5. KV-Runde der Chemieindustrie: Arbeitgeber kritisieren Inszenierung und Scheinverhandlungen der Gewerkschaften
Aktionismus gefährdet Arbeitsplätze
Die fünfte Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag der chemischen Industrie ist erneut ohne Einigung zu Ende gegangen. Für die Arbeitgeberseite steht dabei die langfristige Sicherung von Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätzen im Vordergrund. Hohe Energiepreise, steigende Arbeitskosten, schwache Nachfrage und mehr als 600 verlorene Arbeitsplätze allein im vierten Quartal 2025 zeigen, wie ernst die Lage der chemischen Industrie ist. Dessen ungeachtet organisieren die Gewerkschaften öffentliche Kundgebungen während zeitlich parallellaufender Verhandlungen. Dies erweckt den Eindruck, dass die Gewerkschaften anstelle konstruktiver Gespräche nur Scheinverhandlungen führen.
Ein Blick auf Deutschland zeigt, dass es auch anders geht und die Sozialpartner den Standort in schwierigen Zeiten absichern wollen. So lagen die kollektivvertraglichen Abschlüsse in Österreich seit 2020 kumuliert um rund 12 Prozent höher als in unserem Nachbarland und vor wenigen Wochen wurde dort für 2026 eine Nulllohnrunde vereinbart. Wächst der Kostenabstand zu unserem wichtigsten Absatzmarkt und Mitbewerber weiter, führt dies unweigerlich zu fehlenden Aufträgen und dem Verlust von noch mehr Arbeitsplätzen. „Das globale Wettbewerbsumfeld hat sich massiv verändert. Die Benya-Formel aus den 1970er-Jahren ist definitiv nicht die Lösung für die Herausforderungen der Wirtschaft 2026, auch wenn das manche nicht sehen wollen“, betont Arbeitgeber-Verhandlungsführer Ernst Gruber.
„Es geht in diesen Verhandlungen nicht um Emotionen oder öffentliche Inszenierungen, sondern um wirtschaftliche Fakten, die nicht widerlegbar sind“, stellt Gruber klar. „Wenn sich Österreich im internationalen Wettbewerb immer weiter verteuert, verlieren wir Schritt für Schritt Aufträge, Investitionen und industrielle Wertschöpfung.“ Die Arbeitgeberseite sieht die zunehmende Eskalation rund um die laufenden Verhandlungen kritisch. Öffentliche Kundgebungen und Machtspiele am Rücken der ArbeitnehmerInnen würden nichts daran ändern, dass sich die Unternehmen in einem massiv angespannten Wettbewerbsumfeld befinden.
„Respekt zeigt sich nicht in immer schärferen Tönen, sondern in der Bereitschaft, Verantwortung für den Standort und seine Beschäftigten zu übernehmen“, so Gruber. „Am Ende zählen nicht die lautesten Schlagzeilen, sondern ob Arbeitsplätze und Produktion in Österreich gehalten werden können.“
Wenn selbst die Politik mittlerweile Handlungsbedarf bei den Arbeitskosten sieht und die Lohnnebenkosten senkt, zeigt das die Dimension des Problems. Umso wichtiger ist ein Abschluss, der hier nicht wieder gegensteuert und den Standort zusätzlich belastet.
„Wir verhandeln nicht gegen die Beschäftigten, sondern für die Zukunft ihrer Arbeitsplätze. Genau deshalb können wir wirtschaftliche Fakten nicht einfach ausblenden“, so Gruber abschließend.
Die Verhandlungen werden je nach zeitlicher Verfügbarkeit der Arbeitnehmervertreter entweder am 21. Mai oder am 2. Juni fortgesetzt.
FCIO – Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs
Johanna Reber, MA
Telefon: 05909003372
E-Mail: reber@fcio.at
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