Totschnig und Pernkopf informieren: Gemeinsam gegen Trockenheit – Bund und Land setzen auf Vorsorge und Investitionen

Mediengespräch zur hydrologischen Situation und Trockenheit im Land

Über die aktuelle hydrologische Situation und die Trockenheit in Niederösterreich informierten heute unter anderem Bundesminister Norbert Totschnig, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Martin Angelmaier, Leiter der Gruppe Wasser beim Amt der NÖ Landesregierung, bei einem Mediengespräch im NÖ Feuerwehr- und Sicherheitszentrum Tulln.

Bundesminister Totschnig betonte: „Wir haben einen sehr trockenen Winter erlebt und darauffolgend ein sehr trockenes Frühjahr, mit der Konsequenz, dass wir nun in den verschiedensten Lebensbereichen große Herausforderungen haben- besonders unter Druck steht zurzeit die Land- und Forstwirtschaft. In Österreich gibt es, was das Wasser betrifft, aktuell eine angespannte aber gut beherrschbare Situation. Zum Glück ist in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sehr viel in die Wasserinfrastruktur, die Vorsorge und die Bewusstseinsbildung investiert worden. Auch in Zukunft werden wir diesen Weg fortsetzen, um unsere wichtigste Lebensgrundlage für die kommenden Generationen zu sichern.“ LH-Stellvertreter Pernkopf hielt fest: „Es gibt eine angespannte, aber sichere Situation im Bereich des Trinkwassers. Die Landwirtschaft steht in mehrfacher Hinsicht massiv unter Druck, und es gibt eine extrem hohe Waldbrandgefahr.“

Im Bereich der Landwirtschaft seien Weizen, Gerste und Roggen besonders betroffen, „weil sie sich aktuell in einer entscheidenden Wachstumsphase befinden“, sagte LH-Stellvertreter Pernkopf, auch Kulturen wie Mais, Kürbis und Soja würden unter den aktuellen Bedingungen leiden. Zusätzlich komme es auch im Grünland bereits zu deutlichen Einbußen beim ersten Schnitt. Pernkopf: „Um die Situation zu entschärfen, sind sowohl kurzfristige Entlastungsmaßnahmen als auch langfristige Investitionen in die Bewässerung notwendig.“

Seit dem Jahr 2020 wurden bereits rund 42 Millionen Euro in die landwirtschaftliche Bewässerung investiert und damit etwa 400 Projekte umgesetzt. Aktuell stehen weitere 190 Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 12 Millionen Euro kurz vor der Genehmigung. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl überbetriebliche als auch einzelbetriebliche Bewässerungsinfrastrukturen, die Elektrifizierung sowie die Errichtung von Speicherteichen. Ergänzend dazu sollen ein Regionalprogramm sowie die Sicherung und Entnahme von Donauwasser die langfristige Wasserversorgung für die Landwirtschaft absichern.

Zur Waldbrandgefahr meinte Pernkopf: „Aktuell gelten in allen Bezirken Niederösterreichs entsprechende Waldbrandverordnungen. Daher gilt: Hirn einschalten im Wald! Schon der kleinste Funke kann zur großen Gefahr werden.“ Die Feuerwehren seien für den Ernstfall bestens gerüstet, doch der beste Schutz sei, wenn „Waldbrände gar nicht erst entstehen“, so Pernkopf.

Im Hinblick auf das Trinkwasser betonte der LH-Stellvertreter: „Seit 2020 wurden bereits rund 500 Millionen Euro in die Wasserversorgung investiert, wodurch 1.400 Projekte und rund 1.500 Kilometer Leitungen umgesetzt werden konnten. In der aktuellen Kommissionssitzung Wasserwirtschaft wurden zusätzlich 233 Projekte mit einem Investitionsvolumen von 94 Millionen Euro beschlossen.“ Bundesweit wurden alleine 2025 rund 898 Millionen Euro an Investitionen ausgelöst und 330 Kilometer Wasserleitungen neu errichtet.

Hinsichtlich der Zahlen, Daten und Fakten wurde beim Pressegespräch bekannt gegeben: In Niederösterreich beträgt das jährliche Wasserangebot rund 880 Millionen Kubikmeter, während der aktuelle Wasserbedarf bei etwa 326 Millionen Kubikmetern liegt. Davon entfallen 39 Prozent auf die kommunale Versorgung, 26 Prozent auf die Industrie, 17 Prozent auf die Landwirtschaft und 18 Prozent auf den Export nach Wien. „Der Wasserbedarf wird künftig auf rund 394 Millionen Kubikmeter pro Jahr steigen. Dennoch wird Niederösterreich auch in Zukunft den gesamten Trinkwasserbedarf aus Grundwasser decken können“, meinte Martin Angelmaier, Leiter der Gruppe Wasser beim Amt der NÖ Landesregierung, der auch betonte: „Dafür sind allerdings gezielte Investitionen in den Ausbau der überregionalen Versorgung notwendig, etwa in Transportleitungen ins Marchfeld bzw. nach Bruck an der Leitha mit rund 15 Millionen Euro oder von Krems ins Waldviertel mit rund 50 Millionen Euro sowie in die Erweiterung von Brunnenfeldern und Naturfilteranlagen.“

Weitere Informationen: DI Jürgen Maier, Pressesprecher LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf, Telefon +43 2742 9005-12704, Mobiltelefon +43 676 812 15283, E-Mail lhstv.pernkopf@noel.gv.at

Amt der NÖ Landesregierung, Landesamtsdirektion/Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Ing. Johannes Seiter
Telefon: 02742/9005-12174
E-Mail: presse@noel.gv.at

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