Bundesverband Energiespeicher Österreich: 5 Milliarden Euro Wertschöpfung, 1.000 Jobs: Speicherbranche legt Angebot an Standort Österreich

180 Unternehmen beim 1. Forum Batteriespeicher – StS Zehetner: „Die Regulierung muss mit der Realität Schritt halten.“ · Schmidt: Fünf Gigawatt, 1.000 Jobs stehen bereit

Das 1. Forum Batteriespeicher Österreich war ausgebucht: Mehr als 180 Unternehmen aus ganz Österreich kamen gestern im CAPE10 in Wien zusammen. Eingeladen hatte der erst dieses Jahr gegründete Bundesverband Energiespeicher Österreich, zu Gast war mit dem Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) der deutsche Schwesterverband. Für die österreichische Bundesregierung sprach Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus.

Was die Branche gestern in Wien vorgelegt hat, ist der Sache nach ein Angebot an den Wirtschaftsstandort: fünf Gigawatt Speicher, finanziert mit rund fünf Milliarden Euro, die heimische Unternehmen aus eigener Kraft aufbringen, rund 1.000 Arbeitsplätze in den Regionen, rund 200 Euro Ersparnis je Haushalt und um fünf bis zehn Prozent niedrigere Energiekosten für Betriebe. Dieses Angebot kostet die Republik keinen Cent: kein Fördertopf, keine Garantie, keine Ausnahme. Nötig sind lediglich die richtigen Rahmenbedingungen, um diese Wertschöpfung in Österreich auszulösen.

STAATSSEKRETÄRIN ZEHETNER: „DIE REGULIERUNG MUSS MIT DER REALITÄT SCHRITT HALTEN“

Die Staatssekretärin würdigte in ihrer Rede die Rolle des neuen Verbandes: „Der Batteriespeicherverband hat es geschafft, innerhalb kürzester Zeit zu einem wirklich wesentlichen Akteur in der Szene zu werden.“ Inhaltlich machte sie deutlich, worum es jetzt geht: „Es geht nicht mehr nur darum, was erzeugt wird, sondern darum, wie wir Erzeugung und Verbrauch zueinander bringen“ – und weiter: „Wir wollen, dass die Energie leistbar ist für die Haushalte, aber wir brauchen vor allem eine Energie, die für Unternehmen wettbewerbsfähig am Weltmarkt ist.“

Mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz hat die Bundesregierung erstmals ein Speicherziel von fünf Gigawatt festgelegt. Zur laufenden Systemnutzungsentgelte-Grundsatzverordnung der E-Control sagte Zehetner: „Die Regulierung muss mit der Realität Schritt halten.“ Ihr Ziel für das Ergebnis: „Wir wollen neue Speichergeschäftsmodelle ermöglichen. Wir wollen möglichst viele Speicher rasch ans Netz bringen.“

WARUM DAS JEDEN HAUSHALT BETRIFFT

Verbandspräsident Christoph Schmidt, Geschäftsführer in der BLOCH3-Gruppe, machte den Nutzen an einem Beispiel fest: „Nicht jeder kann sich einen eigenen Speicher leisten. Fakt ist aber: Speicher machen die Stromrechnung günstiger. Und jeder Tag ohne sie im Netz ist ein verlorener Tag für die Menschen. Deshalb führt kein Weg daran vorbei, Speicher in Österreich auszubauen.“ Wer kein eigenes Dach und keinen eigenen Keller hat, profitiert nur über große Speicher.

Die Arbeitsplätze entstehen dort, wo die Anlagen stehen: Gefragt sind Elektro- und Anlagentechniker, Fachkräfte für Hoch- und Tiefbau, Metalltechniker, Planer und Servicemonteure. Allein für Niederösterreich, wo am meisten Strom aus Erneuerbaren erzeugt wird, rechnet die Branche mit über 400 zusätzlichen Arbeitsplätzen. Dazu kommen bis zu rund vier Milliarden Euro, die im Stromsystem nicht mehr für teure Spitzen und Engpässe ausgegeben werden müssen.

WINDELEN: „DA WIRD NICHTS ERZEUGT, DA WIRD NICHTS VERBRAUCHT“

Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES, brachte die deutsche Erfahrung ein. Sein Kernargument: Speicher passen in keine der bisherigen Schubladen. „Es gibt bisher die drei Säulen Erzeugung, Transport und Verbrauch – und jetzt kommt die vierte Säule hinzu. Das ist Flexibilität“, sagte Windelen. „Speicher ist Flexibilität. Da wird nichts erzeugt, da wird nichts verbraucht.“ Daraus folgt für ihn auch die Frage der Netzentgelte: „Netzentgelte sind eigentlich eine Verbrauchssteuer, die immer für den Verbrauch einer Kilowattstunde angefallen ist. Solange der Speicher aus einem Netz den Strom entnimmt und demselben Netz wieder zurückgibt, ist das kein Verbrauch – und deswegen auch keine Verbrauchssteuer und keine Netzentgelte“, so Windelen.

Genau diese Erkenntnis habe Deutschland vor Jahren in das Gesetz geschrieben, und deshalb seien dort Energiespeicher ausgebaut worden. Wie widersinnig die derzeit geplante doppelte Belastung für Batteriespeicher wirkt, zeigte er in einem Bild: „Wenn das Abschleppauto Autobahngebühr bezahlen muss, dann fährt es nicht auf die Autobahn. Dann haben wir keinen Abschlepper da, dann haben wir Stau. Genau das Problem haben wir aktuell im Netz, und deshalb ist das System teuer.“ Windelen erinnerte zudem an den Widerspruch, in dem die Debatte steckt: „Politik und Regierung haben in den letzten zehn Jahren ständig nach Speichern gerufen. Jetzt sind wir da – und dann ist es auch schon wieder nicht recht.“

DER APPELL: GEMEINSAM LÖSEN, UND ZWAR JETZT

Für Schmidt ist der fachliche Streit längst entschieden: „Setzen wir uns doch alle einmal an den Tisch und lösen es gemeinsam. 99 Prozent der Akteure sind sich mittlerweile einig“, sagte er. Sein Blick auf die Dauer des Verfahrens ist deutlich: „Wir diskutieren bereits ein dreiviertel Jahr darüber, dass an einem Batteriespeicher niemand etwas verdienen soll – an einem Speicher, der eigentlich unsere Standortkosten senken würde.“

Und mit Blick auf die fünf Gigawatt, die im Gesetz stehen: „Der Speicherausbau darf nicht länger hinausgezögert werden. Ein Land am Ende der europäischen Wachstumstabelle kann sich einen Ordnungsrahmen, der fünf Milliarden Euro Wertschöpfung in Österreich verhindert, betriebswirtschaftlich nicht leisten.“

ÜBER DEN BUNDESVERBAND ENERGIESPEICHER ÖSTERREICH

Der Bundesverband Energiespeicher Österreich wurde 2026 gegründet und vertritt bereits über 60 heimische Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Energiebranche. Präsident ist Christoph Schmidt, MSc, LL.M., Geschäftsführer in der BLOCH3-Gruppe.

Markus Habermann
Telefon: 06642554282
E-Mail: office@energiespeicher-oesterreich.at
Website: https://energiespeicher-oesterreich.at/

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