GLOBAL 2000: Erneuerbaren-Ausbaugesetz ist Initialzündung für Energiewende in Österreich
Start einer Mitmachbewegung, Sicherstellung der Naturverträglichkeit und neue Energiesparoffensive sind nächste Aufgaben
Wien (OTS) – Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 begrüßt die Einigung zum Erneuerbaren-Ausbaugesetz zwischen ÖVP, SPÖ und Grünen:
„Seit Jahren drängen wir auf eine gesetzliche Grundlage für den naturverträglichen Ökostromausbau. Wir begrüßen die Einigung zum Erneuerbaren-Ausbaugesetz als Initialzündung für die Energiewende in Österreich. Das ist ein wichtiger Schritt zur Klimaneutralität bis 2040 und der Anfang vom Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle. Der Start einer Mitmachbewegung, die Sicherstellung der Naturverträglichkeit des Ausbaus und eine Energiesparoffensive sind jetzt die nächsten erforderlichen Schritte“, so Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.
Das Gesetz soll eine 100 Prozent erneuerbare Stromversorgung bis 2030 ermöglichen. Laut Regierungsangaben ist eine Einsparwirkung von rund 9 Mio. t CO2 damit verbunden. Das entspricht mehr als 10 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen Österreichs von rund 80 Mio. t CO2 (2019). Wichtig ist für GLOBAL 2000, dass die BürgerInnen im Mittelpunkt der Energiewende stehen werden, dafür braucht es den Start einer Mitmachbewegung. Mit den Erneuerbaren-Energie-Gemeinschaften kann nun ein wesentlicher Schritt in diese Richtung gemacht werden und BürgerInnen können ihre selbst produzierte Energie mit Gleichgesinnten teilen. Ausständig ist noch die in der Erneuerbaren-Energie-Richtlinie geforderte Prüfung aller Hürden und Hindernisse, damit ein möglichst einfacher Zugang zu Erneuerbaren-Energie-Gemeinschaften gewährleistet wird. Diese sollte rasch nachgeliefert werden, damit Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften zu einem Erfolgsmodell werden können.
Naturverträglichkeit des Ausbaus sicherstellen
Geplant ist ein Ausbau von erneuerbaren Energien wie Windenergie, Wasserkraft, Sonnenenergie, Biomasse und Biogas von in Summe 27 TWh, wobei die Schwerpunkte bei Windenergie und Sonnenenergie liegen. Zum Vergleich: Derzeit produziert Österreich etwa 55 TWh an erneuerbaren Energien. Dieser massive Ausbau in weniger als zehn Jahren macht deutlich, dass klare Zonierungen (Eignungs- und Ausschlussflächen) und strenge Naturschutzprüfungen unerlässlich sind, damit die Naturverträglichkeit gewährleistet wird. Hier sieht GLOBAL 2000 neben der Bundesregierung auch die Bundesländer und Netzbetreiber gefordert, entsprechende Schritte zu setzen. Eine klare Priorisierung von Sonnenenergie auf Dachflächen ist gefordert. Werden etwa Freiflächen-PV-Anlagen errichtet, braucht es klare Kriterien und ein Monitoring. Mit den aktuellen Bestimmungen im Gesetz selbst, kann ein naturverträglicher Ausbau noch nicht gewährleistet werden.
18 Prozent des derzeitigen Strombedarfs einsparbar
Neben dem naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien, braucht es weiters die Nutzung aller vorhandenen Einsparpotenziale. GLOBAL 2000 erwartet als nächsten Schritt von der Bundesregierung den Start einer neuen Energiesparoffensive mit einem runderneuerten Energieeffizienzgesetz im Mittelpunkt. In einer [Analyse]
(https://www.global2000.at/sites/global/files/Hintergrundpapier_Energ
iegesetz.pdf) hat die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 ein Einsparpotenzial von 13 TWh in den nächsten 10 Jahren ermittelt. Das entspricht 18 Prozent des derzeitigen Inlandsstromverbrauchs von 72 TWh (2019). Der Austausch veralteter Industriemotoren, das Achten auf effiziente Haushaltsgeräte und Beleuchtung sowie der Tausch ineffizienter Stromheizungen stellen die größten Einsparmöglichkeiten dar: „Am umweltfreundlichsten ist die Energie, die nicht verbraucht wird. Es ist absolut wichtig, den naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energie durch eine mindestens ebenso starke Energiesparoffensive zu ergänzen. Ein neuer Wirtschaftszweig soll entstehen, der auf die Realisierung von Energieeinsparmöglichkeiten ausgerichtet ist. Nur so können wir uns in eine klimafreundliche Zukunft bewegen und Öl, Gas und Kohle hinter uns lassen“, so Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher abschließend.
Viktoria Auer, Pressesprecherin GLOBAL 2000, viktoria.auer@global2000.at, 0699 14 2000 82
Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher GLOBAL 2000, johannes.wahlmüller@global2000.at, 0699 14 2000 41
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