PRO-GE Frauen zu Equal Pension Day: Versäumnisse der Politik rächen sich für Frauen bitter
Schober fordert Reformen am Arbeitsmarkt, rasche Umsetzung der Lohntransparenzrichtlinie und Ausbau der Kinderbetreuungsangebote
Der Equal Pension Day fällt heuer auf den 9. August. Er markiert jenen Tag, an dem Männer bereits so viel Pension erhalten haben, wie Frauen erst bis zum Jahresende erhalten werden. Die Pensionslücke zwischen den Geschlechtern liegt bei 39,7 Prozent. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren hat es nur minimale Verbesserungen gegeben. „Das zeigt uns, dass die Hausaufgaben nicht ordentlich gemacht wurden. Seit Jahren erheben wir die gleichen Forderungen, die Politik hat aber zu zögerlich reagiert“, betont die Bundesvorsitzende der PRO-GE Frauen, Elfriede Schober, die weiter ausführt: „Von einer echten Gleichstellung sind wir noch immer meilenweit entfernt. Besonders im Alter rächt sich das für Frauen bitter.“
So brauche es dringend Reformen in der Arbeitswelt. Noch immer sind es überwiegend Frauen, die nicht aus dem Erwerbsleben, sondern aus dem Krankenstand oder der Arbeitslosigkeit in Pension wechseln. Schober plädiert deshalb für mehr alternsgerechte Arbeitsplätze sowie für ein Bonus-Malus-System, das jene Betriebe belohnt, die ältere Beschäftigte aufnehmen. Letzteres würde vor allem Frauen zugutekommen, denn die Arbeitslosigkeit bei Frauen ab 60 sei massiv angestiegen. Darüber hinaus müsse sich endlich auf die Umsetzung der Lohntransparenzrichtlinie geeinigt werden. „Frauen verdienen oft über Jahre weniger als ihre männlichen Kollegen, obwohl sie die gleiche Leistung erbringen. Das hat gravierende Auswirkungen auf die spätere Pension. Die Regierung muss rasch handeln, damit diese Ungerechtigkeit beseitigt werden kann“, sagt die Gewerkschafterin.
„Noch immer gibt es – vor allem in ländlichen Gebieten – einen Nachholbedarf bei den Angeboten für Kinderbetreuung. Das hindert viele Frauen daran, einer Vollzeiterwerbstätigkeit nachzugehen“, unterstreicht die PRO-GE Frauenvorsitzende. Ebenso sei die Care-Arbeit in den Familien noch immer ungleich verteilt, wie die letzte Zeitverwendungsstudie gezeigt habe. Dazu gehöre auch die Pflege naher Angehöriger. „Teilzeit sei in den meisten Fällen nicht freiwillig gewählt, sondern resultiert aus den Umständen. Damit Frauen weniger Nachteile in der Pension haben, braucht es entschiedenes Handeln. Aus ideologischen Gründen ein vorgestriges Familienbild zu propagieren, schadet nicht nur den Frauen, sondern auch der Wirtschaft, die Fachkräfte braucht“, so Schober abschließend.
PRO-GE – Öffentlichkeitsarbeit
Sabine Weinberger
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