Hattmannsdorfer: Mexiko ist Zukunftspartner für Talente, Technologie und Exportchancen
Österreich geht bei der Fachkräftegewinnung aktiv in neue Potenzialmärkte – mexikanische KI-Talente überzeugen sich von dem österreichischen Wirtschafts- und Arbeitsstandort
Die Suche nach qualifizierten Fachkräften bleibt eine der großen Herausforderungen für Unternehmen. Angesichts der Tatsache, dass sich der Fachkräftemangel aufgrund der demografischen Entwicklung weiter zuspitzen wird, gilt es, rechtzeitig neue Märkte zu erschließen und dort Talente zu rekrutieren. Denn es braucht Zeit, bis Maßnahmen Früchte tragen. Das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET), die Austrian Business Agency (ABA), die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Partner aus der Wirtschaft arbeiten bei der Suche nach internationalen Fachkräften intensiv zusammen und haben nun Mexiko im Fokus, da dort sehr viele junge qualifizierte Fachkräfte verfügbar sind. Die Gewinnerinnen und Gewinner eines Hackathons in Mexiko sind nun zu Gast in Wien, um einen Eindruck des Wirtschafts- und Arbeitsstandorts Österreich zu erhalten.
MEXIKO MIT HOCHQUALIFIZIERTEN UND MOBILITÄTSBEREITEN FACHKRÄFTEN
Die gezielte Rekrutierung von qualifizierten Fachkräften im Inland und aus der EU bleibt wichtig, ist aber schon lange nicht mehr ausreichend. Aus der EU sind zuletzt so wenige Personen nach Österreich gekommen wie vor 15 Jahren. Neben der Positionierung in neuen Märkten wie Brasilien, Indonesien und Philippinen konzentriert sich Österreich nun auch auf Mexiko. Das Land bietet bedeutendes Arbeitskräftepotenzial: Mexiko ist die zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas und ein globaler Player in der Hochtechnologie-Fertigung. In Mexiko leben 130,8 Millionen Menschen. Es gibt im Land über 2.800 Hochschuleinrichtungen und es sind besonders viele hochqualifizierte Fachkräfte, etwa aus den Bereichen IT, Technologie und Industrie zu gewinnen. Im Jahr 2023 gab es mit rund 175.000 Ingenieursabschlüssen mehr als in vielen anderen Industrienationen. Mexikanische Fachkräfte gelten zudem als mobilitätsbereit. Bisher hat der jährliche Zuwachs von Arbeitskräften aus Mexiko nach Österreich nur etwa 100 Personen betragen.
„Österreich braucht internationale Talente, neue Märkte und starke Partnerschaften, wenn wir im globalen Wettbewerb bestehen wollen. Mexiko ist dafür ein Zukunftspartner mit doppeltem Potenzial: als Herkunftsland hochqualifizierter Fachkräfte und als dynamischer Wachstumsmarkt für unsere Exportwirtschaft. Für eine Exportnation wie Österreich ist klar: Wir müssen dort präsent sein, wo Talente, Technologie und neue Nachfrage entstehen. Genau deshalb ist auch das EU-Mexiko-Abkommen so wichtig: Freihandelsabkommen schaffen neue Marktzugänge, stärken Lieferketten und sichern Jobs, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit in Österreich“, so WOLFGANG HATTMANNSDORFER, BUNDESMINISTER FÜR WIRTSCHAFT, ENERGIE UND TOURISMUS.
„Mit Formaten wie dem Hackathon bringen wir mobilitätsbereite mexikanische Talente direkt mit österreichischen Unternehmen zusammen. Das ist aktive Standortpolitik: Wir warten nicht darauf, dass Fachkräfte zufällig nach Österreich kommen, sondern gehen gezielt in Potenzialmärkte, bauen Partnerschaften auf und machen Österreich als Arbeits-, Innovations- und Wirtschaftsstandort sichtbar.“
ERFOLGREICHER IT- UND KI-HACKATHON MIT 113 TEILNEHMERINNEN UND TEILNEHMERN
Ende letzten Jahres haben die ABA und die WKÖ gemeinsam mit den österreichischen Unternehmen ÖBB, Siemens Mobility, Plasser und Theurer sowie ALPLA einen Hackathon in Mexiko veranstaltet. Interdisziplinäre Teams entwickelten innerhalb von 24 Stunden praktische Lösungen für konkrete Herausforderungen in den Unternehmen. Aus über 500 Bewerbungen wurden 113 IT-Talente ausgewählt. Die Gewinnerinnen und Gewinner des Projekts „MAIA“, einer KI-basierten Analyseplattform zur Verbesserung der Mobilitätsqualität, wurden nach Österreich eingeladen, um eine Woche lang direkte Kontakte zu Unternehmen und Entscheidungsträgern aufzubauen und den Standort kennenzulernen.
„Aktivitäten wie der Hackathon sind wichtig, um internationale Fachkräfte auf den Arbeitsstandort Österreich und dessen Vorteile – wie exzellente Karrierechancen, innovative Unternehmen, eine ausgezeichnete Infrastruktur sowie die hervorragende Lebensqualität – aktiv aufmerksam zu machen. Wie in unseren Übersee-Fokusländern Brasilien, Indonesien und Philippinen müssen wir auch in Mexiko Österreich durch professionelles Standortmarketing erstmal in den Fokus der Fachkräfte als attraktive Option bringen“, so ABA-GESCHÄFTSFÜHRER RENÉ TRITSCHER.
Die ABA und die WKÖ bündeln ihre Kräfte im Außenauftritt, um Unternehmen in Österreich bei der internationalen Fachkräftegewinnung zu unterstützen und Wertschöpfung am Standort zu stärken.
„Gerade im IT-Bereich ist der Fachkräftebedarf nur im Inland nicht zu decken. Mexiko ist hier ein wichtiges Partnerland für die Rekrutierung von Fachkräften für die österreichischen Unternehmen. Wir sind daher bei den Karrieremessen vor Ort präsent, um Interessierte direkt anzusprechen. Darüber hinaus organisieren wir Webinare, Konferenzen und kooperieren mit lokalen Institutionen“, hebt ANGELIKA SERY-FROSCHAUER, VIZEPRÄSIDENTIN DER WIRTSCHAFTSKAMMER ÖSTERREICH, hervor.
Austrian Business Agency
Thomas Schweinberger
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