30 Jahre EU-Kompetenz für Wien in Brüssel: eine Erfolgsstory
Eine starke Stimme für Wien in Europa, erfolgreicher Einsatz für die Interessen von Städten in der EU, Agenda-Setting im Bereich leistbares Wohnen und vieles mehr: seit der offiziellen Eröffnung am 29. Mai 1996 macht sich das Verbindungsbüro der Stadt Wien in Brüssel für die Interessen der Wiener*innen auf EU-Ebene stark. Mit viel Erfolg: von der Abwehr der Liberalisierung des öffentlichen Verkehrs sowie der Privatisierung kommunaler Wasserversorgung über den Fokus auf kommunale Daseinsvorsorge bis hin zur Mitgestaltung der Europäischen Kulturhauptstädte und Frauenrecht – die Wiener Expertise in Brüssel wird immer wieder gefragt.
BÜRGERMEISTER MICHAEL LUDWIG GRATULIERT DEM „KLEINEN WIENER RATHAUS IN BRÜSSEL“
Wiens Bürgermeister Michael Ludwig, der die Tätigkeit des Wien-Hauses von Anfang an begleitet hat, sprach seine Glückwünsche zum runden Geburtstag aus. Er unterstrich, dass das Verbindungsbüro in Brüssel ein zuverlässiger und kompetenter Partner ist, wenn es darum geht, Wiener Themen und Anliegen so aufzubereiten, dass sie von den verschiedenen Akteuren auf EU-Ebene gut angenommen werden können. „Das gilt besonders im Bereich des leistbaren Wohnens, wo Wien sich seit vielen Jahren für einen besseren Rahmen auf EU-Ebene stark gemacht hat. Das Wien-Haus hat dazu immer wieder wertvolle Beiträge geleistet und geholfen, ein starkes Bündnis für eine gemeinwohlorientierte Wohnungspolitik nach dem Wiener Vorbild auf europäischem Parkett zu bilden.“ Auch hier mit Erfolg: seit 2024 gibt es einen eigenen EU-Kommissar für das Thema Wohnen, der im Dezember 2025 einen Europäischen Plan für leistbaren Wohnraum vorlegte – nicht zufällig begann er seine “Europa-Tour” für leistbares Wohnen gleich danach in Wien“, so Ludwig. Ebenso stolz sei er auf die Tatsache, dass das Wien-Haus selbst Vorbild für kommunale Interessenvertretung anderer Städte in Brüssel ist, mit einer engen Verbindung zu allen Bereichen der Wiener Stadtverwaltung auf der einen Seite und einer ausgezeichneten Kenntnis des Regelwerks der EU auf der anderen.
EIN EUROPAWEITES NETZWERK MIT MEHRWERT FÜR WIEN
Die Stadt Wien hat sich auf europäischer Ebene als verlässliche Partnerin für städtische Interessen etabliert. Das Wien-Haus fungiert hier als „Sensor“ vor Ort in Brüssel. „Wir holen immer wieder gute Beispiele aus Wien zu verschiedenen Themen vor den Vorhang und stehen für Dialog und Austausch. Erfreulicherweise gilt auch in Brüssel: Aus Wien zu sein, öffnet Türen. Das ermöglicht es uns, breite Allianzen zu bilden und eine ehrliche Maklerin für die Interessen der Städte in der EU zu sein“, so Michaela Kauer, seit 2009 Leiterin des Verbindungsbüros. „Ich bin stolz darauf, dass wir nunmehr seit 30 Jahren die Wiener Handschrift in die EU-Institutionen tragen. Mein Dank gilt allen Partner*innen in Wien, Brüssel und darüber hinaus, die dies ermöglicht haben, v.a. aber dem Team des Wien-Hauses und der Europaabteilung der Stadt.“
WIEN AKTIV IN DER FAMILIE DER EUROPÄISCHEN STÄDTE UND REGIONEN
Wichtig für die Etablierung eines europaweiten Netzwerks ist die Mitwirkung in den Institutionen und Verbänden der europäischen Städte und Regionen. Im Europäischen Ausschuss der Regionen, der sogenannten „regionalen Kammer“ der EU, war Wien seit 1995 u.a. mit dem damaligen Gemeinderat und heutigen Europaabgeordneten Andreas Schieder), Elisabeth Vitouch als erste Vorsitzende der Gemeinderätlichen Europakommission und Peter Florianschütz als Vorsitzender des Ausschusses für europäische und internationale Angelegenheiten bis 2025, vertreten.
Der AdR setzt sich aus 329 Regional- und Lokalpolitiker*innen aus den EU-Mitgliedstaaten zusammen; das Wien-Haus bereitet die Wiener Mitglieder auf die Sitzungen vor und arbeitet dabei eng mit den österreichischen Bundesländern sowie dem Städte- und Gemeindebund zusammen. Ein aktueller Schwerpunkt liegt darauf, eine starke städtische und regionale Komponente im nächsten EU-Budget abzusichern.
VIZEBÜRGERMEISTERIN BARBARA NOVAK: MEHR EINBINDUNG VON STÄDTEN UND REGIONEN BEIM EU-BUDGET
Vizebürgermeisterin Barbara Novak, seit 2025 Wiens Vertreterin im AdR, betont die zentrale Rolle von Städten und Regionen bei der künftigen EU-Finanzarchitektur: „Nur durch partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe entstehen Lösungen, die europäische Politik vor Ort wirksam machen. Umso wichtiger ist bei der Gestaltung des EU-Budgets der Dialog und die aktive Einbindung der Städte und Regionen. Sie tragen die politische Verantwortung für Daseinsvorsorge, sozialen Zusammenhalt und Zukunftsinvestitionen und sichern diese nachhaltig ab. Darum dränge ich darauf, noch in der künftigen EU-Finanzarchitektur, die städtische Dimension im EU-Budget die städtische Dimension zu stärken, denn andernfalls drohen nicht nur Kürzungen bei wichtigen Programmen für Forschung, Soziales und regionale Entwicklung, sondern auch eine zunehmende Renationalisierung des EU-Budgets. Das würde Städte und Regionen von der Mitgestaltung von Förderungen ausschließen und genau das müssen wir verhindern. Das Wiener Verbindungsbüro in Brüssel leistet hier als zentrale Informations- und Vernetzungsstelle einen unverzichtbaren Beitrag, für den ich mich ganz herzlich bedanken möchte. Und herzliche Gratulation allen Mitarbeiter*innen, die dieses Jubiläum so besonders machen.“
Auch die Mitgliedschaft im europaweiten Städtenetzwerk „Eurocities“ ist Teil des Engagements der Stadt Wien in der europäischen Städtefamilie; das Verbindungsbüro koordiniert die rund 60 Kolleg*innen der Stadt Wien, die hier aktiv sind. Gemeinderätin Marina Hanke fungiert als ständige Vertreterin des Bürgermeisters und ist Vorsitzende der Arbeitsgruppe zu Frauenrechten und Gleichstellung: „Wien nutzt Eurocities gerne, um auf spannende Wiener Politiklösungen hinzuweisen, etwa unsere Klimateams oder die ESF-geförderten Maßnahmen zur Förderung von jungen Frauen (U25) und das Jugendcollege. Zentrale Forderung ist aber, die Städte frühzeitig in die EU-Politikentwicklung einzubinden, also eine echte urbane Dimension zu verankern. Das ist demokratiepolitisch aus zwei Gründen wichtig: erstens leben fast 80% der EU-Bevölkerung in Städten und zweitens tragen die Städte maßgeblich zur Erreichung der EU-Ziele bei. Da sollen sie auch mitreden und v.a. mitgestalten können. Eurocities hat sich hier seit vielen Jahren engagiert und fordert genau diese Ziele für die Städte ein.“
EIN STARKES WIENER TEAM IN DER EU
Als Wiener Drehscheibe in Brüssel hat das Team des Wien-Hauses, das aus vier Kolleg*innen der Stadt und zwei Kolleg*innen der Wiener Stadtwerke besteht, in den letzten 30 Jahren etwa 350 Fach- und Kulturevents organisiert, mehr als 160 Hospitant*innen der Stadt Wien und der Wiener Stadtwerke betreut sowie fast 540 Besuche von Gruppen aus Wien und anderen Städten und Organisationen empfangen. Diese wertvolle Netzwerkarbeit des Wiener Verbindungsbüros in Brüssel wird auch künftig Wien als positives Beispiel für eine sozial, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltige Stadtentwicklung vor den Vorhang holen.
Mehr Informationen zu den vielen Aspekten von „30 Jahre Wien-Haus“ gibt es in den kommenden Wochen auf unserem Social-Media-Kanal: https://www.facebook.com/ViennaHouseBXL/
Verbindungsbüro Brüssel
Ronny Natusch
Telefon: +32 2 743 85 04
E-Mail: ronny.natusch@wien.gv.at
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