Voglauer/Grüne: „Raus mit den verbotenen Pestiziden aus dem Gewürzregal!“
Unappetitliche Paprikapulver-Testergebnisse zeigen dringenden Handlungsbedarf
„Der Nachweis eines seit 2008 in der EU verbotenen Pestizidwirkstoffs, noch dazu zehnfach über dem Grenzwert, in einem Paprikapulver aus dem heimischen Supermarkt ist mehr als unappetitlich und sehr Besorgnis erregend“, sagt Olga Voglauer, Landwirtschaftssprecherin der Grünen, in Reaktion auf den von Greenpeace durchgeführten und heute veröffentlichten Marktcheck.
„Mindestens ebenso Besorgnis erregend ist auch, dass in allen geprüften Paprikapulver-Proben Pestizidwirkstoffe nachgewiesen wurden und in vielen davon auch noch ein ganzer Cocktail – zehn bis 19 unterschiedliche Wirkstoffe. Manche dieser Gifte sind seit Jahren wegen ihrer Gefahren für die Gesundheit in der EU verboten und finden sich trotzdem im Paprikapulver. Die Produzenten und die Supermarktketten sind dringend zum Handeln aufgerufen. Sie müssen ihre Lieferketten raschest überprüfen. Raus mit den verbotenen Pestiziden aus dem Gewürzregal!“, so Voglauer weiter.
Die Landwirtschaftssprecherin der Grünen plädiert dafür, hier strengere Regeln und Kontrollen einzusetzen: „Diese Gifte stehen mit ernsten Gesundheitsschäden in Verbindung und haben dort, wo sie eingesetzt werden, auch enorme Auswirkungen auf die Umwelt und die Tierwelt. Es nützt nichts, wenn diese Pestizide beim Anbau in der EU verboten sind und dann über Lebensmittel aus Südamerika und Asien dennoch auf unseren Tellern landen. Es braucht offensichtlich auch ein Verbot dieser Stoffe in Lebensmitteln für den europäischen Markt und entsprechende Kontrollen – Landwirtschaftsminister Totschnig und Gesundheitsministerin Schumann müssen sich auf EU-Ebene dafür stark machen.“
Nachgewiesen wurden Pestizidwirkstoffe auch in Bio-Produkten, allerdings in weitaus geringerer Zahl und Konzentration, weiß Voglauer aus dem Marktcheck der Umwelt-NGO: „Der Stichprobentest zeigt auch, dass der Griff zu Bio-Produkten jedenfalls die bessere und sicherere Wahl ist – für die eigene Gesundheit, wie für die Umwelt. Darum ist es umso wichtiger, dass sich die Hersteller, die Supermärkte und der Landwirtschaftsminister gemeinsam für eine Stärkung der Bio-Produktion in Österreich und in der EU einsetzen. Es braucht langfristig gesicherte Abnahmeverträge mit fairen Preisen für die Bäuerinnen und Bauern, klare Spielregeln und entsprechende Kontrollen entlang der Produktions- und Lieferketten.“
„Wir müssen in Österreich und in Europa offensichtlich genauer hinschauen, was in unseren Produkten und in den Supermarktregalen landet. Wo Paprikapulver draufsteht, sollte auch nur Paprikapulver drin sein, kein Cocktail aus verbotenen Pestiziden. Wir dürfen keine Gifte durch die Hintertür akzeptieren, die mit Billigimporten aus China oder Südamerika auf unsere Teller kommen“, so Voglauer.
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