AK für klare Kennzeichnung und Risikobewertung bei neuer Gentechnik

AK begrüßt die Initiative „Pickerl drauf! Neue Gentechnik im Essen kennzeichnen“ von GLOBAL 2000.

Wien (OTS) – Lebensmittelprodukte, die mit Verfahren der neuen Gentechnik hergestellt werden, unterliegen derzeit noch den strengen Regeln des EU-Gentechnikrechts. Solche Produkte sind kennzeichnungspflichtig und bedürfen einer umfassenden Risikoprüfung. Das könnte sich aber bald ändern, denn die Europäische Kommission möchte das bestehende EU-Gentechnikrecht für Verfahren der neuen Gentechnik aufweichen und vereinfachte Zulassungen ermöglichen.

Für die AK-Gentechnikexpertin Iris Strutzmann wäre das aus der Sicht der Konsument:innen ein absolutes No-Go: „Damit würde die Wahlfreiheit entlang der gesamten Lebensmittelkette für Konsument:innen verloren gehen“. Sie fordert, dass „Lebens- und Futtermittel, die mit Verfahren der neuen Gentechnik hergestellt werden, als gentechnisch veränderte Produkte gekennzeichnet werden müssen. Damit Konsument:innen wählen können, was auf ihrem Teller landet.“

Die Sicherheit und Risikoabschätzung für die menschliche Gesundheit und die Umwelt sind dabei genauso wichtig. „Daher sind zur Einhaltung des Vorsorgeprinzips Lebens- und Futtermittel, auch bei allen Produkten der neuen gen¬tech¬nischen Verfahren, vor einer Marktzulassung auf Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt umfassend zu überprüfen“, so Strutzmann.

Kontrollsysteme
Das geltende europäische Gentechnikrecht gewährleistet Sicherheit und Wahlfreiheit für Konsument:innen und ist ebenso wie das Vorsorgeprinzip eine wichtige Errungenschaft der Europäischen Union und darf nicht gefährdet werden. Die in der Europäischen Union etablierten Kontrollsysteme für gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel sind gut erprobt und erlauben es, unerwartete negative Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt vor einer Marktzulassung zu bewerten und wenn nötig zu verhindern.

„Bestehende EU-Gentechnikregeln müssen daher auch zukünftig für die neuen gentechnischen Verfahren gelten“, fordert Strutzmann. Deswegen begrüßt die AK die Initiative „Pickerl drauf! Neue Gentechnik im Essen“ von GLOBAL 2000.

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