Wirth: „Lehrlingsausbildung sichern, bevor aus dem Fachkräftemangel eine Krise wird“
Betriebe stoßen bei der Lehrlingsausbildung zunehmend an ihre Grenzen. Präsident Wirth warnt vor Kürzungen bei der Lehrstellenförderung und fordert Bekenntnis zur dualen Ausbildung
Derzeit gibt es Diskussionen, dass die Lehrstellenförderung gekürzt werden soll. Die Lehrstellenförderung ist eine staatliche Unterstützung für Betriebe, die Lehrlinge ausbilden, um einen Teil der Ausbildungs-, Personal- und Betreuungskosten abzufedern. Finanziert wird sie vom Bund – zuständig ist in Österreich das Sozialministerium.
„Unsere Betriebe bilden nicht nur Fachkräfte aus, sie übernehmen Verantwortung für junge Menschen, deren Familien und für den gesamten Wirtschaftsstandort Burgenland. Wer jetzt bei der Lehrlingsausbildung spart, spart an der Zukunft unseres Landes“, warnt Wirtschaftskammerpräsident Mst. Andreas Wirth angesichts der aktuellen Diskussion rund um die Finanzierung der Lehrstellenförderung.
Gerade kleine und mittlere Betriebe, die das Rückgrat der burgenländischen Wirtschaft bilden, geraten durch steigende Kosten massiv unter Druck. Höhere Lehrlingseinkommen, mehr bürokratischer Aufwand, hohe Energie- und Personalkosten sowie die schwache Konjunktur machen es vielen Unternehmen zunehmend schwer, weiterhin Lehrlinge auszubilden.
„Viele Betriebe wollen ausbilden – aber sie fragen sich immer öfter, ob sie sich das noch leisten können. Wenn wir diese Betriebe verlieren, verlieren wir Ausbildungsplätze direkt in den Regionen“, so Wirth.
BETRIEBE INVESTIEREN MILLIARDEN – STAAT MUSS SEINEN BEITRAG LEISTEN
Österreichs Unternehmen investieren jährlich rund drei Milliarden Euro in die Lehrlingsausbildung. Die staatliche Förderung macht davon nur einen Bruchteil aus. Gleichzeitig ist die Lehrstellenförderung seit Jahren gedeckelt, obwohl Inflation und steigende Einkommen die Kosten deutlich erhöht haben.
„Die Wirtschaft trägt bereits den Löwenanteil. Jetzt ist die Politik gefordert, endlich Planungssicherheit zu schaffen und die Budgetdeckelung aufzuheben. Kürzungen wären das völlig falsche Signal“, betont Wirth.
LEHRLINGE SICHERN ZUKUNFT IM BURGENLAND
Gerade im Burgenland ist die duale Ausbildung ein zentraler Erfolgsfaktor. Sie schafft Perspektiven für junge Menschen, hält Wertschöpfung in den Regionen und hilft, Abwanderung zu verhindern.
„Jeder Lehrling, der im Burgenland ausgebildet wird, ist ein Gewinn für unsere Betriebe und unsere Gemeinden. Wenn wir heute nicht handeln, fehlen morgen Fachkräfte im Handel, Handwerk, im Tourismus, in der Industrie und im Dienstleistungsbereich.“
KLARE FORDERUNGEN DER WIRTSCHAFTSKAMMER BURGENLAND
Die Wirtschaftskammer Burgenland fordert daher:
* eine nachhaltige und gesicherte Finanzierung der Lehrstellenförderung
* eine gezielte Entlastung kleiner und mittlerer Ausbildungsbetriebe
* mehr Berufsorientierung und Information über die Chancen der Lehre
* eine bessere Ausbildungsreife nach der Pflichtschule
* ein klares politisches Bekenntnis zur dualen Ausbildung
„JETZT HANDELN STATT SPÄTER REPARIEREN“
„Die Lehrlingsausbildung ist kein Kostenfaktor, sondern die beste Investition in unseren Standort. Wer heute spart, zahlt morgen doppelt – mit Fachkräftemangel, weniger Wachstum und verlorenen Chancen für junge Menschen“, so Wirth abschließend.
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