Wandern boomt, doch Selbstüberschätzung, Weidevieh und „Alpine Divorce“ machen den Berg zum Risiko

* ALLIANZ UMFRAGE ZEIGT: DER GROSSTEIL DER ÖSTERREICHER:INNEN SCHÄTZT SICH BEIM WANDERN ALS ERFAHREN EIN UND BEREITET SICH SORGFÄLTIG AUF TOUREN VOR.
* RISIKOSITUATIONEN KOMMEN DENNOCH VOR: FAST EIN VIERTEL DER WANDERNDEN HAT SICH TROTZ UNGUTEM GEFÜHL SCHON EINMAL AN DIE GRUPPE ANGEPASST, JEDE:R SIEBTE HATTE BEREITS EINEN UNFALL.
* FREIZEITUNFÄLLE BEIM WANDERN SIND NICHT DURCH DIE GESETZLICHE UNFALLVERSICHERUNG GEDECKT.

Wandern zählt zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten in Österreich und ist längst auch bei der jüngsten Generation zum Trendsport geworden. Einer Befragung der Allianz Österreich zufolge gehen zwei Drittel der Bevölkerung (65 Prozent) zumindest einmal pro Jahr wandern, mehr als ein Fünftel (22 Prozent) unternimmt Touren im alpinen Gelände. Ebenfalls knapp ein Fünftel (18 Prozent) gehen sogar öfter als zehnmal pro Jahr wandern. Der Großteil der Wandernden schätzt sich als erfahren ein. Doch so gut auch viele vorbereitet sind: Risikosituationen am Berg sind weit verbreitet und reichen von Selbstüberschätzung über gefährliche Begegnungen mit Weidevieh und ernsthaften Konflikten in der Gruppe bis hin zu Unfällen und Verletzungen.

GUTE VORBEREITUNG – ABER MIT LÜCKEN

Die meisten Wandernden schätzen sich als erfahren ein: Vier von fünf Befragten bewerten ihre Fähigkeiten als sehr gut oder eher gut, wobei Männer (86 Prozent) deutlich selbstbewusster urteilen als Frauen (74 Prozent). Entsprechend hoch ist auch die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen: 37 Prozent trauen sich zu, eine Gruppe zu führen – bei Männern sind es 47 Prozent, bei Frauen 25 Prozent.

Bei der konkreten Tourenplanung zeigt sich ebenfalls ein solides Fundament: Je 80 Prozent prüfen vorab den Wetterbericht und kontrollieren ihre Ausrüstung. Mehr als drei Viertel (76 Prozent) wählen die Route passend zu Kondition und Erfahrung, sechs von zehn legen den Streckenverlauf im Detail fest. Bei einigen entscheidenden Sicherheitspunkten besteht jedoch noch Nachholbedarf: Nur gut die Hälfte (53 Prozent) informiert eine nicht mitreisende Person über die geplante Route.

NOTFALLVORSORGE WIRD UNTERSCHÄTZT

Das Mobiltelefon ist mit 85 Prozent das meist mitgenommene Ausrüstungsstück, doch sein Potenzial als Sicherheitsinstrument wird kaum ausgeschöpft: Nur 42 Prozent haben die Bergrettungsnummer gespeichert, und lediglich 38 Prozent teilen ihren Standort aktiv mit jemandem.

„Wandern ist ein wunderbarer Sport, aber kein risikofreier. Die Umfrage zeigt, dass zwar viele gut vorbereitet sind, doch selbst trotz bester Planung kann immer etwas passieren. Wer am Berg unterwegs ist, sollte daran denken: Die Bergrettungsnummer 140 gehört auf jedes Mobiltelefon, und es kostet nur wenige Sekunden, den eigenen Standort mit jemandem zu teilen. Im Ernstfall können genau diese Sekunden entscheidend sein“, sagt JÖRG HIPP, CHIEF PRODUCT OFFICER (CPO) DER ALLIANZ ÖSTERREICH.

UNFÄLLE UND RISIKEN: DENN ES KANN IMMER ETWAS PASSIEREN

Dass die Risiken am Berg real sind, zeigt die Umfrage deutlich: Mehr als ein Fünftel (22 Prozent) gibt an, sich selbst bereits überschätzt zu haben, etwa in Bezug auf Streckenlänge, Schwierigkeitsgrad oder die eigene Kondition. 37 Prozent sind schon in eine gefährliche Wettersituation geraten, 31 Prozent haben sich verlaufen oder die Orientierung verloren. Fast 40 Prozent mussten eine Wanderung schon einmal vorzeitig abbrechen. Fast jede:r Siebte (15 Prozent) hatte beim Wandern oder Bergsteigen bereits einen Unfall oder eine Verletzung. In knapp sieben Prozent der Fälle musste sogar die Bergrettung gerufen werden. Neben den klassischen Gefahren lauert am Berg noch ein weiteres, oft unterschätztes Risiko: Knapp 40 Prozent der Befragten haben beim Wandern schon einmal ein abgezäuntes Almgebiet durchquert – eine Situation, die mitunter gefährlich werden kann, etwa bei unerwartetem Kontakt mit Weidetieren. So haben bereits 18 Prozent eine bedrohliche Begegnung mit Kühen erlebt.

„ALPINE DIVORCE“ ZEIGT, WIE DER BERG BEZIEHUNGEN AUF DIE PROBE STELLT

Auch ein zwischenmenschliches Phänomen sorgt zunehmend für Gesprächsstoff: „Alpine Divorce“ – das Auseinanderdriften von Paaren oder Gruppen, wenn Leistungsniveau oder Risikobereitschaft nicht zusammenpassen. 11 Prozent der Befragten geben an, deshalb schon einmal einen ernsthaften Konflikt mit der Begleitperson am Berg erlebt zu haben, weitere 14 Prozent haben Ähnliches bei anderen Wandernden beobachtet. Besonders aufschlussreich ist dabei ein weiteres Ergebnis: Fast ein Viertel der Befragten hat sich am Berg schon einmal der Gruppe angepasst, obwohl man sich dabei unwohl gefühlt hat – Männer häufiger (27 Prozent) als Frauen (22 Prozent). „Was auf den ersten Blick überraschen mag, birgt in der Praxis ein ernstes Sicherheitsrisiko: Wer seine eigenen Grenzen nicht kommuniziert, gefährdet im Zweifel nicht nur sich selbst, sondern auch andere“, so HIPP. Dabei ist es gerade der soziale Aspekt – gemeinsam raus, gemeinsam erleben –, der immer mehr junge Menschen auf den Berg zieht.

WANDERN IST TRENDSPORT DER JUNGEN

Wandern und Bergsteigen sind längst keine Hobbys der älteren Generation mehr. Drei Viertel der Generation Z schnüren zumindest einmal jährlich die Wanderschuhe, fast die Hälfte (44 Prozent) der Generation Z wagt sich ins alpine Gelände. Zum Vergleich: Bei den Babyboomern wandern rund 61 Prozent, ins Hochgebirge zieht es jedoch nur noch knapp 10 Prozent der Babyboomer. Der Boom unter Jüngeren hat allerdings eine Kehrseite: Mit wachsender Begeisterung steigt vielfach auch das Risiko. Unerfahrene Wandernde unterschätzen häufiger Streckenlänge, Schwierigkeitsgrad oder die eigene Kondition, was am Berg schnell gefährlich werden kann.

KLARES OST-WEST-GEFÄLLE

Wie oft die Österreicher:innen wandern, hängt stark davon ab, wo sie leben: Die Umfrage zeichnet ein klares regionales Bild. Tirol führt dabei das Ranking an. 81 Prozent der Tiroler:innen wandern zumindest einmal im Jahr. Dahinter folgen Salzburg und Kärnten (je 75 Prozent), Oberösterreich (74 Prozent) und die Steiermark (72 Prozent). Im Vergleich dazu sind es in Wien nur 55 Prozent, in Niederösterreich sogar nur 49 Prozent. Ähnlich ausgeprägt ist das Gefälle bei der Wanderintensität: Während in Tirol 30 Prozent und in der Steiermark 23 Prozent mehr als zehnmal jährlich auf Tour gehen, sind es in Wien 14 Prozent und Niederösterreich nur 11 Prozent. Interessanterweise spiegelt die Selbsteinschätzung der eigenen Fähigkeiten diese Unterschiede nicht wider: Mit 96 Prozent schätzen Kärntner:innen ihre Erfahrung am häufigsten als sehr bis eher gut erfahren ein – noch vor den Tiroler:innen (86 Prozent) und den Wiener:innen (84 Prozent), die trotz geringerer Wanderfrequenz ihr Niveau ähnlich hoch bewerten.

GUT ZU WISSEN: WANDERUNFÄLLE SIND NICHT GESETZLICH VERSICHERT

Gerade weil Wandern und Bergsteigen als Trendsport immer mehr Menschen anzieht, steigt auch das Unfallrisiko. Was viele dabei nicht wissen: Freizeitunfälle beim Wandern sind nicht über die gesetzliche Unfallversicherung gedeckt. Bei dauerhaften Beeinträchtigungen, langen Rehabilitationsprozessen oder einer kostspieligen Hubschrauberbergung entstehen schnell erhebliche Lücken. „Wer in die Berge geht, denkt meistens an die richtige Ausrüstung, aber selten an den richtigen Versicherungsschutz. Dabei kann ein Unfall am Berg nicht nur körperlich, sondern auch finanziell einschneidende Folgen haben. Eigenverantwortung bedeutet eben auch, vorgesorgt zu haben, bevor etwas passiert“, sagt HIPP.

Die Allianz bietet mit ihrer privaten Unfallversicherung umfassenden, individuell anpassbaren Schutz von Arzt- und Operationskosten über Physiotherapie, Übernahme der Hubschrauberbergekosten und vieles mehr bis zur Alltagsunterstützung durch die Allianz Unfall-Assistance. Bei bleibenden Beeinträchtigungen infolge eines Unfalls erhalten Versicherte eine einmalige Kapitalleistung oder eine monatliche Rente – Versicherungsschutz besteht das ganze Jahr über rund um die Uhr, nicht nur während der Bergsaison beim Wandern .

ÜBER DIE UMFRAGE

Marketagent hat im Auftrag der Allianz Österreich im Zeitraum vom 29. April bis 5. Mai 2026 insgesamt 1.000 Personen zum Thema Wandern und Sicherheit am Berg befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung im Alter zwischen 14 und 75 Jahren.

Allianz Österreich
Dr. Thomas Gimesi
Telefon: +43 676 878 222 914
E-Mail: presse@allianz.at
Website: https://www.allianz.at/

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