ÖVP – Edelmann/Gorlitzer: Rechnungsabschluss 2025 zeigt Handlungsbedarf in Kultur und Wissenschaft

Kammeroper vor dem Aus, Wissenschaft braucht stärkere Priorisierung und Kulturförderungen mehr Transparenz

„Der Rechnungsabschluss 2025 zeigt, dass gerade in finanziell schwierigen Zeiten die richtigen Prioritäten gesetzt werden müssen. Umso unverständlicher ist es, dass mit der Wiener Kammeroper eine traditionsreiche Ausbildungs- und Präsentationsstätte für junge Operntalente ihren Spielbetrieb einstellen musste“, so Kultursprecherin Gemeinderätin Judith Edelmann.

„Für eine Einsparung von rund 800.000 Euro jährlich verliert Wien eine Institution, die für die Entwicklung des Opernnachwuchses von großer Bedeutung war. Besonders schwer nachvollziehbar wird diese Entscheidung angesichts der Prioritätensetzung der Stadtregierung. Während die Kammeroper geschlossen wird, blieb die Förderung der Wiener Festwochen unangetastet bei 13,6 Millionen Euro. Gerade in Zeiten knapper Budgets muss die Frage erlaubt sein, ob die kulturpolitischen Schwerpunkte der Stadt noch ausgewogen gesetzt werden“, so Edelmann.

Kritisch sieht Edelmann auch die Entwicklung bei den Musikschulen. „Die Erhöhung der Musikschulbeiträge, die Einführung einer Einschreibgebühr und der Wegfall von Geschwisterrabatten treffen genau jene jungen Menschen, die wir eigentlich fördern sollten. Wien darf nicht bei seinem kulturellen Nachwuchs sparen.“

Darüber hinaus fordert die Wiener Volkspartei mehr Transparenz bei Kulturförderungen. „Gerade weil Kulturförderungen mit Steuergeld finanziert werden, braucht es nachvollziehbare Entscheidungen und größtmögliche Transparenz. Die Wienerinnen und Wiener sollen wissen können, welche Projekte gefördert werden und nach welchen Kriterien öffentliche Mittel vergeben werden“, so Edelmann.

Auch Wissenschaftssprecher Gemeinderat Michael Gorlitzer sieht im Rechnungsabschluss erheblichen Handlungsbedarf. „Wissenschaft ist kein Nebenthema. Wissenschaft bedeutet Innovation, medizinischen Fortschritt, technologische Entwicklung, qualifizierte Arbeitsplätze und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Gerade deshalb muss Wissenschaft als strategisches Zukunftsfeld stärker in den Mittelpunkt rücken“, so Gorlitzer.

Zwar verfüge Wien über hervorragende Universitäten, Forschungseinrichtungen und innovative Unternehmen, dennoch fehle eine umfassende wissenschaftspolitische Strategie. „Andere europäische Städte behandeln Wissenschaft längst als zentralen Hebel für Stadtentwicklung, Wirtschaftskraft und internationale Talente. Wien darf sich nicht darauf beschränken, auf bestehende Erfolge zu verweisen, sondern muss Wissenschaft und Forschung noch gezielter fördern“, so Gorlitzer.

Gorlitzer verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Frage der Prioritätensetzung im Kulturbudget: „Wenn im Wissenschaftsbereich der Anteil im Ressort sinkt, gleichzeitig aber fragwürdige Einzelprojekte gefördert werden, muss man über Schwerpunkte sprechen. Dass etwa das Pornofilm Festival 2027 unter dem Zeichen ‚annalvers‘ stehen soll, zeigt zumindest, dass bei der Vergabe öffentlicher Mittel mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit notwendig sind.“

Die Wiener Volkspartei fordert daher ein umfassendes Programm zur Weiterentwicklung Wiens als Wissenschafts- und Innovationsstandort. Dazu zählen unter anderem eine stärkere Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Stadtverwaltung, mehr internationale Sichtbarkeit Wiener Forschungsleistungen, bessere Rahmenbedingungen für junge Forscherinnen und Forscher sowie eine konsequente Strategie zur Talentbindung.

„Wien lebt nicht nur von seiner Geschichte, sondern auch von seiner Fähigkeit, Zukunft zu gestalten. Dafür braucht es sowohl eine ausgewogene Kulturpolitik als auch eine Wissenschaftspolitik, die den Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte gerecht wird“, so Gorlitzer abschließend.

Presse & Kommunikation
Telefon: 01/515 43 230
E-Mail: presse@wien.oevp.at
Website: https://wien.oevp.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender

Kommentare sind geschlossen, aber trackbacks und Pingbacks sind offen.