Mit Hoffnung gegen Gewalt. Soli Kiani in Krems

Installation in der Dominikanerkirche Krems über staatliche Repression im Iran, Widerstand und weibliche Selbstermächtigung

Mit _Soli Kiani. Hope moves History towards Freedom_ präsentiert die Kunsthalle Krems eine eindringliche, ortsspezifische Ausstellung in der Dominikanerkirche Krems, die sich unmittelbar mit den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen im Iran auseinandersetzt. Ausgehend von persönlichen Erfahrungen und (Medien-)Realität thematisiert die in Wien lebende Künstlerin Soli Kiani (*1981, Shiraz, Iran) staatliche Gewalt, Repression, Kontrolle über den Körper sowie den Widerstand dagegen. Skulptur, Malerei und Zeichnung fügen sich zu einem raumgreifenden Erfahrungsraum, in dem individuelle Schicksale und kollektive Realität sichtbar werden. Mit ihrer markanten Bildsprache und ihren aufgeladenen gesellschaftskritischen Themen zählt Soli Kiani zu den prägendsten Stimmen österreichischer Gegenwartskunst.

FLORIAN STEININGER, KÜNSTLERISCHER DIREKTOR DER KUNSTHALLE KREMS UND KURATOR DER AUSSTELLUNG: _„_Soli Kiani findet eine direkte und zugleich eindringliche Bildsprache für Themen, die oft schwer zu fassen sind. Ihre Arbeiten gehen unter die Haut, weil sie das Persönliche und das Politische untrennbar miteinander verbinden._“_

MATERIAL ALS AUSDRUCK VON MACHT UND KONTROLLE

Im Zentrum von Kianis Arbeit steht Textil als Träger politischer Bedeutung. Stoff verweist auf Schutz wie auf Zwang und macht gesellschaftliche Mechanismen sichtbar, die Körper regulieren und Identitäten normieren. Durch physische Prozesse wie Binden, Spannen und Schichten wird Material selbst zum Ausdruck von Einschränkung und Widerstand.

SOLI KIANI, KÜNSTLERIN: _„_Meine Skulpturen sind abstrakt, ich möchte aber auch, dass sie menschlich wirken. Ich möchte, dass das Gefühl des Einengens und Einschnürens des Körpers und des Geistes für das Publikum spürbar wird._“_

ERINNERUNG AN OPFER POLITISCHER GEWALT

Ein Ensemble bis zu drei Meter hoher Stelen durchzieht die Kirche. Sie tragen die Namen von Menschen, die im Zuge von Protesten im Iran getötet wurden und fungieren als körperhafte Mahnmale. Betonkerne und straff gespannte Seile verweisen auf Unterdrückung und Gewalt, während die Formen zugleich eine verletzliche, menschliche Dimension entfalten.

KÖRPER ALS ORT VON WIDERSTAND UND BEFREIUNG

Im Chor verdichtet sich die Installation zu einer intensiven Bildordnung. Großformatige Leinwände zeigen Szenen von Intimität, Verlust und Widerstand. Im Zentrum steht das Motiv eines weiblichen Körpers, der die Burka ablegt – ein starkes Bild der Selbstermächtigung und Befreiung von repressiven Strukturen.

PERSÖNLICHE ERFAHRUNG ALS POLITISCHES STATEMENT

Kiani verbindet autobiografische Perspektiven mit einer übergeordneten Auseinandersetzung mit Menschenrechten im Iran. Die Ausstellung nutzt die sakrale Architektur der Dominikanerkirche als Ort von Erinnerung und Transformation und formuliert mit ihrem Titel eine klare Haltung: Hoffnung als Motor für gesellschaftliche Veränderung.

ZWEI IRANISCHE POSITIONEN AUF DER KUNSTMEILE KREMS

Neben Soli Kiani ist derzeit eine zweite iranische Künstlerin auf der Kunstmeile Krems vertreten: In der Landesgalerie Niederösterreich hat Parastou Forouhar mit „Written Room“ eine präzise, atmosphärische Installation geschaffen, die zur Verständigung jenseits von Sprache einlädt. Dafür versah sie per Hand Wände und Boden des Ausstellungsraumes mit einem dichten Geflecht aus persischen Schriftzeichen.

Kunsthalle Krems
Mag. Franziska Treml
Telefon: 066460499176
E-Mail: franziska.treml@kunstmeile.at

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