ÖGB: Jeder Krankenstandstag ist einer zu viel
Gewerkschaftsbund fordert bessere Arbeitsbedingungen, mehr Prävention und einen verlässlichen Schutz für Beschäftigte.
Die von der Statistik Austria vorgelegten Zahlen zu den Krankenständen für 2025 sprechen eine klare Sprache: Die Krankenstandstage gehen von 15,1 (2024) auf 14,7 (2025) pro Person leicht zurück. „Das ist zwar erfreulich, aber noch lange kein Grund zur Entwarnung. Denn jeder Krankenstandstag ist einer zu viel. Daher braucht es ausreichend Präventionsmaßnahmen, bessere Arbeitsbedingungen und verlässlichen Schutz für Beschäftigte”, fordert Julia Stroj, Gesundheitsexpertin im ÖGB.
Gleichzeitig stehen Arbeitnehmer:innen vermehrt unter Druck: „Krankenstände und zunehmende Belastungen lassen sich nicht dadurch bekämpfen, dass Beschäftigte vom Arbeitgeber unter Generalverdacht gestellt werden. Entscheidend ist, die Ursachen in den Betrieben ernst zu nehmen: zu hoher Arbeitsdruck, Personalmangel, fehlende Prävention und schlechte Rahmenbedingungen“, so Stroj.
PRÄSENTISMUS WEITERHIN PROBLEM
Auch arbeiten viele Arbeitnehmer:innen trotz Krankheit: „Niemand sollte Angst haben, bei einer Krankmeldung berufliche Nachteile zu erleiden oder Kolleg:innen im Stich zu lassen. Wer krank ist, muss sich erholen können – ohne Druck und ohne schlechtes Gewissen“, betont Stroj.
Krank zur Arbeit zu gehen, kann die eigene Gesundheit langfristig gefährden. Erkrankungen können verschleppt werden, notwendige Erholungsphasen fehlen. Psychische und körperliche Belastungen nehmen zu. Am Ende leidet nicht nur die einzelne Person, sondern auch die gesamte Arbeitswelt.
Der ÖGB warnt davor, die Verantwortung auf Arbeitnehmer:innen abzuwälzen. Beschäftigte brauchen Arbeitsplätze, die gesundes Arbeiten ermöglichen. Prävention, ausreichend Personal, realistische Arbeitszeiten und eine Unternehmenskultur, in der Krankheit nicht sanktioniert wird, sind dafür maßgebliche Voraussetzungen.
„Gesundheit darf nicht gegen wirtschaftliche Interessen ausgespielt werden. Der Schutz im Krankheitsfall ist ein grundlegendes Arbeitnehmer:innenrecht und darf weder ausgehöhlt noch durch zusätzliche Hürden erschwert werden“, schließt Stroj.
DER ÖGB FORDERT:
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Bessere Arbeitsbedingungen und wirksame Maßnahmen gegen Arbeitsdruck, Personalmangel und übermäßige Belastungen.
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Mehr Investitionen in Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung, damit Krankheiten verhindert und Beschäftigte geschützt werden.
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Den Schutz von Arbeitnehmer:innen im Krankheitsfall – keine Verschlechterungen bei der Entgeltfortzahlung und keine zusätzlichen Hürden für kranke Menschen.
ÜBER UNS:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
www.oegb.at
Mag. Toumaj Faragheh
ÖGB-Kommunikation
Tel.: +43 664 614 518 0
toumaj.faragheh@oegb.at
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