EEÖ: Heimische erneuerbare Energie sichert Unabhängigkeit von Erdöl und Erdgas bereits 150 Tage im Jahr

Anstrengungen für Krisenfestigkeit und leistbare Energie müssen entschlossen vorangetrieben werden

BUND UND LÄNDER MÜSSEN DIE ENERGIETRANSFORMATION ZÜGIGER VORANTREIBEN, DAMIT ÖSTERREICH VON FOSSILEN IMPORTEN UNABHÄNGIG WIRD. Diese Forderung unterstreicht der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) anlässlich der von der Österreichischen Energieagentur vorgelegten Zahlen zur ENERGIEABHÄNGIGKEIT. Ab dem 31. Mai 2026 ist Österreich rechnerisch gesehen bis zum Jahresende abhängig von fossilen Energieimporten. Die ersten 150 Tage wurden bereits erfolgreich durch heimische und vor allem erneuerbare Energie abgedeckt.

„Unser Land hat in den letzten Jahren beim Aufbau einer unabhängigen und sicheren Energieversorgung wichtige Fortschritte gemacht. Allein von 2022 bis 2024 ist der Anteil heimischer erneuerbarer Energie um 10% gestiegen. Doch diese Dynamik gerät immer wieder ins Stocken“, warnt Martina Prechtl-Grundnig, Geschäftsführerin des EEÖ, und betont: „Wir brauchen zuverlässige Rahmenbedingungen, die den Ausbau fördern statt behindern.“

ERNEUERBARES POTENZIAL FÜR SOUVERÄNITÄT UND LEISTBARE ENERGIE NOCH UNZUREICHEND GENUTZT

Dabei würde der zügige Ausbau erneuerbarer Energien die nötige Abhilfe bei fossilen Preiskrisen schaffen, betont der Dachverband. PREISKRISEN SEIEN EIN DAUERHAFTES RISIKO EINES FOSSILEN ENERGIESYSTEMS, KEIN AUSNAHMEFALL. Solange Kohle, Öl und Erdgas die Energieversorgung dominierten, bleibe Österreich anfällig für geopolitische Schocks. Österreichs Energieversorgung und die heimische Bevölkerung dürften nicht länger von Krisenregionen abhängig sein, so der EEÖ. Doch die Möglichkeiten werden noch nicht ausreichend genutzt:

Während der PHOTOVOLTAIK-AUSBAU 2023 noch ein Rekordhoch verzeichnete, hinkt der Ausbau seit dem letzten Jahr wieder hinter dem Soll hinterher. 2025 wurden noch 1.634 Megawatt (MW) ausgebaut, nötig sind aber rund 2000 MW pro Jahr, um genug erneuerbaren Strom bis 2030 zu erzeugen. Auch die österreichische WINDKRAFT steht bereit deutlich mehr zu liefern und muss zügig und substantiell ausgebaut werden. Insbesondere im Winter schlägt sich die fehlende Windkraft für Österreich negativ zu Buche. Aktuell warten Projekte mit einer Gesamtleistung von 3.500 MW auf ihre Umsetzung, doch auch hier fehlen noch verlässliche Rahmenbedingungen fürs Fortkommen.

„Trotz Krise sehen wir keinerlei Beschleunigung für die Energietransformation. Nur wenige Bundesländer haben bisher die nötigen Flächen für einen schnelleren Ausbau der Windkraft und der Photovoltaik ausgewiesen und der Regierungsentwurf zum Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) enthält noch immer wesentliche Schwachstellen“, betont Prechtl-Grundnig. Auch WASSERKRAFT UND STROM AUS BIOMASSE sind von einer fehlenden Verfahrensbeschleunigung betroffen.

DER UMSTIEG AUF EINE SAUBERE HEIZUNG STÄRKT ZUGLEICH DIE UNABHÄNGIGKEIT

Verlässliche Rahmenbedingungen für die Nutzung und den Ausbau heimischer erneuerbarer Energien vermisst der EEÖ auch bei der RAUMWÄRME und -kühlung in Gebäuden. Für heuer zeichnet sich BEREITS FÜR JULI EIN ENDE DER FÖRDERMITTEL FÜR DEN ERSATZ FOSSILER HEIZUNGEN durch saubere und leistbarere Alternativen ab. Noch immer sind 1,2 Millionen Haushalte beim Heizen in der fossilen Falle von Heizöl und Erdgas. Sie sind von der aktuellen Energiekrise besonders betroffen. „Der Heizungstausch hängt noch immer in der Stop-and-Go-Schleife fest, obwohl gerade hier ein großer Hebel für Energiesouveränität liegt. Ständig wechselnde Förderbedingungen verunsichern Haushalte und Betriebe und blockieren Investitionen. Außerdem fehlt ein klarer, gesetzlich geregelter Pfad für den Ausstieg aus Erdöl und Erdgas in der Raumwärme“, so die Geschäftsführerin des EEÖ.

MEHR UNABHÄNGIGE ENERGIE IST MÖGLICH!

Unter dem Eindruck anhaltender und wiederkehrender Öl- und Gaskrisen wird deutlich, wie wichtig die Stärkung der heimischen Energieversorgung durch den Ausbau erneuerbarer Energien ist. Vorgaben der EU sehen für Österreich im Jahr 2030 sogar einen Erneuerbaren-Anteil von 60% am Energieverbrauch vor, der mit entsprechenden Maßnahmen auch realistisch zu erreichen ist. Dann läge der „Tag der Abhängigkeit“ von fossiler Energie schon deutlich weit hinten im Jahr, nämlich am 9. August 2030. An beachtlichen 219 Tagen pro Jahr würden dann heimische Erneuerbare Österreichs Energieversorgung stemmen.

Erneuerbare Energie Österreich
DI Martina Prechtl-Grundnig
Telefon: 0664-1465333
E-Mail: martina.prechtl@erneuerbare-energie.at

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