6.Urlauswoche versus Arbeitszeitverkürzung
Fritz Pöltl (FCG): „Die Möglichkeiten sollen die Sozialpartner sondieren, aber nicht politische Populisten bestimmen!“
Wien (OTS) – Der Sommer hat nicht nur hohe Temperaturen beschert, sondern leider auch zahlreichen skurrilen Ideen eine publizistische Bühne verschafft. Vom erwerbslosen Grundeinkommen bis zu einem rechtlich völlig absurden Mietpreisdeckel war alles wieder dabei, was unerfüllbar bleiben wird. Zuletzt ist einmal mehr das Thema Arbeitszeitverkürzung hochstilisiert worden.
Falscher Zeitpunkt
Fritz Pöltl, FCG-ÖAAB Fraktionsvorsitzender der AK-Wien: „Dass dies ausgerechnet zu einem Zeitpunkt erfolgt ist, zu dem die Inflationsrate schwindelnde Höhen erreicht hat, zeigt das mangelnde Verständnis mancher Politiker über die wirtschaftlichen Zusammenhänge deutlich auf.“
Eine generelle Arbeitszeitverkürzung bedeute etwa in der Produktion höhere Stückkosten und damit eine Verteuerung der Produkte. Fritz Pöltl: „Das würde der Inflation nur einen neuen Schub bringen und damit den Konsum noch weiter schwächen.
Sozialpartner
Lassen wir doch die Profis in der Arbeitswelt, die Betriebsräte und Gewerkschafter die Probleme sozialpartnerschaftlich sondieren, wo immer eine Verkürzung der Arbeitszeit möglich und vielleicht sogar sinnvoll wäre und erst dann in die Realisierung gehen.“ Schon heute gibt es Branchen, in denen es keine 40-Stunden-Woche mehr gibt, wie sie das Gesetz vorgibt. Arbeitszeiten von 38 ½ Stunden und auch 36-Stunden sind heute schon in vielen Branchen kollektivvertraglich vereinbart. Und zwar meist dort, wo die Produktivität auch entsprechend gestiegen ist. Und dann gibt es ja noch die zahlreichen Home-Office-Varianten.
Nur Wahlschlager
Fritz Pöltl: „Einige Neo-Politiker wollen nun die 32-Stunden-Woche zu einem Wahlschlager machen und nicht mehr. Die 6. Urlaubswoche hingegen sollte für alle Arbeitnehmer möglich sein, auch wenn sie nicht bei ein und derselben Firma bis zu ihrer Pensionierung arbeiten. Das wäre durchaus ein Beitrag für eine bessere Work-Life-Balance zwischen dienstlichem Engagement und den nötigen privaten Erholungsphasen. Allerdings: Dies ist bis heute nicht umgesetzt worden!“
Fraktion christlicher Gewerkschafter Wien
KR Friedrich Pöltl
FCG-Landesgeschäftsführer
Tel.: 01/5344479481
Johann Böhm Platz 1
1020 Wien
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