Weiterhin Fernwärme-Rabatte trotz massiv gestiegener Gaspreise
30% Arbeitspreis-Rabatt in der kommenden Heizperiode – Vereinfachung von Teilbeträgen – 770 Millionen Euro Entlastungspakete seit 2022
Im Oktober startet die Fernwärmeabrechnung in Wien. Trotz massiv gestiegener Gaspreise setzt Wien Energie auch in der Heizperiode 2026/2027 Rabatte für ihre Fernwärme-Kund*innen im Preisbescheid um. Seit Beginn des Irankriegs Anfang 2026 sind die Gaspreise in Europa deutlich gestiegen, der Österreichische Gaspreisindex (ÖGPI) ist bis August 2026 gegenüber dem Vorjahr um rund 40 % gestiegen. Das wirkt sich auch auf die Wiener Fernwärme aus, weil diese noch zu gut der Hälfte mit Gas betrieben wird. Wien Energie hat einen klaren Plan zum Ausstieg aus Gas. Dazu werden sowohl der Ausbau als auch die Dekarbonisierung der Fernwärme weiter vorangetrieben. Eine entscheidende Rolle spielen dabei die Geothermie, Großwärmepumpen und die Nutzung von Abwärme. Trotz massiv gestiegener Gaspreise gewährt die Wien Energie einen Rabatt von 30 Prozent auf den Arbeitspreis und nimmt dafür rund 70 Millionen Euro in die Hand.
Für eine durchschnittliche Musterwohnung mit 73 Quadratmeter Wohnfläche und 6.000 Kilowattstunden Verbrauch bedeutet das gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung der Gesamtkosten um sechs Prozent oder von durchschnittlich rund 4,60 Euro pro Monat. Die tatsächlichen Kosten sind abhängig vom individuellen Verbrauch und den Teilbeträgen.
10 STATT 6: TEILBETRAGSVORSCHREIBUNGEN WERDEN VEREINFACHT
Mit der kommenden Heizperiode stellt Wien Energie die Wärme-Teilbeträge auf ein neues, übersichtlicheres Modell um. Künftig zahlen Kund*innen 10 gleiche monatliche Teilbeträge pro Abrechnungsperiode statt wie bisher 6 zweimonatliche Teilbeträge. Dadurch verteilen sich die Kosten besser auf kleinere, gut planbare Beträge. Diese Umstellung erfolgt automatisch, die Kund*innen wurden darüber per Schreiben informiert. Die Vorschreibung der neuen Teilbeträge kommt mit der Jahresabrechnung für die vergangene Heizperiode. Diese werden ab Mitte Oktober versendet.
ÜBER 770 MILLIONEN EURO ENTLASTUNGSPAKETE SEIT 2022
Wien Energie hat im Zuge der Energiepreiskrisen mehrere Pakete geschnürt, um die Folgen der Preisausschläge für die Kund*innen abzufedern. Von 2022 bis 2026 summieren sich diese auf ein Volumen von mehr als 770 Millionen Euro. Für Menschen in besonders schwierigen finanziellen Lagen hat Wien Energie insgesamt 22 Millionen Euro in Form von Energiegutscheinen an Sozialreinrichtungen ausgegeben, davon steht für die nächsten Jahre noch ein Kontingent von 10 Millionen Euro zur Verfügung. Zu den teilnehmenden sozialen Organisationen zählen unter anderem Caritas, Rotes Kreuz, Volkshilfe, Wiener Hilfswerk und Licht ins Dunkel. Sie geben die Energiegutscheine direkt an ihre Klient*innen zur Begleichung von offenen Rechnungen und laufenden Kosten aus.
FERNWÄRME SETZT AUF REGIONALE RESSOURCEN
Die Fernwärme wird in Wien bereits seit den 1960er Jahren ausgebaut. Inzwischen versorgt das System mehr als 480.000 Wohnungen mit Heizung und Warmwasser. Ein Teil der Aufbringung erfolgt mit der Müllverbrennung. Wien Energie baut die Produktion erneuerbarer Wärme Schritt für Schritt aus und nutzt etwa Abwärme, Großwärmepumpen und Biomasse. Etwa die Hälfte der Fernwärme-Aufbringung stammt bisher aus gasbetriebenen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, die Strom und Wärme produzieren.
Die Fernwärme spielt eine wichtige Rolle bei der Dekarbonisierung der Stadt. Bis 2040 soll ihr Anteil am gesamten Wärmebedarf von gut 40 auf 56 Prozent steigen. Um mehr Kund*innen versorgen zu können und gleichzeitig Schritt für Schritt von fossilen Energieträgern unabhängig zu werden, muss die Erneuerbaren-Wärmeproduktion massiv ausgebaut werden. Dafür setzt Wien Energie seit Jahren wichtige Schritte. Das größte Zukunftspotential liegt in der Nutzung der Tiefengeothermie, also der Wärme aus dem Erdinneren unter Wien. Dafür errichtet Wien Energie aktuell gemeinsam mit der OMV die erste Anlage in der Seestadt Aspern. Sie soll ab 2029 25.000 durchschnittliche Haushalte mit regional verfügbarer erneuerbarer Wärme versorgen. Bis 2040 wollen Wien Energie und OMV bis zu sieben Tiefengeothermie-Anlagen umsetzen, die dann umgerechnet 200.000 Wiener Haushalte versorgen können. Auch Großwärmepumpen bieten großes Potential: Die neue Großwärmepumpe bei der Spittelau ist die drittgrößte im Portfolio von Wien Energie mit einem Versorgungsgrad von 16.000 Haushalten. Eine Großwärmepumpe beim Kraftwerk Simmering deckt seit 2019 den Bedarf von 25.000 Haushalten, die Großwärmepumpe bei der Kläranlage ebswien beliefert 56.000 Haushalte.
Zusammengerechnet können die drei Großwärmepumpen so viel Wärme produzieren, wie es dem Bedarf von rund 100.000 durchschnittlichen Wiener Haushalten entspricht. Wien Energie investiert in den kommenden Jahren etwa eine Milliarde Euro in den Ausbau und die Dekarbonisierung der Fernwärme. Zusätzlich investiert Wien Energie 1,7 Milliarden Euro in den Ausbau von Sonnen-, Wind- und Wasserkraft. Mit dem Ausbau von erneuerbarem Strom und erneuerbarer Wärme baut Wien Energie ein Energiesystem auf, das zunehmend auf regionalen und erneuerbaren Quellen basiert. Damit wird die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten reduziert und es sinkt der Einfluss von Preisschwankungen an den internationalen Energiemärkten.
FERNWÄRME-PREISE IN WIEN GEHÖREN ZU DEN GÜNSTIGSTEN
Der Preisbescheid in Wien liegt seit Jahren unter den günstigsten Fernwärme-Tarifen in Österreich. Der heurige Anstieg der Kosten um sechs Prozent in Wien ist angesichts der gestiegenen Energie-Großhandelspreise eine branchenübliche Entwicklung, wie sie etwa auch in Oberösterreich erfolgt ist.
Im Vergleich der Gesamtkosten ist der Preisbescheid für Kund*innen zudem günstiger als mit Gas beheizte Wohnungen. Bei diesen müssen zusätzlich zu den Kosten für den Brennstoff auch Thermenwartung und Betriebskosten berücksichtigt werden, die bei der Fernwärme entfallen.
Wien Energie
Clara Kaindel
Unternehmenssprecherin Wien Energie
Telefon: +43 664 8848 2792
E-Mail: clara.kaindel@wienenergie.at
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