Schallmeiner zu Weltrotkreuztag: Dunants Vermächtnis ernst nehmen heißt auch, den Rettungsdienst endlich ins 21. Jahrhundert zu holen
Anlässlich des Weltrotkreuztags am 8. Mai erinnert Ralph Schallmeiner, Gesundheitssprecher der Grünen, daran, dass Humanität, Versorgungssicherheit und professionelle Hilfe heute mehr denn je ein modernes, leistungsfähiges Rettungswesen brauchen und damit endlich auch eine umfassende Reform des seit über 20 Jahren überholten Sanitätergesetzes.
„Henry Dunants Vermächtnis war organisierte, menschliche und verlässliche Hilfe für Menschen in Not. Diesem Anspruch muss auch unser Rettungswesen heute gerecht werden. Wer dieses Vermächtnis ernst nimmt, darf sich nicht länger an einem System festklammern, das den massiv gestiegenen Anforderungen an Sanitäter:innen nicht mehr gerecht wird. Die Realität im Rettungsdienst 2026 ist eine andere als 2002: komplexere Krankheitsbilder, mehr Einsätze, höhere Verantwortung und eine zentrale Lotsenfunktion im Gesundheitswesen. Dafür braucht es endlich zeitgemäße Ausbildung, klare Entwicklungsperspektiven und echte Professionalisierung – so, wie dies international längst üblich ist“, sagt Schallmeiner.
Schallmeiner verweist dabei auf die seit langem vorliegenden Reformvorschläge zahlreicher Expert:innen, Berufsverbände und Organisationen wie dem Bundesverband Rettungsdienst (BVRD), der ÖGARI (Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin) oder dem Samariterbund, die klar machen: Österreich braucht höhere Qualifikationsstandards, moderne modulare Ausbildungswege und mehr Entscheidungskompetenz für Sanitäter:innen – nicht Deprofessionalisierung oder ein Festhalten an überholten Minimalstandards.
„Professionalisierung und Freiwilligkeit sind kein Widerspruch. Im Gegenteil: Ein modernes System kann Ehrenamt und Freiwilligkeit weiterhin tragen, muss aber gleichzeitig anerkennen, dass Patient:innen zu Recht die bestmögliche Versorgung erwarten dürfen. Wer Sanitäter:innen als entscheidende erste Schnittstelle im Gesundheitswesen ernst nimmt, muss ihnen auch jene Ausbildung, Kompetenzen und rechtlichen Rahmenbedingungen geben, die dieser Verantwortung entsprechen“, sagt Schallmeiner.
Gerade angesichts des Drucks auf Spitäler, Primärversorgung und Notfallstrukturen sei ein modernisiertes Sanitätergesetz laut Schallmeiner längst kein Nischenthema mehr, sondern ein zentraler Baustein für eine funktionierende Gesundheitsreform.
Schallmeiner abschließend: „Es geht nicht um Besitzstandswahrung einzelner Organisationen, sondern um die Zukunft der Patient:innenversorgung. Österreich braucht endlich ein Sanitätergesetz, das Qualität, Sicherheit und Systementlastung ins Zentrum stellt. Alles andere wäre ein gesundheitspolitisches Bremsmanöver auf Kosten von Versorgung, Personal und Menschen in Not.“
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