Erstmals in Österreich: Herztransplantation trotz inkompatibler Blutgruppe

AM AKH WIEN UND DER MEDUNI WIEN WURDEN IN DEN VERGANGENEN 40 JAHREN INSGESAMT 1800 HERZTRANSPLANTATIONEN DURCHGEFÜHRT. EINE DAVON STELLT JEDOCH EINEN BESONDEREN MEILENSTEIN DAR: ES HANDELT SICH UM DIE ERSTE ERFOLGREICH DURCHGEFÜHRTE AB0-INKOMPATIBLE HERZTRANSPLANTATION BEI EINEM KLEINKIND IN ÖSTERREICH. DEM KNAPP EINJÄHRIGEN PATIENTEN WURDE EIN SPENDERHERZ TRANSPLANTIERT, DAS NICHT SEINER BLUTGRUPPE ENTSPRICHT. DIE UMSETZUNG DIESES HOCHKOMPLEXEN EINGRIFFS WAR NUR DANK DER JAHRELANGEN VORBEREITUNGEN, DER EXPERTISE VON ZEHN MULTIDISZIPLINÄREN TEAMS AUS AKH WIEN UND MEDUNI WIEN SOWIE DER KONTINUIERLICHEN UNTERSTÜTZUNG VON LORI WEST, DER ENTWICKLERIN DER ANGEWANDTEN TECHNOLOGIE, MÖGLICH.

Der Erfolg einer Herztransplantation mit AB0-inkompatiblem Spenderherz hängt entscheidend von einer geringen Anzahl an Antikörpern gegenüber der Blutgruppe ab, die das transplantierte Herz abstoßen könnten. Der Eingriff wurde bei einem Kleinkind unter zwei Jahren durchgeführt, da in diesem Alter nur sehr wenige Antikörper gegen andere Blutgruppen gebildet werden. Dennoch ist es notwendig, diese Antikörper sowohl während der Operation als auch in der Nachbehandlung gezielt zu entfernen um den Erfolg der Transplantation sicherzustellen. Dies gelingt mithilfe einer speziellen Filtertechnologie, die von der Kanadierin Lori West entwickelt wurde. Während der Transplantation werden die Antikörper durch den Filter in der Herz-Lungen-Maschine selektiv entfernt. Im Rahmen des stationären Aufenthalts nach der Operation werden die Antikörper laufend überwacht und bei Bedarf erneut gefiltert.

Die erfolgreiche Umsetzung dieses Verfahrens erforderte eine intensive und langjährige Vorbereitung. Über einen Zeitraum von fünf Jahren entwickelte eine Kerngruppe, bestehend aus Nina Worel (Universitätsklinik für Transfusionsmedizin und Zelltherapie), Johann Horvat (leitender Kardiotechniker und Transplantationskoordinator) und Andreas Zuckermann (Universitätsklinik für Herzchirurgie), ein detailliertes Protokoll, welches Schrittweise eingeführt wurde. Während dieser Zeit standen die Beteiligten in ständigem Austausch mit Lori West sowie der Herzchirurgie des Great Ormond Street Hospitals in London. Durch diese enge Zusammenarbeit konnten sie sowohl das notwendige Wissen als auch die Technologie erfolgreich übernehmen und anpassen.
HERAUSRAGENDE MEDIZINISCHE LEISTUNG DANK MULTIDISZIPLINÄRER KOOPERATION

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