Neues Jahr, alte Probleme: Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in Österreich weiterhin strukturell benachteiligt

Kein gleichberechtigter Zugang zu Bildung für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen

Mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2008 verpflichtete sich Österreich zur Errichtung eines inklusiven Bildungssystems, in dem alle Kinder gemeinsam lernen können. Mit der Etablierung inklusiver Modellregionen, die laut dem Nationalen Aktionsplan Behinderung 2012-2020 (NAP) bis zum Jahr 2020 flächendeckend auf ganz Österreich ausgeweitet werden sollten, war der Beginn durchaus vielversprechend.

Anlässlich des bevorstehenden Internationalen Tages der Bildung macht der Österreichische Behindertenrat auf die aktuelle Situation von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen aufmerksam. „Die UN-Behindertenrechtskonvention und damit auch die Verpflichtungen im Bereich inklusiver Bildung gelten in Österreich nun seit mehr als 17 Jahren. Gehen die Rückschritte derart weiter, sind wir bald wieder auf dem Stand von damals.“, warnt Klaus Widl, Präsident des Österreichischen Behindertenrats, eindringlich. Wirft man einen Blick auf die aktuelle Situation von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen, fällt das Fazit mehr als ernüchternd aus.

ENTWICKLUNG GEHT WIEDER VERSTÄRKT IN RICHTUNG EXKLUSION

Wie vom UN-Fachausschuss bei der letzten Staatenprüfung zur Einhaltung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2023 festgestellt wurde, legte Österreich gerade im Bereich Bildung den Rückwärtsgang ein und machte bereits Erreichtes wieder rückgängig. So wurden die INKLUSIVEN MODELLREGIONEN IM JAHR 2016 OHNE ERKENNBAREN GRUND EINGESTELLT und sind damit leider, trotz vieler sehr positiver Entwicklungen im Bereich der inklusiven Beschulung, seit mehr als zehn Jahren Geschichte.

Zwar sollen nun laut dem aktuellen Regierungsprogramm die Erkenntnisse von damals nutzbar gemacht werden, bis dato bleibt die Regierung hier aber noch konkrete Schritte schuldig. Gleichzeitig wird vielerorts der BAU NEUER SONDERSCHULEN GEPLANT und damit Aussonderung gefördert. Auch verschiebt sich der Diskurs immer mehr in Richtung HERABWÜRDIGUNG UND GEZIELTER EXKLUSION VON KINDERN UND JUGENDLICHEN MIT BEHINDERUNGEN. So wird ihnen, wie erst kürzlich in der Steiermark passiert, die Schulfähigkeit abgesprochen oder die Möglichkeit der Teilhabe am Unterricht an der Schwere der Behinderung festgemacht.

„ALLE Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen haben das Recht auf eine qualitätsvolle inklusive Bildung, unabhängig von ihrem Unterstützungsbedarf.“, unterstreicht Widl.

Österreichischer Behindertenrat
Mag. Kerstin Huber-Eibl
Telefon: 0660 92 47 236
E-Mail: k.huber-eibl@behindertenrat.at
Website: https://www.behindertenrat.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender

Kommentare sind geschlossen, aber trackbacks und Pingbacks sind offen.