vida-Hebenstreit: Rekordverdächtiger Skandal hinter Tourismus-Glitzerfassade: „Milliardengewinne auf Kosten der Allgemeinheit!“
Gewerkschaft kritisiert „Negativ-Rekorde“: Systematischer Subventionsmissbrauch, Lohn- und Sozialdumping sowie Abwälzung von Risiken
Während Wirtschaftskammer und Politik in gewohnter Manier neue Rekordzahlen bei Nächtigungen und Ankünften bejubeln, will die Gewerkschaft vida vielmehr die „Negativ-Rekorde“ in Tourismus und Gastronomie“ thematisieren. „Was uns hier als Erfolg verkauft wird, ist in Wahrheit ein System, das von massiven Fehlentwicklungen, moralischer Schieflage und fiskalischer Malversation geprägt ist“, übt Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Gewerkschaft vida, scharfe Kritik. „Hinter den Jubelmeldungen verbirgt sich eine Branche, die Rekordgewinne privatisiert, aber ihre Risiken zu 100 Prozent sozialisiert.“
MILLIARDEN-FÖRDERUNGEN OHNE GEGENLEISTUNG: DIE COFAG-BLACKBOX
Wir sehen eine beispiellose Subventionskultur. Allein über die teilweise vom VfGH sogar als verfassungswidrig eingestufte COFAG flossen Milliarden an Steuergeldern in den Sektor. „Es ist ein Skandal der Sonderklasse, dass Konzerne und Hotelketten riesige Beträge durch geschickte Standort-Splittung kassierten, während sie gleichzeitig Dividenden ausschütteten und Personal abbauten“, so Hebenstreit unter Verweis auf Fälle wie etwa die Starbucks-Kaffeehaus-Kette. Diese wurde laut der Plattform „kontrast.at“ mit 800.000 Euro unterstützt, obwohl sie im Jahr 2019 nur 2.850 Euro Steuern gezahlt habe. Der US-Konzern habe damit 280-mal so viel aus dem Steuertopf erhalten, als er in einem ganzen Jahr eingezahlt hat. „Während Beschäftigte im Tourismus jeden ihrer Euros zweimal umdrehen müssen, gilt für Konzerne offenbar das Wall Street-Gordon-Gekko-Prinzip: Gier ist gut – vor allem, wenn der Staat sie finanziert. Das nenne ich eine fette Rendite auf Kosten der Steuerzahler!“, ist Hebenstreit angesichts derartiger Summen zu Lasten der Steuerzahler:innen empört.
HALTET DEN DIEB! – MILLIONENSCHWERER SOZIALBETRUG UND MANIPULIERTE SOFTWARE
Besonders erschütternd seien auch die Funde zur Finanzkriminalität in der Branche. Von gehorteten Millionen-Schwarzgeldern auf anonymen Sparbüchern in Flachau angefangen bis hin zum großangelegten Betrug durch manipulierte Registrierkassensoftware im Jahr 2026 zeige sich hier ein tiefgreifendes Problem: „Wer Umsätze spurlos löscht und Schwarzgeld hortet, bestiehlt nicht nur den Staat, sondern untergräbt auch die Basis unseres Sozialsystems auf dem Rücken aller anderen ehrlich wirtschaftenden Betriebe“, stellt der vida-Vorsitzende fest. „Wenn Softwarehersteller und Gastronomen gemeinsame Sache machen, um Umsätze spurlos verschwinden zu lassen, dann handelt es sich nicht mehr um einige kleine Fehlern im System, sondern bereits um organisierte Kriminalität“, so Hebenstreit zu den jüngsten Enthüllungen in der Gastronomie.
ZWISCHENPARKEN BEIM AMS: ARBEITNEHMER:INNEN ALS MANÖVRIERMASSE
Ein weiteres „strukturelles Gift“ im Tourismus sei das „Zwischenparken“ von Personal beim AMS. Jedes vierte Unternehmen nutze dieses Modell bereits. Dadurch entstünden der Versichertengemeinschaft jährliche Kosten von bis zu 700 Millionen Euro. „Die Beschäftigten verlieren dadurch langfristig tausende Euros an Einkommen und werden in instabile Erwerbsbiografien gedrängt. Das AMS wird hier als verlängerte Werkbank von Personalabteilungen missbraucht“, kritisiert der vida-Vorsitzende.
Bei Kontrollen durch die Arbeitsinspektion komme es auch in dieser Branche immer wieder zu Gesetzesübertretungen. „Verstöße gegen den Arbeitnehmerschutz seien nichts anderes als mangelnde Wertschätzung gegenüber der Gesundheit und den Rechten der Beschäftigten“, so Hebenstreit. „Besonders bei Arbeitszeiten und dem Jugendschutz wird oft über alle Grenzen gegangen.“
FORDERUNG NACH STRUKTURELLEN REFORMEN
Die Gewerkschaft vida fordert ein Ende der „staatlichen Krücken“ für eine unbelehrbare Branche: „Wir brauchen ein ‚Experience Rating‘ in der Arbeitslosenversicherung für Firmen mit hoher Fluktuation und eine gnadenlose Bekämpfung der Steuerkriminalität“, verlangt Hebenstreit. „Nur wenn die Branche endlich unternehmerische Verantwortung lernt, verdient sie auch den Namen ‚Rückgrat der Wirtschaft‘.“
Gewerkschaft vida / Öffentlichkeitsarbeit
Hansjörg Miethling
Telefon: +43 664 6145 733
E-Mail: hansjoerg.miethling@vida.at
Website: https://www.vida.at
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