AirMed World Congress: Zwischen Krisen, Katastrophen und Kostendruck (FOTO)

München (ots)

* Gemeinsames Ziel von Fachleuten aus aller Welt: Leben retten und ressourceneffizient arbeiten
* Mehr als 160 Vorträge und 85 Workshops zu Flugbetrieb, Medizin und Management
* Motto „Beyond Boundaries“: Kongress bündelt Erfahrungen aus sechs Kontinenten
* Neue Konzepte und Technologien sollen Einsätze in Extremlagen sicherer machen
* Rund 50 Industriepartner zeigen Ausrüstung für moderne Luftrettungs- und Ambulanzeinsätze

Rund 800 Fachleute aus aller Welt treffen sich vom 16. bis 18. September 2026 in München zum AirMed World Congress. Eine der zentralen Fragen des weltweit führenden Forums für Luftrettung und Ambulanzflug lautet angesichts einer verschärften sicherheits- und geopolitischen Lage, einer wachsenden Zahl von Katastrophen und finanziellem Druck auf Luftrettungssysteme: Wie gelingt schnelle Hilfe aus der Luft auch unter Extrembedingungen? Veranstalter sind die gemeinnützige ADAC Luftrettung und das European HEMS and Air Ambulance Committee (EHAC). Expertinnen und Experten aus Flugbetrieb, Medizin, Management und Industrie kommen an zwei Veranstaltungsorten zusammen, um ihr Wissen fächerübergreifend zu erweitern.

Um Antworten auf diese Herausforderungen zu finden, bietet der AirMed World Congress 2026 drei Tage lang über 160 Plenarvorträge, 85 praxisnahe Workshops und 15 Panel-Diskussionen. Die Themen sind unter anderem Krisenmanagement, Versorgung bei Großschadenslagen, Ausbildung, Standortplanung, Crewkonzepte, Disposition und Qualitätsmanagement. Statt ein einheitliches Modell vorzugeben, zeigt der Kongress unterschiedliche Wege zu mehr Zuverlässigkeit, klareren Abläufen und höherer Patientensicherheit. Die Teilnehmenden nehmen konkrete Ansätze mit – für den Ausbau bestehender Systeme oder den Aufbau neuer Strukturen.

Eine Besonderheit der diesjährigen Ausgabe: Es gibt zwei Veranstaltungsorte. Im BERGSON Kunstkraftwerk in München stehen Fachvorträge und Diskussionsformate im Vordergrund, hier werden Analyse, Reflexion und fachliche Debatte gebündelt. Am zweiten Kongressstandort, dem neu eröffneten ADAC Luftrettung Campus in Oberpfaffenhofen bei München, rückt hingegen die praktische Anwendung in den Fokus. Die dort vorhandene, in Europa einzigartige Infrastruktur ermöglicht realitätsnahe Simulationen von Notfalleinsätzen sowie spezialisierte Trainingsszenarien. Diese Kombination aus Theorie und Praxis gewinnt durch die außergewöhnlich internationale Referentenbesetzung zusätzliche Tiefe: Rund 120 Expertinnen und Experten reisen aus Asien, Nord- und Südamerika, Europa, Afrika und Ozeanien an.

„Bei der Gestaltung des AirMed 2026 Programms war uns eines besonders wichtig“, sagt Jens Schwietring, Leiter Medizin der ADAC Luftrettung und Mitglied des Programmkomitees: „Globale Herausforderungen im Gesundheitswesen erfordern eine effiziente Luftrettung, die Wissen und Praxis zusammenbringt – international vernetzt, an verschiedene Bedürfnisse angepasst und geeint in einem Ziel: die bestmögliche Patientenversorgung.“

Konkrete Beispiele aus Hochrisiko- und ressourcenarmen Regionen machen die theoretischen Konzepte greifbar. Ein Vortrag zu „Preparedness and Control in Disaster Management“ mit Dr. Tal-Or, Direktor des Helmsey Institute for Simulation am Zefat Academic College, greift reale Einsätze in Hochrisiko- und ressourcenarmen Umgebungen auf. Klare Strukturen, gute Vorbereitung und flexible Entscheidungen sichern Patienten und Crews, auch wenn Teile der Infrastruktur ausfallen, und lassen sich in den Alltag der Luftrettung übertragen. Dr. Tal-Or ist nationaler Experte für Katastrophenvorsorge und Großschadenslagen-Planung beim israelischen Gesundheitsministerium, einschließlich CBRNe- und Erdbebenszenarien. Er verbindet diese Systemperspektive mit Führungsverantwortung in Notaufnahmen und langjähriger Einsatzerfahrung an vorderster Front in der Elite-Hubschrauber-Such- und Rettungseinheit 669 der israelischen Luftwaffe.

Der Themenblock zu Katastrophen- und Krisenmanagement spannt den Bogen von der HEMS-Versorgung (Helicopter Emergency Medical Services) nach schweren Erdbeben, basierend auf Erfahrungen aus Japan, über ein deutsches Multi-Operatoren-Konzept der Polizei zur strukturierten Luftunterstützung in Katastrophenszenarien bis hin zu einem operativen Fallbeispiel zur Brandkatastrophe in Crans-Montana. Abgerundet wird der Programmbereich durch ein Panel zu der Frage „How to communicate when everything is broken?“, in dem über Kommunikationswege und -mittel unter Extrembedingungen diskutiert wird.

Der praktischen Anwendung von Erkenntnissen kommt während der AirMed 2026 eine besondere Bedeutung zu, auch räumlich. Am Campus der ADAC Luftrettung in Oberpfaffenhofen trainieren die Teilnehmenden im Simulator, absolvieren CRM-Einheiten (Crew Resource Management) und üben Windenoperationen. Weitere Formate behandeln beispielsweise Konnektivität und Telemedizin, präklinischen Ultraschall oder Wartung und Instandhaltung (MRO) in HEMS. Damit wird eine große Bandbreite an wichtigen Themen der Luftrettung abgedeckt – mit dem Ziel, Know-how für Einsatz und Strategie praxisnah zu vermitteln.

Was in Vorträgen und Trainings diskutiert wird, spiegelt sich auch im Ausstellungsbereich wider. Der AirMed World Congress 2026 versteht sich als Plattform für Unternehmen und Industriepartner. Bereits rund 50 Aussteller aus Luftfahrt und Medizintechnik haben ihre Teilnahme bestätigt. Das Spektrum der Produkte und Services reicht von Seilwinden und medizinischen Kabinenausstattungen für Helikopter und Flugzeuge bis hin zu moderner Einsatzbekleidung. Als besonderes Highlight lädt eine Exkursion zur Crashanlage des ADAC Technik Zentrums in Landsberg am Lech dazu ein, aktuelle Entwicklungen der Automobiltechnologie und deren Auswirkungen auf technische Rettung und Notfallversorgung hautnah nachzuvollziehen.

Für Fachleute aus Luftrettung, Rettungsdienst, Klinik, Industrie und Behörden gibt es Tickets, weitere Informationen und aktuelle Newsletter unter: www.airmed2026.com

Kontakt: /

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender

Kommentare sind geschlossen, aber trackbacks und Pingbacks sind offen.