„Dok 1: Ich krieg’ eh keine Pension“, „Familienbande – Fluch oder Segen“ in „ansichtssache“ und „XYZ – Die Generationenlüge“

Am 20. Mai ab 20.15 Uhr in ORF 1 und auf ORF ON

Das österreichische Pensionssystem stützt sich weitgehend auf den sogenannten „Generationenvertrag“, ein Vertrag, den niemand wirklich unterschrieben hat. Die derzeit Arbeitenden finanzieren die Pensionen der Älteren. Lücken werden durch Steuermittel ausgeglichen. Das System, behaupten viele Fachleute, ist mittelfristig so nicht mehr finanzierbar, denn auf weniger Arbeitende kommen immer mehr Pensionistinnen und Pensionisten. Wird der Generationenvertrag fortbestehen oder muss er durch ein anderes System ersetzt werden? Für die aktuelle „Dok 1“-Ausgabe „Ich krieg’ eh keine Pension“ am Mittwoch, dem 20. Mai 2026, um 20.15 Uhr in ORF 1 und auf ORF ON hat Hanno Settele bei Expertinnen und Experten bzw. bei Betroffenen nachgefragt.

In „ansichtssache: Familienbande – Fluch oder Segen“ (21.05 Uhr) tauchen die 64-jährige Pensionistin Verena aus Innsbruck, für die ihre Familie alles ist, und die 39-jährige Buchhändlerin Bianca aus Wien, die ganz bewusst ohne Kinder lebt, in die Welt der jeweils anderen ein.

Und um 21.55 Uhr geht Constanze Grießlers Doku „XYZ – Die Generationenlüge“ Klischees, Stereotypisierungen und Zuschreibungen auf den Grund – mit persönlichen Geschichten und wissenschaftlichen Einordnungen.

Dok 1: „Ich krieg’ eh keine Pension“

Im Jahr 2023 gab es pro Pensionist:in noch 1,7 Erwerbstätige, 2035 werden es weniger als 1,5 und 2050 weniger als 1,3 sein. Für den Generationenvertrag und den Staat ist diese Entwicklung langfristig ein Problem: Denn der Bund muss mehr Geld zuschießen, 2025 gab er schon ein Viertel seiner Mittel dafür aus. Bis 2029 soll der Anteil auf fast 30 Prozent steigen. Acht mehr oder weniger große Pensionsreformen hat es seit 2000 gegeben – mit teils drastischen Einschnitten für Pensionsbezieher:innen. Viele Österreicher:innen meinen: Die Pensionen sind nicht mehr sicher.

Auch bei Fachleuten gehen die Meinungen auseinander: Für Wolfgang Panhölzl von der Arbeiterkammer ist Österreichs System eines der besten in Europa – aber nur, wenn es gelingt, mehr Ältere im Arbeitsprozess zu halten und wenn die Wirtschaft stabil bleibt. Monika Köppl-Turyna vom EcoAustria-Institut glaubt, dass das unrealistisch ist. Der Staat müsse für eine kapitalbasierte Lösung wie in skandinavischen Ländern sorgen. Markus Knell von der Oesterreichischen Nationalbank tritt für ein radikales Umdenken ein, da er das System für prinzipiell ungerecht hält: Weil Vielverdiener viel länger leben, sollten sie auch länger arbeiten und mehr einzahlen.

ansichtssache: „Familienbande – Fluch oder Segen“ (21.05 Uhr)

Für die 64-jährige Pensionistin Verena aus Innsbruck ist ihre Familie alles. Ihre Ehe, ihre Kinder, Enkel und Eltern sind ihr heilig. Familie ist für sie ein Netz, das auffängt – im Leben und im Alter. Und sie ist ein Ort, an dem sich die Generationen stark machen, statt sich schwach zu reden. Die 39-jährige Buchhändlerin Bianca in Wien sieht das komplett anders. Sie lebt bewusst allein, ohne Kinder, Kontakt zur Verwandtschaft hat sie kaum. „Familie bedeutet für mich eine emotionale Achterbahnfahrt“, sagt sie und setzt lieber auf ihre Freunde und Freundinnen, die sie sich aussuchen kann.

Verena lebt in einem Mehrgenerationenhaus, kümmert sich – und wird selbst getragen. „Familie bedeutet Geborgenheit, dass jemand da ist und sich um jemanden kümmert– gerade im Alter“, ist sie überzeugt. Und wenn sie sagt: „Ich verstehe nicht, wie man sich gegen Kinder entscheiden kann“, trifft das Bianca ins Mark. Für Bianca hingegen müsse man sich Familie aussuchen können. Sie fordert daher: „Man muss den Generationenvertrag überdenken, der muss auch funktionieren, wenn ich keine Kinder bekommen möchte.“ Eine Woche lang tauchen die beiden in die Welt der jeweils anderen ein, gehen auf Tuchfühlung und nehmen sich kein Blatt vor den Mund. Ein zwischenmenschliches Experiment mit emotionalen Einblicken in fremde und vertraute Lebenswelten, hitzigen Schlagabtäuschen und überraschenden Wendungen.

„XYZ – Die Generationenlüge“ (21.55 Uhr

Sind Babyboomer konservative Workaholics, Millennials extrem sensibel und anspruchsvoll und die Vertreterinnen und Vertreter der Gen Z „faule“ und „verwöhnte“ Nesthocker? Generationenzuschreibungen sind allgegenwärtig – in Ratgebern, Medien und auf Social Media. Aber was steckt wirklich dahinter? Es gibt unzählige Zuschreibungen für unterschiedliche Generationen. Alle 15 Jahre entsteht – angeblich – eine neue Generation. Die Folgen sind Stereotypisierungen, sogar von einem „Generationenkampf“ ist die Rede. Doch wie berechtigt ist es, Menschen aufgrund ihres Geburtsjahres bestimmte Eigenschaften zuzuschreiben? Bestimmt das Geburtsjahr tatsächlich die Einstellung zu Liebe, Arbeit oder Konsum? Constanze Grießlers Doku hinterfragt gängige Klischees und geht der vermeintlichen „Generationenfrage“ auf den Grund.

Studien zeigen: So faul ist die Gen Z gar nicht, viele Babyboomer suchen längst nach Work-Life-Balance und die „feste“ Einteilung in Generationen ist wissenschaftlich kaum haltbar. Der Soziologe Martin Schröder bringt es auf den Punkt: Schon Sokrates klagte über die „Jugend von heute“. Auch Arbeits- und Organisationspsychologe Hannes Zacher forscht u. a. zu dem Bereich Altern im Arbeitskontext und betont: „Generationen werden erfunden. Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass Altersgrenzen mit bestimmten Charaktereigenschaften einhergehen. Es braucht eher Veränderungen am Arbeitsmarkt.“ Die Dokumentation porträtiert die Influencerin und Ex-Recruiterin „Gazelle“, die mit Humor und Erfahrung über Gen-Z-Vorurteile spricht, oder die „Omas for Future“, die zeigen, dass Klimabewusstsein keine Altersfrage ist. Auch die ehemalige Wiener Star-Ballerina Susanne Kirnbauer-Bundy, Jahrgang 1942, und Choreografin Doris Uhlich, Jahrgang 1977, zeigen mit ihrer umjubelten Performance „Come Back Again“: Zusammenarbeit über Altersgrenzen hinweg kann inspirieren – nicht spalten. „XYZ – Die Generationenlüge“ fragt: Brauchen wir wirklich diese Schubladen – oder eher mehr Neugier aufeinander?

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender

Kommentare sind geschlossen, aber trackbacks und Pingbacks sind offen.