Götze/Grüne: Müssen einen Turbo bei Frauenquote zünden

Mixed Leadership Barometer stellt Rückgang von Frauen in Aufsichtsräten von 30,4 auf 29,8 Prozent fest

„Wir müssen eine Trendumkehr bei Aufsichtsrätinnen schaffen und auf Vorstandsebene mit einer entsprechenden Quotenregelung nachziehen“, ist Elisabeth Götze, Wirtschaftssprecherin der Grünen, überzeugt. „Das Mixed Leadership Barometer zeigt klar auf, dass Österreich bei der Beteiligung von Frauen an der Geschäftsführung großer Unternehmen nicht vom Fleck kommt. Gerade einmal 17 von 188 Vorständen der österreichischen börsennotierten Unternehmen sind Frauen, obwohl wir ausreichend qualifizierte Frauen haben. Es bestätigt sich also erneut, dass wir dringenden Handlungsauftrag haben, um mehr Frauen in Führungsebenen zu bringen. Ohne Quote wird das nicht gehen“, hält Götze fest.

„Trotz des leichten Rückgangs hat sich gezeigt, dass die Quote bei den Aufsichtsratsmandaten grundsätzlich erfolgreich war. So ist der Anteil der Aufsichtsrätinnen seit Einführung der Quotenregelung sprunghaft angestiegen. Aber leider blieb der erhoffte Nebeneffekt, dass durch mehr Aufsichtsrätinnen auch mehr Vorständinnen bestellt werden, aus“, zieht Götze Resümee und nimmt darauf Bezug, dass der Aufsichtsrat als Kontrollgremium einer Aktiengesellschaft den Vorstand und damit die Geschäftsführung bestimmt.

„Der sogenannte Bottom-Up-Effekt hat sich damit nicht bewahrheitet. Trotz gut ausgebildeter Frauen gehen die Top Jobs fast ausschließlich an Männer. Diese gläserne Decke muss daher von oben gebrochen werden, wie es Deutschland erst kürzlich vorgemacht hat“, spielt Götze auf die im Regierungsprogramm festgelegte Prüfung von Maßnahmen zur Erhöhung der Frauenquote in börsennotierten Unternehmen an.

„Wir haben aus dem Nationalrat heraus das Frauenministerium beauftragt, eine Studie zur Evaluierung der Repräsentation von Frauen auf Vorstandsebene heimischer börsennotierter Unternehmen durchzuführen. Diese Ergebnisse liegen auf dem Tisch und zeigen ganz klar ungenütztes Potenzial und nachteilige Effekte für Österreichs Wirtschaft aufgrund der geringen Beteiligung von Frauen in den Vorstandsgremien. Um eine Quotenregelung umzusetzen, haben wir nun einen entsprechenden Gesetzesvorschlag an den Koalitionspartner übermittelt“, sagt Götze und verweist auf den Rückenwind durch die EU, die vor Weihnachten die ‚Women on Boards Directive‘ finalisiert hat, die zukünftig ebenfalls vermehrt Quotenregelungen in den Mitgliedstaaten vorantreiben möchte.

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