PVÖ: Niemand darf im Alter Angst vor dem Sommer habe müssen! Neue Hitzedaten sind Alarmsignal – Ältere Menschen besser schützen
Gerstorfer: „Hitze ist längst eine soziale Frage. Wer alt, krank oder arm ist, trägt das höchste Risiko.“
Die von Greenpeace und der Volkshilfe präsentierten Temperaturmessungen in Wohnungen armutsbetroffener Seniorinnen und Senioren sowie die jüngsten Berechnungen zu den hitzebedingten Todesfällen in Österreich zeigen deutlich: Die Klimakrise ist längst auch eine soziale Gesundheitskrise. Während sich Wohnungen armutsbetroffener älterer Menschen bereits nach wenigen Tagen extremer Hitze auf bis zu 30 Grad aufheizen und selbst in der Nacht kaum mehr abkühlen, sind laut einer aktuellen Berechnung auf Basis von Statistik-Austria-Daten allein während der Hitzewelle im Juni rund 300 Menschen an den Folgen der extremen Temperaturen gestorben. Besonders gefährdet sind ältere Menschen. Für den Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) bestätigen diese neuen Erkenntnisse die seit Langem erhobenen Forderungen nach einem umfassenden Hitzeschutz für ältere Menschen. ****
„Die aktuellen Messungen machen deutlich, was viele ältere Menschen seit Jahren erleben: Das eigene Zuhause wird im Sommer zunehmend zur Hitzefalle. Wer wenig Einkommen hat, lebt häufiger in schlecht gedämmten Wohnungen und kann sich Kühlmaßnahmen oft nicht leisten. Hitze ist deshalb längst nicht mehr nur ein Klimathema, sondern eine soziale Frage und eine Frage des Gesundheitsschutzes“, erklärt PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer.
NEUE MESSUNGEN ZEIGEN: ARMUT MACHT HITZE NOCH GEFÄHRLICHER
Die von der Universität für Bodenkultur (BOKU) gemeinsam mit Greenpeace und der Volkshilfe durchgeführten Messungen zeigen, dass sich Wohnungen armutsbetroffener Seniorinnen und Senioren bereits nach wenigen Tagen extremer Hitze auf bis zu 30 Grad aufheizen. In allen untersuchten Wohnungen war es über viele Stunden wärmer als draußen, sieben Wohnungen kühlten selbst in der Nacht nicht unter 27 Grad ab. Für ältere Menschen bedeutet diese dauerhafte Hitzebelastung ein erheblich erhöhtes Gesundheitsrisiko. „Niemand darf im Alter Angst vor dem Sommer haben müssen, weil die eigene Wohnung zur Hitzefalle wird. Es kann nicht sein, dass der Schutz vor extremer Hitze vom Einkommen oder von der Wohnsituation abhängt.“
VERPFLICHTENDE HITZESCHUTZPLÄNE FÜR ALTEN- UND PFLEGEHEIME
Der PVÖ erneuert daher seine Forderung nach verpflichtenden Hitzeschutzplänen für alle Alten- und Pflegeheime. Diese müssen verbindliche Maßnahmen wie ausreichend gekühlte Aufenthaltsräume, Trinkpläne, regelmäßige Gesundheitskontrollen, angepasstes Personalmanagement sowie klare Notfall- und Alarmpläne umfassen. „Gerade Hochbetagte und pflegebedürftige Personen zählen zu den am stärksten gefährdeten Menschen. Es darf nicht vom Engagement einzelner Einrichtungen abhängen, ob sie ausreichend geschützt werden. Österreich braucht bundesweit einheitliche und verpflichtende Hitzeschutzpläne.“
HITZESCHUTZ MUSS TEIL DER WOHN- UND SOZIALPOLITIK WERDEN
Für den PVÖ braucht es darüber hinaus ein umfassendes Maßnahmenpaket zum Schutz älterer Menschen vor extremer Hitze. Dazu gehören gezielte Förderungen für die thermische Sanierung von Wohnungen älterer Menschen mit geringem Einkommen, ein wirksamer Hitzeschutz im Mietrecht, mehr Begrünung und Beschattung im öffentlichen Raum sowie ausreichend klimatisierte öffentliche Aufenthaltsräume als Rückzugsorte während Hitzewellen. „Klimaschutz und Sozialpolitik müssen endlich zusammengedacht werden. Wer wenig Einkommen hat, lebt häufiger in schlecht sanierten Wohnungen und ist den Folgen extremer Hitze besonders ausgesetzt. Genau diese Menschen brauchen unsere Unterstützung.“
JEDER HITZETOTE IST EINER ZU VIEL
Die aktuellen Erkenntnisse zeigen einmal mehr, dass Hitze zu den größten gesundheitlichen Risiken des Klimawandels zählt. Besonders ältere Menschen, chronisch Kranke und pflegebedürftige Personen sind gefährdet. „Die Ergebnisse von Greenpeace und Volkshilfe sind ein Weckruf. Gemeinsam mit den jüngsten Zahlen zu den hitzebedingten Todesfällen zeigen sie deutlich, dass Österreich beim Hitzeschutz älterer Menschen rasch handeln muss. Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz – und Gesundheitsschutz ist eine Kernaufgabe des Sozialstaates. Jeder Hitzetote ist einer zu viel“, so Gerstorfer abschließend.
Pensionistenverband Österreichs
Mag. Susanne Ellmer-Vockenhuber, Bakk.
E-Mail: susanne.ellmer@pvoe.at
Website: https://pvoe.at
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