Ebola-Verdachtsfall in Österreich: Rotes Kreuz sorgt mit HIT-Teams für sicheren Transport von Infizierten

Hochinfektionstransporte für Menschen mit Symptomen in Österreich – Rotkreuz-Teams kämpfen in Afrika gegen Ausbreitung der lebensbedrohlichen Viruserkrankung

Am 28. Mai 2026 wurde in Österreich der erste Ebola-Verdachtsfall gemeldet. Für den Transport von Verdachtsfällen oder infizierten Menschen stehen bundesweit spezielle Hochinfektionstransportteams (HIT-Teams) des Österreichischen Roten Kreuzes zur Verfügung. „Diese Teams sind speziell ausgebildete und ausgerüstete Einheiten für den sicheren Transport von Menschen mit Verdacht auf hochinfektiöse Erkrankungen. Ziel des Teams ist es, betroffene Personen sicher in die geeignete Klinik zu transportieren und dabei gleichzeitig die Einsatzkräfte sowie die Bevölkerung vor weiteren Infektionen zu schützen. Die Sicherheit der Bevölkerung und das Wohlergehen der Patientinnen und Patienten stehen an erster Stelle“, erklärt Dr. Wolfgang Schreiber, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes.

SICHERER TRANSPORT MIT SPEZIELLER AUSRÜSTUNG

Erst vor drei Wochen trainierte das steirische HIT-Team im Rahmen der Großübung „Alpha 10“ am Grazer Flughafen das Szenario des Transports von Menschen mit hochinfektiösen Erkrankungen (Fotos HIT-Teams bei Großübung: Hier klicken). Die HIT-Teams in Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und Kärnten sind mit Fahrzeugen mit spezieller Ausstattung ausgerüstet, in den weiteren Bundesländern können Fahrzeuge mit Adaptionen rasch entsprechend umgebaut werden.

„Ein Hochinfektionstransport erfordert eine minutiöse Vorbereitung: Das Einsatzfahrzeug wird auf das unbedingt notwendige Material reduziert, um die spätere Desinfektion zu erleichtern, während sich die Einsatzkräfte intensiv auf den körperlich und organisatorisch anspruchsvollen Einsatz in spezieller Schutzkleidung vorbereiten. Der Transport selbst erfolgt unter strengen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen, danach werden Fahrzeug und Ausrüstung aufwendig desinfiziert sowie die Schutzanzüge unter größter Vorsicht abgelegt und entsorgt – denn gerade dabei können bereits kleine Fehler zu einer Infektion führen“, so Schreiber. Ausgestattet sind die HIT-Teams mit einem speziell adaptierten und einfach zu dekontaminierenden Fahrzeug, Vollschutzanzügen für die Einsatzkräfte mit Gebläseeinheit sowie einem Inkubator – ein Behältnis für den sicheren Transport von Hochinfektionspatient:innen.

SANITÄTER:INNEN FÜR RICHTIGE MASSNAHMEN AUSGEBILDET

Schreiber betont: „Gut vorbereitete Schutzmaßnahmen sind essenziell, um Menschenleben zu retten und die Gesellschaft in Österreich zu schützen. Das Rote Kreuz unterstützt die Behörden im Rahmen seines gesetzlichen Auftrags auch bei der Bekämpfung und Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Neben den Spezialeinheiten sind auch sämtliche Rettungs- und Notfallsanitäterinnen und -sanitäter, sowie unsere Notärztinnen und Notärzte dazu ausgebildet, Infektionskrankheiten zu erkennen und rasch die richtigen Maßnahmen zu setzen.“

HUNDERTE ROTKREUZ-HELFER:INNEN IN AFRIKA IM EINSATZ

In der Demokratischen Republik Kongo breitet sich das lebensbedrohliche Ebola-Virus rasant aus. Bisher wurden mehr als 1.000 Verdachtsfälle und mehr als 250 Tote registriert. Die Rotkreuz-Hilfe läuft seit Tag eins auf Hochtouren, hunderte freiwillige Helfer:innen sind täglich in den betroffenen Gebieten unterwegs. Neben der Behandlung von Erkrankten in Spitälern stehen sichere Bestattungen, Verteilung von Schutzmaterial, Contact Tracing und Aufklärungsarbeit aktuell im Vordergrund. „Rotkreuz-Teams gehen von Tür zu Tür, um Familien über die Übertragung von Ebola aufzuklären, Fehlinformationen entgegenzuwirken und sie zu einer frühzeitigen medizinischen Versorgung bei den ersten Symptomen zu ermutigen. Ein Rotkreuz-Radioprogramm verstärkt diese Botschaften und erreicht so eine breitere Öffentlichkeit“, erklärt Jürgen Högl, der die Abteilung für Internationale Krisen und Katastrophen beim ÖRK leitet.

Indes bereiten sich die Rotkreuz-Teams in den Nachbarländern wie Uganda, Burundi, Ruanda und Südsudan auf eine weitere regionale Ausbreitung vor. Högl weiter: „Gut vorbereitete Schutzmaßnahmen und rechtzeitige Informationen entscheiden im Falle einer Epidemie über Leben und Tod tausender Menschen. Bitte unterstützen Sie mit Ihrer Spende – damit können wir mehr Schutzausrüstung bereitstellen und das Contact Tracing ausweiten. Der Ausbruch trifft hunderttausende Menschen, die bereits unter den Folgen von bewaffneten Auseinandersetzungen, unter Armut oder einem schwachen Gesundheitssystem leiden. Bitte zeigen Sie jetzt Solidarität und helfen Sie mit, diesen Ausbruch einzudämmen!“

Mehr unter wir.roteskreuz.at/hilfe-in-afrika

Fotos HIT-Teams bei Großübung: Hier klicken

Österreichisches Rotes Kreuz
Mag. Gerald Richter
Telefon: +43/1/58 900 – 153 +43/664/5444619
E-Mail: gerald.richter@roteskreuz.at
Website: https://www.roteskreuz.at

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