„kulturMontag“: Machtmissbrauch in der Kulturbranche, bezaubernde Mentalmagier, unterschätzte Komponistinnen

Paulus Manker und „Clairvoyants“ live im Studio; danach: „Frauenbilder – Gegenbilder: Die Künstlerinnen der Wiener Moderne“– am 4. März ab 22.30 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) – Der von Peter Schneeberger präsentierte „kulturMontag“ am 4. März 2024 um 22.30 Uhr in ORF 2 thematisiert u. a. den Machtmissbrauch in der Kulturbranche, der einmal mehr durch eine kürzlich veröffentlichte TV-Dokumentation diskutiert wird. Dazu nimmt der u. a. betroffene Theater- und Filmregisseur Paulus Manker im Studio Stellung. Live zu Gast ist auch das unter dem Namen „Clairvoyants“ in den USA erfolgreiche und mittlerweile dort auch lebende österreichische Weltklasse-Mentalmagier-Duo Thommy Ten und Amélie van Tass, das sein jüngstes Programm dennoch in seiner Heimat Niederösterreich vorstellt. Im Studio geben sie eine Kostprobe ihres „bezaubernden“ Könnens. Anlässlich des bevorstehenden Weltfrauentags (Details zum ORF-Schwerpunkt unter presse.ORF.at) stellt das Kulturmagazin weiters geniale, aber unterschätzte Komponistinnen der Musikgeschichte in den Mittelpunkt. Anschließend steht außerdem die themenaffine Dokumentation „Frauenbilder – Gegenbilder: Die Künstlerinnen der Wiener Moderne“ (23.25 Uhr) von Barbara Weissenbeck auf dem Spielplan.

Denn sie wissen (nicht), was sie tun – Machtmissbrauch in der Kulturbranche

Seit „MeToo“ und dem Skandal rund um Harvey Weinstein ist das Thema Machtmissbrauch nicht nur im Filmbusiness ein offenes Geheimnis. Auch am Theater beschreiben Betroffene ein Klima der Angst, zeichnen das Bild einer toxischen Arbeitsatmosphäre, das von verbalen, gewalttätigen bis sexistischen Übergriffen geprägt ist. In der Film-und Theaterszene, die vom sogenannten „Geniekult“ und von der magnetischen Wirkung seiner Stars lebt, ist das Machtgefälle groß. „Gegen das Schweigen“ heißt eine neue deutsche TV-Dokumentation, die den Machtmissbrauch in der Kulturbranche thematisiert. Drei Jahre lang haben die beiden investigativen Journalistinnen Kira Gantner und Zita Zengerling recherchiert und mit mehr als 200 Betroffenen gesprochen. Auch wenn die Erlebnisse und Situationen unterschiedlicher Natur sind, scheint sich das System dahinter offenbar ähnlicher Mechanismen zu bedienen. Schwere Vorwürfe werden in der Doku u. a. auch gegen die österreichischen Regisseure Paulus Manker und Julian Pölsler erhoben. Manker, der mit seiner „Alma – A Show Biz ans Ende“ rund um den Globus Furore machte, wird eines verbal wie körperlich gewaltsamen Verhaltens von Ex-Mitarbeiterinnen und Ex-Mitarbeitern beschuldigt. Pölsler, bekannt für seine Marlen-Haushofer-Verfilmung „Die Wand“, die „Polt“-Krimis und aktuell die „Altaussee Krimis“ in ServusTV wird der anzüglichen wie sexualisierten Grenzüberschreitung beschuldigt. Der „kulturMontag“ hat mit Betroffenen gesprochen und ist der zentralen Frage der Dokumentation nachgegangen, wie viel Verantwortung Täter:innen tragen und wie viel Verantwortung bei Kolleginnen und Kollegen, Geldgebern, Produktionsfirmen, Sendern und dem Publikum liegt. Im Gespräch mit Peter Schneeberger nimmt Paulus Manker live im Studio erstmals Stellung zu den Vorwürfen.

Ein bezaubernd-zauberhaftes Duo – Die Mentalisten Thommy Ten und Amélie van Tass

Sie sind Weltmeister der Mentalmagie, schafften den zweiten Platz in der renommierten „America’s Got Talent“-Show und verzauberten unter dem Namen die „The Clairvoyants“ – die Hellseher – mit ihrem Programm „Zweifach zauberhaft“ bisher ein Millionenpublikum zwischen Las Vegas, dem Broadway und St. Pölten. In einem Atemzug werden Thommy Ten und Amélie van Tass mit David Copperfield und Siegfried & Roy, die das zauberhafte Paar für ihre Shows entdeckt hatten, genannt. Nur wenige Österreicher:innen vor ihnen haben eine derartige Bilderbuch-Karriere hingelegt. Obwohl sie ihren Lebensmittelpunkt nach Las Vegas verlegt und einander dort auch mittlerweile das Ja-Wort gegeben haben, sind sie ihrer Heimat Niederösterreich treu geblieben. So wundert es nicht, dass die Welt-Uraufführung des neuen Programms „Dreifach zauberhaft“ heute, am 1. März, in St. Pölten stattfindet. Peter Schneeberger begrüßt das Paar im Studio, spricht über ihre Anfänge bei der ORF-Show „Die große Chance“, ihre Erfolge, ihr Leben zwischen Las Vegas, Krems sowie dem Rest der Welt und stellt live im „kulturMontag“ ihr Hexen-Einmaleins auf die Probe.

Zum Weltfrauentag: Genial und unterschätzt – Komponistinnen im Fokus

Mozart, Mahler, Verdi, Strauss, Bach oder Beethoven – sie stehen auf den Spielplänen der Opern- wie Konzerthäuser in aller Welt. Ihre weiblichen Kolleginnen führen hingegen immer noch ein Schattendasein, sind doch die Programme nach wie vor männlich dominiert. Zu Unrecht findet Musikwissenschafter Arno Lücker und stellt in seinem neuen Buch 250 Komponistinnen ins Rampenlicht. Denn selbstverständlich gab es Frauen, die den tonangebenden Widrigkeiten ihrer Zeiten trotzten und Musik schrieben, allerdings blieben sie meist im Hintergrund. Zu Lebzeiten ignoriert, in der Musikgeschichte oft übersehen – und vom Musikmarkt sowieso. Sieht man von der Entdeckung Clara Schumanns oder Fanny Mendelssohns – als Ausnahmen, die die Regel bestätigen – ab, gab es eben keine Meisterinnen. Lücker, der selbst komponiert, tauchte für sein Buch tief in die Archive der Musikgeschichte und holt die Frauen in Kurzporträts vor den Vorhang. Dabei spannt er den Bogen vom byzantinischen Zeitalter bis in die Gegenwart. Der „kulturMontag“ bittet die Komponistinnen Katharina Klement und Keren Kagarlitsky zum Gespräch und geht der Frage nach, was es braucht, damit ihre bisher noch ungehörte Musik häufiger erklingt.

Zum Weltfrauentag: Doku „Frauenbilder – Gegenbilder: Die Künstlerinnen der Wiener Moderne“

Wien um 1900: Kunst und Geistesleben entfalten sich geradezu explosionsartig. Kurz vor dem Untergang der Doppelmonarchie prunkt und protzt ihre Metropole mit revolutionärer Architektur und Musik, mit Neuentdeckungen in Wissenschaft und Philosophie. Die bis heute bedeutendsten Künstler der Wiener Moderne bilden das Dreigestirn Klimt-Kokoschka-Schiele. Und die Künstlerinnen jener Jahre? Sie leisten mutige Pionierarbeit, kämpfen darum, sich zu emanzipieren – und sind doch oft zum Scheitern verurteilt, weil Männer sie boykottieren und diskriminieren. Barbara Weissenbecks Dokumentation porträtiert die zu Unrecht Vergessenen und erzählt großteils sehr persönliche Geschichten des Kampfes um Anerkennung in einer männlich dominierten Kunstwelt. Der Film skizziert ein ebenso vielschichtiges wie ambivalentes Bild der damaligen Gesellschaft.

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