ORF-Doku-Premiere „Essen als Religion – Vom Zwang, sich gesund zu ernähren“
Film über das moderne Essverhalten und Dacapo für „Wolfgang“ am 19. August in ORF 1 und auf ORF ON
Strenge Regeln, kalorienbewusste Kost, Diätprinzipien und extremes Training: „Vom Zwang, sich gesund zu ernähren“, von dessen Beweggründen und schwerwiegenden Folgen erzählt die Doku „Essen als Religion“ am Mittwoch, dem 19. August 2026, um 20.15 Uhr in ORF 1 und auf ORF ON. Der von Eva Schultes inszenierte Film taucht ein in die Welt moderner Ernährungsüberzeugungen und offenbart, wie Essverhalten heute Identität, Zugehörigkeit und moralische Orientierung stiftet, ähnlich wie es die Religion früher getan hat. Oscar-Koch Wolfgang Puck steht im Mittelpunkt der anschließenden Doku (21.20 Uhr): In „Wolfgang“ gewährt Regisseur David Gelb Einblicke in die unglaubliche und emotionale Lebensgeschichte des aus Kärnten stammenden Hollywood-Starkochs.
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Für immer mehr Menschen ist Ernährung längst mehr als Essen – sie wird zum Ausdruck von Identität, Moral und Selbstoptimierung. Die Dokumentation begleitet ihre Protagonistinnen und Protagonisten hautnah und zeigt, wie Essensregeln zu festen Ritualen, Verboten und stillen Glaubenssätzen werden können. Was als harmloser Wunsch nach Gesundheit beginnt, entwickelt sich für manche zu einer strikten Ordnung, die Halt geben soll – und am Ende doch ins Wanken gerät.
Im Zentrum stehen Menschen, deren Leben vollständig unter dem Einfluss ihrer Ernährungsphilosophie steht. Der bekannte Veganismus-Influencer Niko Rittenau und seine Partnerin Katharina leben kompromisslos pflanzlich – bis Katharina schwer erkrankt und ihr gemeinsames Fundament zu bröckeln beginnt. Für Niko, der für viele als moralische Instanz gilt, wird der Verlust seiner Gewissheiten zu einer existenziellen Prüfung.
Die Zwillinge und Influencerinnen Anabel und Maria treiben sich jahrelang zu einem perfekten Körper an: Kalorienzählen als ständige Kontrollinstanz, Proteinregeln wie Gebote, tägliches Training am Limit. Doch dann kapitulieren ihre Körper – und damit auch ihr Weltbild. Heute versuchen sie, ein normales Essverhalten zurückzuerobern, während sie anderen als Coaches helfen. Aber die Gefahr, wieder in alte Muster zu abzugleiten, ist allgegenwärtig.
Der Journalist Nils Binnberg rutscht über Low Carb in eine Orthorexie: Jede Mahlzeit wird zur Prüfung, jedes Lebensmittel zu einer Frage von Reinheit oder Schuld. Sein Leben schrumpft auf einen Katalog von Regeln, bis er erkennt, dass er eine Essstörung entwickelt hat. Nun kämpft er Schritt für Schritt darum, Essen wieder ohne Angst zuzulassen.
Der Film taucht ein in die Welt moderner Ernährungsüberzeugungen und offenbart, wie Essverhalten heute Identität, Zugehörigkeit und moralische Orientierung stiftet, ähnlich wie Religion früher. Eine spannende Reise zu Menschen, die im Essen Sinn suchen und dabei riskieren, sich selbst aus den Augen zu verlieren.
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