Fenninger warnt: Ende von Mutter-Kind-Pass bringt für Armutsbetroffene erhöhtes Gesundheitsrisiko

Volkshilfe fordert Ausweitung der kostenlosen Gesundheitsleistungen

„Für armutsbetroffene Schwangere birgt es ein besonders hohes Gesundheitsrisiko, die regelmäßigen Untersuchungen nicht zu haben. Das wäre grob fahrlässig, denn für viele sind diese Untersuchungen privat nicht leistbar.“, warnt Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich eindrücklich und kommentiert damit die aktuelle Diskussion um ein mögliches Ende des Mutter-Kind-Passes kritisch.  

„Gleichzeitig nehmen wir armutsbetroffenen Kindern, deren Gesundheit nachgewiesen unter der Armutslage leidet, Chancen auf ein gesundes Aufwachsen. Wir wissen aus der Forschung, dass durch ein frühes Erkennen und Behandeln von Entwicklungsverzögerungen, Sprachstörungen, aber auch mittels Monitoring von Gewichtsentwicklung und Größenwachstum, den negativen Entwicklungen gegengesteuert werden kann. Die Untersuchungen durch den Mutter-Kind-Pass sind hier von essentieller Bedeutung,“ so Fenninger weiter. Fenninger verweist in diesem Zusammenhang auf den Mangel an kassenfinanzierten Fachärzt*innen. Gerade auch im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin.  
Die Volkshilfe fordert vielmehr eine Ausweitung der gesundheitlichen Vorsorge, die für alle zugänglich sein muss, unabhängig vom Einkommen. Gefordert wird u.a. eine Ausweitung der Hebammenbetreuungsstunden, gratis Geburtsvorbereitungskurse, psychosoziale Angebote für Frauen nach der Geburt. Für Kinder und Jugendliche braucht es eine Ausweitung des Mutter-Kind-Passes bis zum 18. Lebensjahr und die Aufnahme von Mund-/Zahngesundheit in den Mutter-Kind-Pass. 

Ruth Schink
+43 676 83 402 222
ruth.schink@volkshilfe.at

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