Czernohorszky ad Nehammer: „Kehrtwende bei Atomkraft völlig unverständlich!“

„Die Kehrtwende von Karl Nehammer beim Thema Atomkraft zeigt, dass er es als Bundeskanzler offenbar nie ernst gemeint hat mit seiner Ablehnung der Atomkraft“, reagierte heute Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky auf den Vizepräsidenten der Europäischen Investitionsbank (EBI), Karl Nehammer, der Atomkraft als „stabil“ und „sauber“ bezeichnet hatte.

Gerade die von Nehammer so gelobten Kleinreaktoren (Small Modular Reactors, SMR) seien nicht erprobt und mit Sicherheitsrisken behaftet. „Bislang existiert weltweit noch kein kommerziell betriebener Reaktor dieser Bauart, viele Projekte sind noch in der Entwicklungsphase“, so Czernohorszky, der auch Vorsitzender des Städtenetzwerk Cities for a Nuclear Free Europe (CNFE) ist.

Ob diese Systeme tatsächlich sicherer oder wirtschaftlicher seien als bestehende Atomkraftwerke, sei völlig ungeklärt. Öffentliche Gelder in eine Technologie zu investieren, deren Risiken und Kosten so ungewiss sind, sei „ein falsches Signal und eine Verschwendung dringend benötigter Mittel für den Klimaschutz“, so der Klimastadtrat.

SCHRITT IN RICHTUNG ATOMKRAFT „DRINGEND ZU ÜBERDENKEN“

Erst im Vorjahr gelangte eine Studie der Wiener Umweltanwaltschaft („Nachhaltigkeitsnarrative im Nuklearbereich“) zu der Erkenntnis, dass Atomkraft keiner gängigen Definition von Nachhaltigkeit entspricht. Ausgeblendet werden dabei unter anderem die ungelösten Umweltfolgen des Uranabbaus, das Risiko schwerwiegender Auswirkungen durch Unfälle und die ungelösten Fragen der Entsorgung von radioaktiven Abfällen und Brennelementen. Auch müssen die hohen Kosten für den Neubau von Atomkraftwerken und die Entsorgung von Abfällen meist die Steuerzahler*innen tragen.

„Wenn man die Risiken, Mängel und wirtschaftlichen Probleme der Atomkraft gegen ihren Beitrag zum Klimaschutz und zu den Nachhaltigkeitszielen abwägt, wird deutlich, dass die Nachteile schwerer wiegen“, so Czernohorszky. „Ich appelliere dringend an Karl Nehammer und alle EU-Verantwortlichen, den Schritt in Richtung Atomkraft zu überdenken!“

Die Studie der Wiener Umweltanwaltschaft ist unter folgendem Link abrufbar: studie-nachhaltigkeitsnarrative-nuklearbereich.pdf

Michaela Zlamal
Mediensprecherin StR Jürgen Czernohorszky
Telefon: +43 1 4000 81446
E-Mail: michaela.zlamal@wien.gv.at

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