Wenn Fisch, dann nachhaltig – nicht nur in der Fastenzeit

Berlin (ots) – Schon seit dem vierten Jahrhundert wird die Fastenzeit zelebriert – und Fisch ist dabei traditionell eine sehr beliebte Fastenspeise. Kampagnen-Organisationen nutzen derartige Feiertage regelmäßig, um die hiesigen Verbraucher dazu aufzufordern, möglichst keinen Meeresfisch zu konsumieren. Solche extremen Positionen sind zur Sensibilisierung für ein wichtiges Thema wie die globale Überfischung durchaus legitim, die praktische Umsetzung leider oft unrealistisch.

Fischverzehr für die Welternährung unabdingbar

Die Situation der Meere und ihrer Nutzung ist sehr komplex und vielschichtig, einfache Lösungen gibt es hier nicht. Der Ansatz „esst einfach keinen Fisch mehr“ greift zu kurz und wird der Sache auch nicht gerecht. Zum einen will nicht jeder diesen Weg gehen, und zum anderen haben viele Menschen gar nicht die Wahl, ob sie Fisch essen oder sich lieber vegetarisch oder vegan ernähren wollen: Millionen von Menschen sind zur Deckung ihres Proteinbedarfs schlicht auf Fisch und Meeresfrüchte angewiesen.

Zugleich sichern Fischerei und Aquakultur das Einkommen von rund 800 Millionen Bewohnern dieses Planeten. Für die Welternährung sind Fische und Meeresfrüchte zweifellos ein notwendiger Baustein. Und in Hinblick auf eine wachsende Weltbevölkerung sogar ein immer wichtiger werdender Bestandteil.

MSC im Kampf gegen Überfischung

Dem gegenüber steht das Problem der Überfischung der Meere. Ein Problem, dem der Marine Stewardship Council (MSC) seit 25 Jahren mit messbarer Wirkung begegnet: Gesetze, Verordnungen und Kontrollen reichen zurzeit bedauerlicherweise längst nicht aus, um die Überfischung der Meere aufzuhalten und eine nachhaltige Fischerei zu fördern. Die gemeinnützige Organisation MSC setzt mit ihrem Siegel auf einen marktbasierten Ansatz, auf motivierte, informierte KonsumentInnen und engagierte Unternehmen.

Ist das MSC-Siegel ein Verkaufsförderer?

Kritische Organisationen sehen in Siegeln wie den MSC oft nur Verkaufsförderer, die keine effektive Verbesserung für die Umwelt bringen. Das lässt sich einfach mit Zahlen widerlegen. Der MSC-Anteil am verkauften Wildfischvolumen im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel liegt aktuell bei 49 Prozent – und ist tatsächlich in den letzten Jahren gesunken (von 62 % im Jahr 2018/19 auf 51 % in 2019/20 zu 49 % in 2020/21), so ein Ergebnis einer ausführlichen Markterhebung im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel.

Auch wenn KonsumentInnen hierzulande den Eindruck gewinnen können, das MSC-Siegel sei auf fast allen Fischprodukten zu finden, sieht die globale Realität anders aus, denn bislang sind nur 14 Prozent der globalen Fangmenge MSC-zertifiziert. Dennoch sind die erreichten Verbesserungen eindrucksvoll: Seit der Gründung des MSC haben MSC-zertifizierte Fischereien rund 2000 messbare Verbesserungen in unseren Meeren bewirkt: Schutz von Seevögeln und sensiblen Lebensräumen, weniger Beifang, mehr Forschung, mehr Schutzgebiete, bessere Kontrollen und effektiveres Fischereimanagement.

Bewusst und nachhaltig konsumieren

Wir können das Potenzial der Ozeane nutzen, um Milliarden von Menschen zu versorgen und gleichzeitig die Meere und ihre Artenvielfalt schützen. Wie? In den reichen Industrienationen sollten wir Fisch nicht als tägliche Nahrung, sondern als Delikatesse begreifen – auch in der Fastenzeit. Und wenn wir Fisch essen, dann aus zertifiziert nachhaltiger Herkunft.

Über den MSC

Der Marine Stewardship Council (MSC) ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die sich weltweit für den Erhalt der Fischbestände einsetzt. Mit seinem Zertifizierungsprogramm ermöglicht der MSC den Schutz und die nachhaltige Nutzung der wertvollen Ressource Fisch.

Der MSC ist weltweit anerkannt als das strengste Programm zur Zertifizierung nachhaltiger Fischerei. Alle anerkannten Institutionen, die im Labelbereich Orientierung liefern und Regeln für glaubwürdige Siegel entwickelt haben, bestätigen die Glaubwürdigkeit und die Effektivität des MSC.

Der MSC ist weltweit das einzige Zertifizierungsprogramm für nachhaltige Fischerei, das sowohl die „Best Practice“ Anforderungen für glaubwürdige Kennzeichnungsprogramme der Welternährungsorganisation (FAO) und zusätzlich die der Global Sustainable Seafood Initiative (GSSI) und der Internationalen Allianz für Soziale und Ökologische Akkreditierung und Kennzeichnung (ISEAL) erfüllt.

Die Anforderungen, die Fischereien für eine MSC-Zertifizierung erfüllen müssen, wurden von über 200 Experten weltweit entwickelt und entsprechen einem breiten wissenschaftlichen Konsens darüber, was nachhaltige Fischerei beinhalten muss.

Gerlinde Geltinger, Pressesprecherin Deutschland, Österreich,
Schweiz.
Tel: +49/(0)30/609855280, Email: gerlinde.geltinger@msc.org

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