OÖ. Volksblatt: „Verchattet“ (von Herbert SCHICHO)
Ausgabe vom 8. November 2022
Schon wieder haben sich zwei Personen verchattet. Und man kann erwarten, dass bei der Auswertung der verschiedensten konfiszierten Handys noch weitere „Überraschungen“ an die Öffentlichkeit dringen. Nach dem Schmid-Handy erweist sich nun auch das Strache-Handy als Fundgrube. Während der Inhalt auf die strafrechtliche Relevanz abgeklopft werden muss, ist ja die öffentliche Aufregung meist der Tonalität geschuldet. Da gibt es nun die einen, die sich schadenfreudig die Hände reiben und es schon immer gewusst haben. Und die anderen, die nun schlaflose Nächte verbringen, weil sie nicht mehr genau wissen, was sie wem geschrieben haben – vor allem wie flapsig die Formulierung war. Private Korrespondenz ist halt nicht für die Öffentlichkeit bestimmt und das merkt man an der Wortwahl. Ein Ende der Chatdebatten ist nicht in Sicht. Nach der Politik und der Wirtschaft sind nun die Medien dran … und dann vielleicht noch der Sport (immerhin war Strache dafür in der Regierung zuständig). Irgendwann einmal wird hoffentlich die strafrechtliche Beurteilung auf den Tisch kommen, die Vorverurteilungen sind leider schon gefasst.
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