Tourismus-Staatssekretärin Zehetner empfängt griechische Tourismusministerin Kefalogianni bei den Salzburger Festspielen
Gemeinsamer Festspielbesuch am Sonntag – Bilaterale Gespräche zu Fachkräften, Ganzjahrestourismus und starken europäischen Tourismusregionen
Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner empfängt heute die griechische Tourismusministerin Olga Kefalogianni in Salzburg. Gemeinsam besuchen die beiden Regierungsvertreterinnen die Salzburger Festspiele. Im Vorfeld und im Anschluss an die Aufführung stehen bilaterale Arbeitsgespräche über die weitere Zusammenarbeit Österreichs und Griechenlands im Tourismus auf dem Programm.
Im Mittelpunkt stehen der Arbeitsmarkt und die Fachkräftesicherung, der Ganzjahrestourismus, die nachhaltige Entwicklung von Destinationen, der Bergtourismus sowie die touristische Aus- und Weiterbildung.
ZWEI STARKE TOURISMUSLÄNDER ARBEITEN ENGER ZUSAMMEN
Österreich und Griechenland zählen zu den führenden Tourismusdestinationen Europas. Beide Länder stehen vor vergleichbaren Herausforderungen. Dazu gehören der internationale Wettbewerb um Fachkräfte, die Verlängerung der Saison, die Akzeptanz des Tourismus in den Regionen sowie der Umgang mit steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Infrastruktur. „Österreich und Griechenland sind zwei starke Tourismusländer. Uns verbindet nicht nur die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus, sondern auch der politische Anspruch, unsere Destinationen wettbewerbsfähig, lebenswert und erfolgreich weiterzuentwickeln. Gerade in herausfordernden Zeiten braucht es mehr europäische Zusammenarbeit und weniger nationale Einzelgänge“, betont Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner.
Grundlage der Zusammenarbeit ist das im September 2022 unterzeichnete Memorandum of Understanding zwischen dem österreichischen Wirtschaftsministerium und dem griechischen Tourismusministerium. Es umfasst unter anderem den Austausch zu Destinationsmanagement, Tourismusstatistik, Digitalisierung, Innovation, Produktentwicklung, Ganzjahrestourismus sowie zur touristischen Aus- und Weiterbildung und Arbeitsvermittlung. „Gute bilaterale Beziehungen dürfen nicht bei freundlichen Gesprächen stehen bleiben. Unser Ziel sind konkrete Projekte, die den Betrieben, den Beschäftigten und den Regionen etwas bringen. Genau daran wollen wir mit Griechenland weiterarbeiten“, so Zehetner.
SALZBURGER FESTSPIELE ZEIGEN DIE KRAFT VON KULTUR UND TOURISMUS
Die Salzburger Festspiele bieten für den Besuch einen bewusst gewählten Rahmen. Als eines der weltweit bedeutendsten Kulturfestivals stehen sie für internationale Strahlkraft, touristische Qualität und hohe wirtschaftliche Wertschöpfung.
Die Festspiele ziehen Gäste aus aller Welt nach Salzburg und setzen wichtige Impulse für Hotellerie, Gastronomie, Handel und zahlreiche regionale Betriebe. Sie zeigen damit, wie eng Kultur, Tourismus und wirtschaftlicher Erfolg miteinander verbunden sind. „Die Salzburger Festspiele sind weit mehr als ein kulturelles Aushängeschild. Sie sind ein starker Wirtschaftsfaktor und ein internationales Schaufenster für Österreich. Kultur schafft Aufmerksamkeit, verlängert Aufenthalte und bringt Wertschöpfung in die Regionen. Genau diese Verbindung macht unseren Tourismusstandort so erfolgreich“, erklärt Zehetner.
GANZJAHRESTOURISMUS STÄRKT REGIONEN UND ARBEITSPLÄTZE
Weitere Themen der Gespräche sind der Ganzjahrestourismus und die nachhaltige Weiterentwicklung von Destinationen. Griechenland zeigt dabei besonderes Interesse an den österreichischen Erfahrungen im Bergtourismus. Österreich kann unter anderem Wissen zur Entwicklung ganzjähriger Angebote, zur Sicherheit am Berg, zu Wanderwegen und touristischer Infrastruktur sowie zu nachhaltiger Mobilität einbringen. Gleichzeitig will Österreich von den griechischen Erfahrungen bei Agrotourismus, Gastronomie, barrierefreiem Tourismus und regionalen Beobachtungsstellen für nachhaltige Tourismusentwicklung lernen. „Ganzjahrestourismus bedeutet mehr Planungssicherheit für Betriebe, stabilere Arbeitsplätze und mehr Wertschöpfung in den Regionen. Es geht nicht darum, überall immer mehr Gäste zu haben. Es geht darum, Angebote intelligent weiterzuentwickeln, Saisonen zu verlängern und vorhandene Infrastruktur besser zu nutzen“, erklärt Zehetner.
Auch bei der Zertifizierung nachhaltiger Destinationen, bei Tourismusstatistiken und Nachhaltigkeitsindikatoren soll der fachliche Austausch vertieft werden.
MEHR SPIELRAUM FÜR EINHEIMISCHENTARIFE
Auch Einheimischentarife für Kultur-, Sport- und Freizeitangebote werden Thema des bilateralen Austauschs sein. Österreich setzt sich auf europäischer Ebene dafür ein, Destinationen unter bestimmten Voraussetzungen mehr Spielraum für Vergünstigungen für die lokale Bevölkerung zu ermöglichen.
Im Mai wurde auf österreichische Initiative eine entsprechende Passage in die Schlussfolgerungen des EU-Wettbewerbsfähigkeitsrates zum Tourismus aufgenommen. Darin wird die Europäische Kommission aufgefordert, Möglichkeiten für einen erleichterten Zugang der Bevölkerung zu Sport-, Kultur- und Freizeitangeboten in touristischen Destinationen zu prüfen. „Tourismus funktioniert nur gemeinsam mit den Menschen, die in den Regionen leben. Wer die Akzeptanz stärken will, muss auch die Interessen der Bevölkerung ernst nehmen. Deshalb kämpfen wir auf europäischer Ebene für mehr Spielraum bei Einheimischentarifen“, betont Zehetner.
TOURISMUSPOLITIK BRAUCHT EUROPÄISCHE LÖSUNGEN
Österreich und Griechenland wollen zudem ihre Zusammenarbeit in internationalen Organisationen wie UN Tourism weiter vertiefen. Zehetner und Kefalogianni waren zuletzt im November im Rahmen der Generalversammlung von UN Tourism in Riad zusammengetroffen. „Viele zentrale Fragen des Tourismus lassen sich nicht mehr national lösen. Fachkräfte, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und die Akzeptanz in den Destinationen sind europäische Aufgaben. Österreich wird sich dabei weiterhin aktiv einbringen und gemeinsam mit starken Partnern wie Griechenland konkrete Lösungen vorantreiben“, so Zehetner.
FACHKRÄFTE WERDEN ZUR EUROPÄISCHEN ZUKUNFTSFRAGE
Ein besonderer Schwerpunkt der Gespräche liegt auf der Zusammenarbeit am Arbeitsmarkt. Im Jahr 2025 waren rund 2.000 Personen aus Griechenland in Österreich in Beherbergung und Gastronomie beschäftigt. Dieses Potenzial soll künftig durch eine engere Zusammenarbeit der Arbeitsmarktservices und eine bessere Nutzung des europäischen EURES-Netzwerks weiter ausgebaut werden. „Tourismus ist ein Menschenbusiness. Ohne engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es keine gute Gastfreundschaft und keinen erfolgreichen Tourismusstandort. Der Wettbewerb um Fachkräfte wird daher zu einer der zentralen europäischen Zukunftsfragen“, sagt Zehetner.
Das Arbeitsmarktservice hat im Rahmen von EURES ein neues digitales Vermittlungssystem entwickelt. Die Plattform vernetzt Bewerberinnen und Bewerber, Unternehmen und Arbeitsmarktservices und ermöglicht eine strukturierte Erfassung von offenen Stellen, Qualifikationen und Vermittlungsprozessen.
Zum Einsatz kommen unter anderem eine KI-gestützte Suche, vergleichbare Kompetenzprofile und eine regionale Darstellung des Arbeitskräftebedarfs. Erste Pilotprojekte mit Griechenland und Zypern sind bereits für Sommer und Herbst vorgesehen. Für die Wintersaison 2026/27 soll unter anderem eine Rekrutierungsveranstaltung in Griechenland vorbereitet werden. „Wir wollen den europäischen Arbeitsmarkt endlich besser nutzen. Österreichische Betriebe suchen qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, während Menschen in anderen Mitgliedstaaten nach guten Beschäftigungsmöglichkeiten suchen. Politik muss diese beiden Seiten schneller und unbürokratischer zusammenbringen“, betont Zehetner. „Österreich und Griechenland können hier ein europäisches Vorbild werden. Unser Ziel ist ein funktionierender Austausch von Arbeitskräften, von dem beide Länder profitieren und der bereits für die kommende Wintersaison konkrete Ergebnisse bringt“, so Zehetner.
HINTERGRUND: SALZBURGER FESTSPIELE ALS WIRTSCHAFTS- UND TOURISMUSMOTOR
Die Salzburger Festspiele zählen nicht nur zu den international bedeutendsten Kulturveranstaltungen, sondern sind auch ein zentraler Wirtschafts- und Tourismusfaktor für das Land. Laut einer Wertschöpfungsanalyse der Wirtschaftskammer Salzburg generieren sie jährlich rund 250 Millionen Euro an Wertschöpfung in Österreich, davon knapp 200 Millionen Euro in Salzburg. Mit den Festspielen sind zudem knapp 3.000 Arbeitsplätze sowie rund 96 Millionen Euro an Steuern und Abgaben verbunden. Besonders profitieren Hotellerie, Gastronomie, Handel, Verkehr und zahlreiche regionale Dienstleistungsbetriebe. Die Festspiele sind damit ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie kulturelle Spitzenleistungen internationale Gäste anziehen, den Standort stärken und Wertschöpfung weit über die eigentlichen Aufführungen hinaus schaffen.
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