an der bulgarischen EU-Außengrenze ist daraufhin stark zurückgegangen und geht gegen null.
Auch an der österreichisch-ungarischen Grenze zeigt sich ein deutlicher Rückgang der Aufgriffe. In der Kalenderwoche 41 des Jahres 2026 wurden dort lediglich zwei Personen aufgegriffen, nachdem sie die Grenze illegal überquert hatten.
„Bulgarien hat in den vergangenen Jahren den Außengrenzschutz massiv aufgerüstet. Damit wurde dieser Abschnitt der EU-Kontrollen zu einem der effektivsten und sichersten“, betonte Innenminister Gerhard Karner im Vorfeld des Treffens.
Im Zusammenhang mit dem Schengen-Beitritt Bulgariens im Jahr 2024 wurde unter anderem ein gemeinsames Polizeikontingent eingerichtet. Daran beteiligen sich Polizistinnen und Polizisten aus Bulgarien, Österreich, Rumänien, Ungarn und Griechenland. Sie unterstützen gemeinsam den Schutz der bulgarischen EU-Außengrenze. Der Umfang des Kontingents wurde in den vergangenen Monaten laufend an die Sicherheitslage angepasst und reduziert.
KASACHSTAN: GESPRÄCHE WERDEN IN WIEN FORTGESETZT
Nach Arbeitsgesprächen in Kasachstan im Mai 2026, bei denen Innenminister Gerhard Karner und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger empfangen wurden, wird der bilaterale Dialog am 19. Oktober 2026 in Wien fortgesetzt. Karner trifft dazu seinen kasachischen Amtskollegen Yerzhan Sadenov.
Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die Bekämpfung der illegalen Migration und der organisierten Kriminalität, insbesondere des Drogenhandels, sowie Maßnahmen gegen Terrorismus und Extremismus.
Bereits im Vorjahr wurde ein bilaterales Rückübernahmeabkommen ausgehandelt, das Anfang Mai 2026 in Kraft getreten ist. Dieses Abkommen ermöglicht insbesondere auch die Durchbeförderung von Personen, die in ihr Heimatland gebracht werden sollen.
Bundesministerium für Inneres
Ministerialrat Markus Haindl, BA MA
Pressesprecher des Bundesministers
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